Ich denke, solange man nicht denkt, dass ein Golden sich von selbst erzieht, ist das schon mal eine gute Basis, wenn einen die Rassebeschreibung anspricht.
Es sind optisch wunderschöne Hunde. Sie haaren aber wie Sau und damit muss man leben können (oder wie ich feststellen, dass man das nicht nochmal will, deswegen habe ich gleich zwei davon
).
Sie veranstalten beim Trinken Überschwemmungen und sind auch sonst Wasser und Schlamm gegenüber meist nicht abgeneigt. Und Dreck ist toll, davon kann man nie genug nach Hause bringen.
Sie sind sehr verfressen. Leider auch was Unrat usw. angeht.
Meine Nell ist eine diebische Elster. Hier darf nix Essbares rumstehen und man geht mal kurz zum Klo. Danach steht da nix mehr rum, außer einer satten Nell 
Ich habe hier den schönen Vergleich eines gesetzten Golden und einer Junghündin.
Mein Balou ist recht gemütlich mittlerweile. Zügig unterwegs, hat Bock zu arbeiten, schnüffelt gern. Schläft zuhause und bewacht ein bisschen.
Nell ist immer auf Achse. Draußen nur Quatsch im Kopf. Spazieren ist nämlich langweilig. Zuhause oft rastlos. Alles betrifft schließlich sie! Irrsinnig schnell, kriegt nie genug von Spiel und Spaß und nimmt auch kein Ende durch den anderen Hund an. Da muss doch noch was gehen!
Körperkläuse sind sie. Tun mir weh (habe mal wieder einen zerkratzten halboffenen Fußrücken von Balous Krallen), würden sich einfach auf meinen fünf Monate alten Sohn rollen und auch nicht verstehen, wieso das schlimm ist.
Und hartnäckig sind sie. Mein Balou lässt sich noch recht gut von meiner Meinung überzeugen. Aber Nell bspw. findet immer noch mit ihren fast zwei Jahren, dass Gäste nur für sie da sind und dass jeder Mensch gern ihre Nase dauerhaft im Gesicht hat. Schiebt man sie weg, drückt sie sich noch enger an einen. Sie binden sich stark an ihre Besitzer und kommen mit einem schiefen Haussegen nicht gut klar. Ist man genervt, machen sie dicht und werden „stur“.
Jagdtrieb ist oft nicht zu unterschätzen.
Alles in allem sind es gute Familienhunde. Aber die Erziehung sollte sehr straight sein, nicht zu hart, nicht zu weich. Sie brauchen Bewegung und Beschäftigung. Und viel Zeit und Geduld, um erwachsen zu werden.
Ich empfinde sie übrigens als viel ernsthafter und höflicher als Labbis. Die Grundfreundlichkeit und gute Laune haben sie aber gemeinsam.