Wir haben als Kinder gelernt, dass man in Gegenwart von Hunden nicht unbedingt rennen sollte. Und wir hatten viele große und temperamentvolle Hunde auch in der Nachbarschaft, die gerne mal an die Nase gesprungen sind oder nach Essbarem geschnappt haben. Kann mich aber nicht erinnern, dass Eltern damals gleich behauptet hätten "Hund attackiert Kinder".
Mir fällt allgemein auf, dass viele Kinder offenbar nicht mehr von ihren Eltern lernen, wie man sich verhält, wenn man einem fremden Hund begegnet.
Da wird ungefragt gestreichelt, dicht am Hund vorbei gerannt; dem Hund spaßeshalber die Eistüte hingehalten; dem Hund ungefragt ein Leckerchen gegeben; spaßeshalber gebellt, wenn man mit Hund vorbei läuft; vor dem Gartenzaun Quatsch gemacht und sich amüsiert, wenn der Hund dann bellt; etc. pp. Habe ich alles schon erlebt.
Aber wehe, wenn etwas passiert... Dann wird direkt dem Hund die Schuld gegeben und je nachdem was passiert ist, folgt Meldung bei OA, etc...
Auch ich habe als Kind gelernt, dass man fremde Hunde grundsätzlich erstmal zu ignorieren hat und sich in Anwesenheit eines Hundes ruhig zu verhalten hat.
Als ich Kind war, hatten die Nachbarn einen relativ großen zotteligen Hund, der oft ohne Leine vor der Tür lag. Anweisung der Eltern: Wenn Back vor der Tür liegt, ihn nicht anschauen und ruhig dran vorbei laufen. Wenn man Angst hat, notfalls einen Bogen laufen. Da wäre niemand auf die Idee gekommen, den Haltern zu sagen, dass ihr Hund nicht mehr im Vorgarten liegen darf, nur weil da ab und an ein Kind vorbei läuft...