Täuscht mein Eindruck oder sammeln sich hier im Thread hauptsächlich intakte Rüden?
Dann hier noch eine Meldung mit intakter Hündin 
Holly ist und war auf jeden Fall Hibbel hoch 10. Von den Beiträgen her errinert sie mich ein bisschen an @physioclaudi Emil und @Gammur Hudson. So eine Art Mischung der Beiden 
Mittlerweile sind wir aber sehr gut eingespielt und wir haben unser Tempo gefunden. Es gibt sogar Situationen, in denen sie wahnsinnig cool reagiert. Das war aber halt nicht immer so und phasenweise kommt es immer noch ab und an stärker hoch.
Bis zum 1. Lebensjahr war es besonders schlimm.
Holly kam überhaupt nicht mit jeglichen Reizen klar und setzte Stress in Energie, Rennen, Fiddeln, Fiepen, Kreischen und Kreiseln um. Völlig egal, ob Fön oder starker Sonnenschein - sie hat auf alles reagiert. Selbst auf Lob und Ansprache, was Training oder gar Gewöhnung sehr schwierig machte.
Dazu kam das große Thema Frust. Beim leisesten Anzeichen von Frust oder Einschränkung wurde sie zum Berserker.
Eine typische Hibbel Situation sah zum Beispiel so aus: Sie träumte durch die Gegend, Jemand grüßte uns von weitem, sie sprang in die Luft, machte dabei fast einen Salto, fing an zu kreischen, rannte im Kreis, kläffte dabei und wollte uuuuunbedingt zu dem grüßenden Menschen hin.
So ging es alle paar Meter wegen jedem Pups im Wind.
Das war nicht so einfach, muss ich sagen. Mir fällt es auch immer noch sehr schwer darüber ausführlich zu schreiben, weil ich mich damit nicht so sehr in den Vordergrund stellen mag. Es hat halt was von "mein Hund ist so krass ey!", dabei empfinde ich nicht so.
Besonders das erste halbe Jahr sind wir auf sehr viel Ablehnung gestoßen. Selbst die Verhaltenstierärztin, die sich laut Referenzen mit ADHS Hunden auskennen sollte, schlug die Hände über den Kopf zusammen.
Von einem nicht Hundebegeisterten Menschen kamen sogar Kommentare, ob wir sie nicht besser erlösen sollten. Das wäre doch kein Leben so. Auch wenn die Person Hunde generell nicht mochte, hat mich das damals wirklich getroffen.
Aber wir haben es irgendwie hinbekommen. Im normalen Alltag bemerken wir nicht viel von ihrer Hibbel Karriere und viele Dinge meistert sie mittlerweile völlig gechillt. Keine Ahnung wie es sich so positiv entwickeln konnte mit dem Arschkeks, hätten wir auf alle Anderen gehört, hätte das ja nie so gut werden können
Wir haben halt viel am Thema Frust, Impulskontrolle und Abwarten gearbeitet. Dazu habe ich mir eine absolute Zen Ruhe angeeignet. Die Welt könnte brennen, ich bin gelassen
Es gibt immer noch viele Hunde, die Abwarten wesentlich besser können als sie, aber damit kann man sie eben nicht vergleichen. Sie hat ihre eigenen Maßstäbe und das ist okay so.
Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit ihrer Entwicklung und unserem Alltag. Wir können sogar Agi machen
Da ist sie echt erstaunlich cool bei. Warten am Rand ohne mich ist doof, aber das ist unabhängig von Agi so. Ob wir je ein Turnier laufen können, weiß ich nicht. Ich denke nicht. Das ist dann doch etwas zu viel. Aber im Training ist sie glücklich, dreht nicht arg hoch und hat Spaß. Das freut mich wahnsinnig, denn ich arbeite sehr gerne mit ihr und finde Hundesport toll.
Es gibt auch Dinge, da kommt der Hibbel aber immer hoch. Besuch, aufdringliche Menschen, Tierarzt, zu viele fremde Menschen/Hunde (insbesondere an der Leine), sowas eben. Beim Besuch machen wir aktuell große Fortschritte, beim Tierarzt dagegen einige Rückschritte. Aber das wird auch noch. 