Beiträge von RafiLe1985

    ich würde mir über den "Vorfall" ehrlich gesagt keinerlei Gedanken machen. Erstens ist es doch gut ausgegangen. Zweitens kannst du es eh nicht mehr ändern. Drittens wirst du dich in fünf Jahren überhaupt nicht mehr an die Situation erinnern, daher solltest du dir auch nicht länger als 5 Minuten darüber Gedanken machen.

    Zumal ich echt auch finde, dass doch alles in Butter ist. Die andere Halterin hatte den DD ja an der Schleppe. Eben vermutlich genau deswegen. Weil er eben jung ist und manchmal noch abflitzen würde. D.h. sie ist darauf vorbereitet, dass er in die Schleppe donnert. Vielleicht ist sie sogar genau deshalb stehen geblieben. Zu Übungszwecken und die Übung hat in diesem Fall halt nicht so geklappt, wie sie wollte, aber immerhin hatte sie ja eine Sicherung.

    Ganz ehrlich habe ich an meine Hunde, z.B. auch den Anspruch, dass sie einem solchen Reiz wie einem geworfenen Dummy nicht nachgehen. Aber das sind halt erwachsene Hunde, die gut erzogen sind und gut im Gehorsam stehen. Da kann man das erwarten. Von daher sehe ich jetzt auch kein Problem darin, dass du den Dummy geworfen hast, obwohl da ein anderer Hund war. Daher fand ich den Verhalten jetzt nicht falsch. Wobei ich tatsächlich sehr oft für andere Hunde und Halter mitdenke und ggf. kurz warte bis sie vorbeigegangen sind. (Dass man das als Halter von einem jungen noch nicht vollständig grunderzogenen Hund nicht von anderen Haltern erwarten kann, sollte aber klar sein.)

    Ganz zufällig hatte ich heute morgen eine ganz ähnliche Situation. Ich lief mit Newton und Hunter meine Morgenrunde durch den Wald. Beide Hunde freilaufend. Auf meiner Linken begrenzte eine schmale Baumreihe unter der ein kleiner Bach fließt unseren Weg. Hinter dieser schmalen Baumreihe ist eine Wiese, die auch recht frisch abgeerntet war. Wir kamen dann an eine Stelle, wo es links zur Wiese hin offen ist. Dort spielte ein Mann mit seinem jungen Labbirüden Bällchen. Newton und Hunter haben die Beiden zuerst gesehen, waren zwar interessiert, sind aber stehen geblieben. Newton habe ich sicherheitshalber angeleint, da er (trotz seiner mittlerweile acht Jahre!) recht schnell in eine hohe Trieblage kommt und es mir so einfach wohler war. Bei Hunter genügte ein Abruf. Aber Hunter ist auch nicht so der Spieler und legt auch keinen großen Wert auf andere Hunde. (Er geht bei gewollten Begegnungen mit bekannten Haltern und Hunden auch erst immer zum Mensch als zum Hund.)

    Hallo FrauToastbrot

    hier meine 2 Cent:

    Generell würde ich eine Rasse aus der FCI-Gruppe 9 empfehlen. Das sind die Begleithunderassen. Denn genau das soll der Hund ja tun, euch im Alltag begleiten. Den Havaneser fand ich einen sehr guten Vorschlag. Auch den Tibet Terrier könnte ich mir gut vorstellen. Einen Pudel fände ich auch klasse; der fällt ja aber wohl leider wegen des Fells raus...

    Cavapoo oder Cockapoo

    Von diesen beiden "Rassen" würde ich allerdings sehr massiv abraten! Genauso von "Rassen" die das Suffix -doodle im Namen tragen. Das sind keine Rassen sondern im Endeffekt teure Mischlinge von Vermehrern, die eigentlich nur auf Eines aus sind: nämlich ihren Profit. Nicht umsonst sind Welpen dieser "Rassen" schweineteuer.

    Mir ist da spontan ein Spaniel eingefallen. Ich selbst hatte zwar nie einen aber alle die jemals kennengelernt habe, waren durchwegs unkomplizierte, freundliche Hunde. Besonders ein Springer Spaniel ist mir in sehr guter Erinnerung, er war einer der wenigen erwachsenen Hunde, zu dem ich meinen damals sehr jungen Welpen ließ.

    Ich könnte mir vorstellen, dass der zweifellos vorhandene Jagdtrieb, den ein Spaniel hat, durch gute Erziehung in den Griff zu bekommen ist.

    Ich selbst führe seit mittlerweile guten vier Jahren einen English Springer Spaniel (ESS) Rüden und würde diese Rasse hier eher nicht sehen. ESS sind sehr aufgeweckte, temperamentvolle, bewegungsfreudige Hunde, die definitiv mehr gefordert werden müssen als von der TE beschrieben. Es muss jetzt kein Hochleistungssport sein, aber eine ernsthafte Beschäftigung, der man mit dem Hund sehr regelmäßig nachgehen kann, ist auf jeden Fall sehr wichtig. Unter dieser Voraussetzung hat man dann auch im Alltag einen sehr unkomplizierten, entspannten und leichtführigen Hund.

    Dies betrifft auch den Jagdtrieb. ESS sind Stöberhunde und daher Spurjäger. Damit muss man umgehen können... Beim Sichtjäger oder Rassen, die eher hoch suchen, hat man wenigstens eine Vorwarnung und kann den Hund ggf. noch unterbrechen. Beim ESS geht die Nase ohne erkennbare Vorwarnung einfach runter und bye bye. :rolling_on_the_floor_laughing: Und dann kann man auch rufen, soviel man will. Die Ohren sind aus und nur noch die Nase an.

    Mit meinem ESS Hunter mache ich Rettungshundearbeit. Wir trainieren dreimal die Woche insgesamt ca. 12 Stunden. Pro Training macht Hunter zwei Durchgänge à 15 - 25 Minuten Dauer. Unterordnung/Gehorsam, Suchen im Wald oder auf Trümmern, Feinarbeit am Anzeigeverhalten, etc. D.h. das ist sowohl Arbeit für den Körper als auch für den Geist. Und so ist er im Alltag eben auch sehr easy. Jagdtrieb ist bei ihm in der Regel auch kein Thema, da er diesen ja in der Rettungshundearbeit ausleben kann. Ganz ganz selten geht er mir auch mal auf eine Spur... Das kann ich in seiner Lebenszeit an einer Hand abzählen... Aber da kommt er sofort zurück sobald er wieder bei klarem Verstand ist.

    Das einzige wirkliche Problem dass ich mit ihm lange hatte/habe, ist das Alleine bleiben. Da hatte er in seinem bisherigen Leben immer wieder Phasen in denen es gar nicht klappte. Also wirklich gar nicht. Aktuell klappt es seit 6 Monaten wieder reibungslos. Aber ich werde mir diesbezüglich vermutlich nie sicher sein können, ob das nicht wieder irgendwann zum Problem werden könnte.

    Soweit die Beratung zum ESS, wenn auch unverlangt, aber er wurde halt genannt.

    Ich würde da gar nicht groß am Rückruf arbeiten sondern eher daran, dass dein Hund das Interesse verliert zu anderen Hunden abzuhauen.

    In der beschriebenen Situation lässt er sich natürlich nicht abrufen. Warum auch? Es war für ihn doch viel höherwertig mit den anderen Hunden zu flitzen als zu dir zurück zukommen.

    Meiner Meinung nach sollte jeder Hund den Aufenthalt in einer Box kennen und tolerieren. Für mich gehört das zur Grunderziehung dazu. Ähnlich wie die Gewöhnung an den Maulkorb, z. B. (Dass das nicht ganz Mainstream ist, weiß ich.)

    Für den Transport im Auto gibt es meiner Meinung nach auch keine sicherere Lösung als eine (festgezurrte) Box im Kofferraum.

    Da ich Rettungshundlerin bin, ist es für meine Hunde ohnehin ein Muss, dass sie den Aufenthalt in der Box kennen und sich dort derart wohlfühlen, dass sie entspannen können.

    Mit einem Welpen, der drinnen nur schlecht zur Ruhe kommt, würde ich drinnen nicht spielen. (Jeder kann das gerne so halten wie er möchte... Ich halte es eben so...) Ansonsten darf der Welpe natürlich gerne spielen. Mit Gleichaltrigen solange es im Rahmen ist, oder mit souveränen erwachsenen Hunden, wenn diese Welpen zugetan sind. Vom Spielen mit Menschen halte ich nicht so viel. Kommt auch drauf an, was man unter "spielen" versteht... Ein Spiel, das von vornherein bestimmten Regeln folgt, ok. Als Bestätigung, ok. Aber sinnloses Bällchen schmeißen oder dergleichen. Für mich nicht. Das pusht den Hund nur sinnlos hoch. (Klar kann man das mal machen mit einem erwachsenen, gefestigten Hund. Für einen Welpen finde ich es eher schädlich. Auch physisch im Übrigen.)

    Hört sich für mich an, als fehle da Struktur. Drinnen wird nicht gespielt. Basta. Man kann ihr zum Runterkommen einen Kauartikel geben, aber das ist das höchste der Gefühle. Draußen machst du einfach in ihrem Tempo. Ich würde zunächst wenig frequentierte Orte wählen. Auch wenn das bedeutet, dass ihr mit dem Auto rausfahren müsst. Wenn es nur zum Lösen geht, solltest du mit ihr immer an die gleiche Stelle gehen und dort verweilen bis sie sich da gelöst hat. Ansonsten keinerlei Interaktion mit dir. Einfach warten und dort stehen bleiben. Wenn sie spazieren guckt, guckt sie halt spazieren. Keinen Druck aufbauen. Das spürt der Welpe und „kann“ dann vielleicht nicht.

    Ansonsten den Welpen aus dem Fokus nehmen. Sie kommt nicht damit klar, wenn alle Aufmerksamkeit auf ihr lastet und dann fängt sie an Dummfug zu machen. Lass den Hund einfach Hund sein. Sicher hast du Hausarbeit zu erledigen, etc. Home Office? Wenn sie keine Ruhe findet und rumtigert, räumlich begrenzen. Das kann ein Babygate sein, ein Welpenauslauf, oder einfach mit der Leine (am Brustgeschirr, nicht am Halsband) anbinden. Wichtig: Nicht mitspielen, wenn sie Unfug macht. Da gibt es ein neutrales „Lass es“, o.Ä. und dann erfolgt ruhig die Konsequenz.

    Wenn du Agility machen willst, brauchst du eine BH. Dann könnte man da doch schon mal in einen entsprechenden Kurs / Hundeverein gehen. Schadet sicher nicht. Die BH kannst du ab 15 Monate ablegen.

    Das Anlein-Ritual an sich würde ich jetzt erstmal separat machen. In reizarmer Umgebung freilaufen lassen. Wenn sie eh grad in deinem Dunstkreis ist, eine Hand voll Leckerli vor die Pfoten werfen und sie vorsichtig anleinen, während sie das frisst. Je nachdem wie stark sie schon meidet, klappt das vielleicht auch schon nicht mehr. In diesem Fall einer Hilfsperson eine Leberwurst-Tube in die Hand drücken. Diese soll deinen Hund ein bisschen anreizen ("Ui, schau mal, lecker, was hab ich da Feines?") und sich ein paar Schritte entfernen. Wenn sie dann an der schlotzend an der Leberwurst-Tube andockt, näherst du dich vorsichtig und leinst sie dann an. Wenn die Leine dran ist, lässt du sie noch etwas weiter schlotzen. Dann sagst du "Fertig" und in dem Moment wird die Leberwurst-Tube entfernt und verschlossen.

    Mein Anlein-Ritual habe ich so aufgebaut. Welpe kommt eh gerade freudig auf mich zu. Ich rufe ihn freudig mit hoher Stimme. Ein Leckerli gibt's für's Ankommen. Dann sage ich ihm "Sitz!". Dafür gibt's das zweite Leckerchen. Dann leine ich an. Dafür gibt's das dritte Leckerchen. Dann gehen wir ein kleines Stück mit Leine, ca. 100 - 200m. Dann kommt die Leine direkt wieder ab. "Sitz!", Lecker, Ableinen, Freigabe. So lernt der Welpe einfach, dass unterwegs halt mal kurz die Leine dran kommt. Einfach so. Ohne das was ist. (Später leint man natürlich auch oft an, wenn es einen Anlass gibt. Sprich Jogger kommt entgegen, etc. Aber auch im Erwachsenenalter finde ich es wichtig, dass man zwischendurch auch einfach mal so anleint. Damit sich da keine Verhaltenskette einschleift.)

    Ich hab jetzt nur den Eingangspost gelesen... Zunächst wage ich es mal zu bezweifeln, dass dein Hund "absichtlich" nicht kommt. Dein Hund ist sehr jung und könnte mit dem, was du ihm schon abverlangst, einfach überfordert sein.

    Ein funktionierender Rückruf setzt voraus, dass der Hund (trotz u. U. massiver Ablenkung) ansprechbar ist und dass er (durch Erfahrung) gelernt hat, dass es für ihn immer die bessere Entscheidung ist, zu dir zu kommen. Weiterhin ist die Frage, wie das Anleinen ritualisiert wurde. Wenn dieses Ritual für den Hund irgendwie negativ belegt wurde (in Richtung: "So, jetzt ist der Spaß vorbei!"), dann ist es logisch, dass er versuchen wird, es zu vermeiden. Und dann kann der Rückruf nicht funktionieren.

    (Ich meine aus deiner Schilderung des Verhaltens deines Hundes, ein Meideverhalten zu erkennen.)

    D.h. du hast mehrere Punkte, an die du ran musst:

    • Ansprechbarkeit bei Ablenkung
    • Team Building
    • Anlein-Ritual neu aufbauen
    • Rückruf neu aufbauen (Erstmal ohne Anleinen!)

    Ich würde diese drei Dinge erstmal separat üben und am Ende dann zusammenfügen.

    Gehst du mit deinem Hund einer regelmäßigen Beschäftigung nach? Das würde den Lernprozess deines Hundes sicher gut unterstützen.

    Hallo,

    ich würde auf jeden Fall beim Veterinäramt Meldung machen. Unter Umständen ist es nicht die erste Meldung und zumindest nachfragen tun sie in der Regel. Hatte auch schon mal ein Gespräch mit einem Tierarzt vom Veterinäramt und er meinte, sie müssen dem nachgehen, wenn sich die Meldungen häufen. Das Finanzamt, weiß ich nicht, ob das da der richtige Ansprechpartner ist. Du weißt ja nicht, ob sie vielleicht doch ein Gewerbe angemeldet hat und (zumindest steuerlich) alles in Butter ist. Und das OA wird dich im Zweifelsfall ans Vetamt verweisen.

    Ich würde dem Hund eine ernsthafte, durchdachte und stringente Beschäftigung anbieten. Dann wird er im Alltag führiger. Ungezielte Bespaßung führt genau dazu… Dass der Hund total kirre und überreizt ist.