Ich fühle da echt mit dir! Ich habe wie gesagt Ähnliches durch mit meinem Labbi hier...
Bei ihm gibt es etliche Baustellen...
Ich möchte dir nochmals empfehlen: Versuche, es anders zu sehen! Das macht einen immensen Unterschied.
Was du da beschreibst, ist einfach ein ganz normaler Labbi, der leider in den falschen Händen war und jetzt einiges an Erziehungsarbeit aufzuarbeiten hat. Aber auch wenn er nicht in den falschen Händen gewesen wäre, hättet ihr vermutlich ganz Ähnliches durchlebt.
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Newton ist ja ausgebildeter Schulhund und da habe ich wirklich sehr viel Wert auf die Erziehung gelegt. Und zwar von Anfang an. Und TROTZDEM hatten wir solche Phasen. Wie gesagt Phasen, weil es bei uns immer recht schnell wieder im Griff war, weil ich eigentlich gute Grundsteine gelegt hatte in Welpentagen.
Was das an der Leine laufen angeht. Wir versuchen seit über 3 Monaten alles. Stehen bleiben, kehrt machen, blockieren.
Bei jedem spaziergang läuft das ganze wieder so ab...
Ich mag dir jetzt echt keine Angst machen. Aber drei Monate ist halt gar nix.
Newton hatte nochmal eine Phase, in der er mich richtig zur Weißglut brachte, da war er 2,5 Jahre alt... Da war ich kurz davor, wieder die Schleppleine auszupacken... Da funktionierte plötzlich gar nix mehr... Ist halt so. Labbis brauchen lange zum Erwachsen-Werden.
Trotzdem nochmal der Ratschlag: Eine Woche toujours (außer zum Lösen natürlich) an der kurzen (!) Leine. Es geht nur vorwärts, wenn er ordentlich neben dir ist. Sobald er einen Fehler macht, abbrechen, Ausgangsposition, warten, bis er wieder aufnahmefähig ist, nochmal. Viel mit Ansprache arbeiten, die kleinste Unaufmerksamkeit seinerseits korrigieren. Das Wichtigste ist, dass DU dabei ruhig und gelassen bist. Reg dich nicht auf, ärger dich nicht, sei nicht ungeduldig, es dauert solange wie es dauert. Und wenn ihr 500m weit kommt, dann ist es so.
Er hat absolut keine Beißhemmung beim spielen mit uns, er springt an den Leuten hoch, er jagd usw usf !!!
Es ist viel, sehr viel.
Wir arbeiten tagtäglich mit ihm. Manches bessert sich, manches nicht.
Ich kann es mir lebhaft vorstellen. Ich kenne solche Labbis. Leider die Mehrzahl, die hier rumläuft. Da haben die Besitzer resigniert und lassen sie halt machen bzw. füttern sie fett und dann legt sich das... 
Auch hier kann ich mich nur wiederholen: An der Impulskontrolle arbeiten. Er sieht was, das er jagen will, Leine blockieren, auf Umorientierung zu dir warten und dann belohnen. Jedes Mal. Keine Erfolge mehr! Das Verhalten ist hochgradig selbstbelohnend.
Wo wohnt ihr denn? Vielleicht kann euch jemand eine gute Hundeschule empfehlen. "Ich habe keine Ideen mehr." kann ja wohl nicht der Ernst dieser Trainerin sein... 