Steadiness und Frustrationstoleranz
Steadiness und Frustrationstoleranz sind (nach der Stubenreinheit) meiner Meinung nach die beiden wichtigsten Bereiche der Welpenerziehung. Ich möchte gerne einen erwachsenen Hund, der sich in allen Alltagssituationen ruhig und gelassen verhält; der auch kein Problem damit hat, mal "abgemeldet" zu sein, wenn ich etwas zu tun habe.
So, und dann kommt der kleine, acht Wochen alte Welpe und möchte erstmal ALLES und zwar JETZT!
Er möchte JETZT sein Futter, JETZT mit dem anderen Hund spielen, SOFORT aus dem Auto, usw. Puh!
Wo soll man denn da bitte anfangen? 
Ich habe mit der Steadiness begonnen beim Futterritual. Das ist zum Einen sehr praktisch, weil der Welpe ja noch vier- oder zumindest dreimal gefüttert wird, d.h. man wiederholt es sehr regelmäßig. Zum Anderen kann man sich da relativ sicher sein, dass der Welpe die richtige Verknüpfung herstellt: Ich verhalte mich ruhig --> Es gibt Futter. Ist diese Verknüpfung gemacht, kann man darauf sehr gut aufbauen.
Ich habe es konkret so gemacht, dass ich mit Newton gemeinsam zur "Futterstelle" gegangen bin. Ich habe dann das vorbereitete Futter im Napf (er bekam damals eingeweichtes TroFu) vom Fenstersims genommen und den Napf solange (ganz ruhig und ohne Kommandos) in der Hand gehalten, bis er von selbst aufgehört hat zu Fiepen und sich abgesetzt hat. Dann gab es ein kurzes, ruhiges "Fein." und dann hab ich ihm den Napf hingestellt. Als das immer besser klappte, habe ich das Ganze dann ausgebaut. Er musste dann einige Sekunden warten und durfte erst nach Freigabe ans Futter.
Und als das dann beim Futter in Fleisch und Blut übergegangen war, habe ich es dann auf andere Bereiche erweitert. Hierbei war die Grundregel immer: Newton bekommt erst das, was er will, wenn er sich absolut ruhig verhält. Fiepen, etc. durfte keinesfalls zum Erfolg führen! Nie!
Das führte dann dazu, dass ich einmal geschlagene 20 Minuten gebraucht habe, um ihn aus der Box zu holen... 
Rückschläge gab es in diesem Bereich bei uns kaum. Er hatte mal zu Beginn der Pubertät eine kurze Frustphase. Da bin ich dann einfach wieder sehr konsequent so vorgegangen wie zu Welpenzeiten.
Heute muss ich sagen, ist das der Bereich, der bei Newton echt total fail-safe ist. Es kommt kaum vor, dass er mal Frust äußert. Und wenn er es doch tut, meist zu recht. 
Beim nächsten Welpen würde ich da unbedingt wieder so vorgehen! Ich finde es einfach für einen entspannten Alltag sehr wichtig.