Hallo,
ich mache mit Newton auch noch sehr viel Übungen, die Impulskontrolle und Frustrationstoleranz fördern.
Etwas, was ich zum Beispiel generell mache, ist, dass ich ihn erstmal (je nach Situation kurz oder etwas länger) warten lasse, bevor er etwas bekommt/darf. In Situationen, von denen ich weiß, dass er da gelassener ist, muss er länger warten und da erwarte ich auch einen längeren Blickkontakt bevor er es bekommt/darf. In Situationen, von denen ich weiß, dass es für ihn schwieriger ist, sich zu kontrollieren, reicht mir eine kurze Wartezeit und ein kurzer Blickkontakt, bevor er es bekommt/darf. Wobei ich hier versuche, die Länge der Wartezeit und des Blickkontakts sukzessive zu erhöhen.
Eine Situation, die zum Beispiel sehr gelassen abläuft, ist, die Fütterung. Da lasse ich ihn schon mal so eine halbe Minute sitzen und erwarte auch einen längeren und konzentrierten Blickkontakt, bevor er das OK bekommt. Eine Situation wo ihm zum Beispiel mehr Schwierigkeiten bereitet, ist, wenn er weiß, dass Freilauf ansteht. Da reicht es mir, wenn er sich in der Box ruhig verhält, nachdem ich die Klappe geöffnet habe und mich kurz anguckt. Dann bekommt er das OK.
Dieses Warten kann man sehr gut auf alle möglichen Aspekte ausdehnen. Er muss zum Beispiel warten, bis er aufs Sofa darf, bis er ins Bett springen darf, bis er das Spielzeug nehmen darf, bis er das Leckerli nehmen darf, etc. pp.
Was ich auch selten noch mache, ist die sogenannte Standby-Übung. Da stelle ich mich mit Newton zum Beispiel auf der Hundewiese etwas abseits, aber so, dass er die freilaufenden Hunde und das Geschehen noch sieht. Lasse ihn absitzen und knie mich hinter ihn. Solange er sich ruhig verhält, wird er an der Brust gestreichelt. Wenn er nach vorne will, oder unruhig wird, halte ich ihn einfach ruhig, aber bestimmt fest. Sobald er sich wieder ruhig verhält, wird weiter gestreichelt. Diese Übung haben wir in der Welpengruppe gezeigt bekommen und die habe ich sehr sehr oft mit ihm gemacht. Heute machen wir sie wie gesagt nur noch ganz selten.
Für die Impulskontrolle habe ich Newton beigebracht, dass er nur bekommt, was er will, wenn er mich vorher anschaut. D.h. Leckerli gibt es erst nach Blickkontakt. Es wird erst aus der Box gesprungen, nach Blickkontakt. Er darf erst ans Futter nach Blickkontakt. Usw. Das kann man auch beliebig auf alle Aspekte übertragen. Wenn er zum Beispiel draußen einen anderen Hund erblickt, guckt er erstmal mich an. Je nach Situation bekommt er dann die Freigabe oder ich rufe ihn ab und leine ihn an. Wenn der Hund weit genug entfernt ist, reicht es auch, wenn ich ihm verbiete hinzugehen. Das klappt aber noch nicht auf alle Entfernungen und so leine ich im Zweifel eher noch sicherheitshalber an.
So, ist nun schon ziemlich lange geworden. Hoffe es war was Passendes dabei.
Grüße,
Rafaela