So, bin wieder da. Ich gehe mal durch.
RafiLe, verrate mir doch mal, was soll daran schlecht sein, wenn ein junger Hund einer relativ schweren und nicht gerade für seine berauschende Knochengesundheit bekannten Rasse so richtig Kondition aufbaut?
Dazu zitiere ich mal von den Seiten des DRC:
"In jedem Falle gilt aber, dass man einen Hund (großwüchsiger Rassen mit Tendenz zu Gelenksproblemen) bis zu 12 Monaten eigentlich nicht zu wenig, sondern nur zu viel bewegen kann. [...] KURZ: Die meisten Welpen großwüchsiger Rassen werden von ihren Besitzern im 1. Lebensjahr in puncto Bewegung unwissentlich massiv überbeansprucht. Ich persönlich halte einen 20-minütigen, flotten Spaziergang im ersten Lebensjahr schon eher für lang."
Quelle: http://www.drc.de/gesundheit/welpenbewegung
Genau diese Hinweise habe ich (unabhängig voneinander) von zwei erfahrenen Züchterinnen (allerdings vom LCD) erhalten. Und wieso sollte mal als frisch gebackener Neuhundehalter nicht dem Rat von Menschen vertrauen, die sich seit Jahren mit der Rasse beschäftigen?
Newton wird am kommenden Dienstag ein Jahr alt. Laut Tierarzt ist er (bei Weitem) noch nicht ausgewachsen. Er hat mir empfohlen, das HD-/ED-Röntgen bei ihm erst mit 18 Monaten machen zu lassen, da er da ausgewachsen sein müsse.
Natürlich bin ich jederzeit bereit, Newtons Pensum zu erhöhen, wenn es nötig wird. Aber wieso soll ich einen Hund, der sich, mal überzogen formuliert, in der Wohnung von einem Schlafplatz zum nächsten schleppt, über Gebühr belasten, gerade, wenn er zu einer Rasse gehört, die zu HD/ED neigt?
Wird denn bisher überhaupt irgendetwas mit dem Hund gemacht, ausser spazieren gehen?
Genau wenn man sich in den 2 Stunden aktiv beschäftigt und genau das hab ich noch nicht verstanden, wird beim Gassi in den 45 Minuten was getan, oder eben wirklich "nur" gemeinsam durch die Gegend gebummelt.
Und zur Arbeit geht er mit, bleibt aber im Auto, oder ist das nur ab und an so?
Was erlebt er denn auf der Arbeit?
Auf die erste Fragen habe ich dir oben bereits ausführlich geantwortet. Schau mal hier:
Also für mich ist eigentlich jeder Spaziergang mehr oder minder Training. Bei den 25-Minuten-Runden übe ich mit ihm Leinenführigkeit. Wenn wir den längeren Spaziergang an der Dreisam machen, darf er Stöckchen aus dem Wasser apportieren. Beim längeren Spaziergang auf der Freilauffläche gibt es Übungen zur Orientierung, Impulskontrolle, Abruf, etc. Zwischendrin darf er natürlich auch mit anderen Hunden rennen und toben, sofern es sich anbietet und passt.Bummeln an der Schleppleine gibt es bei uns nicht. Wenn wir nur mal "Bummeln" wollen, kann ich sie auch ab machen. Ich benutze die Schleppleine nur zum Training.
Noch was zur Beschäftigung außerhalb von Spaziergängen. Newton kommt von Montag bis Freitag mit zur Arbeit. Die ersten beiden Unterrichtsstunden verbringt er pennend im Auto. Meiner Ansicht nach benötigt er diesen Schlaf auch. Denn wenn ich frei habe, verschläft er den kompletten Vormittag. Den restlichen Schultag ist er mit mir im Unterricht. Allerdings läuft das meist so ab, dass er kurz die Schüler begrüßt und sich dann unter dem Stuhl von einem Schüler (oder auch gelegentlich unter dem Pult) zusammenrollt und pennt. Die "Action", die er in den Unterrichtspausen (je 20 min.) hat, reicht ihm offenbar um dann weitere 1,5 Std seelenruhig zu schlafen (obwohl 30 Schüler im Raum sind und es da nicht immer absolut leise ist).
Edit: Weiterhin haben wir noch ein bis zweimal die Woche Hundeschule. Am Wochenende gibt es meist auch einen Ausflug mit anderen Hunden, wo wir auch schon mal länger als die von mir angegebenen 60 Minuten unterwegs sind. Aber da gibt es kein Training, sondern da darf er einfach mal "Hund" sein. Weiterhin nehme ich Newton eigentlich überall mit hin. Außer natürlich da, wo er nicht mit hin kann (Schwimmbad, Fitnessstudio, Kino, Arzt, etc.) Edit Ende.
Da Newton mein erster eigener Hund ist und ich davor auch keine Erfahrungen mit der Rasse hatte, habe ich mich zunächst einfach mal an die Informationen gehalten, die ich aus vertrauenswürdigen Quellen (Züchter, Homepages des LCD/DRC, Trainer) beziehen konnte, gehalten. Alle haben mir mehr oder minder dasselbe geraten.
Wenn Newton vollständig ausgewachsen ist und der Grundgehorsam soweit sitzt, habe ich auch noch vor, Dummy-Training mit ihm anzufangen. Aber vom Ausgewachsen-Sein sind wir locker noch 6 Monate entfernt. Beim Grundgehorsam sind wir gut dabei. Wobei die Züchterin meinte, dass es auch bis zu drei Jahre dauern kann, bis der Labrador geistig "erwachsen" ist.