Beiträge von RafiLe1985

    Das finde ich z.B. einfach zu viel für einen halbjährigen Junghund (gesetzt den Fall, Newton ist keine Schlaftablette, die eine halbe Stunde Schlendern als Gassirunde hat).Die Energie, die der Kleine noch hat, könnte gut auch völlige Überdrehtheit sein.
    Ist doch auch bei Kindern oft so. Mein achtjähriger Sohn ist auch fit bis in die Puppen. Je später, desto energiegeladener, könnte man meinen. Geht er dann ins Bett, fallen ihm die Augen schon beim &Zähneputzen zu.

    Ich antworte jetzt mal stellvertretend für alle Beiträge in denen anklang, dass ich meinen Hund angeblich überfordere... Ist also jetzt nicht unbedingt ausschließlich auf diesen Beitrag bezogen.

    Newton ist als Welpe/Junghund sehr dosiert beschäftigt worden. Damals wurde ich auch haufenweise kritisiert, dass ich ihn zu wenig beschäftige... (Vermutlich genau von den Leuten, die jetzt meinen, ich überfordere Hunter...) Dennoch: Weil ich mit Newton da gute Erfahrungen gemacht hatte, hatte ich mir für Hunter ähnliches vorgenommen.

    Er kam mit gut 9 Wochen zu mir. Natürlich kam er auf Newtons Runden mit, wurde allerdings die meiste Zeit im Rucksack getragen. Zu Beginn der Runde durfte er mit Newton mitlaufen. Merkte ich, dass es müde wurde oder dass es ihm sonst irgendwie zu viel wurde, wurde er in den Rucksack gepackt. Darin saß er dann auch sehr ruhig und zufrieden und hat teilweise sogar darin geschlafen. Wurde er unruhig, durfte er wieder kurz raus und wurde dann eben wieder eingepackt, wenn es gut war. So kamen wir anfangs vielleicht pro Spaziergang auf zweimal 10 Minuten Aktivität. Freilauf, wohl gemerkt. Das haben wir drei, vier Wochen so praktiziert. Wobei die Aktivitätsintervalle natürlich langsam aber sicher länger wurden. Insgesamt dürften wir am Ende so bei zweimal 30 Minuten freier (!) Bewegung am Tag gewesen sein.

    Nach ca. 4 Wochen war er zu groß und zu schwer für den Rucksack. Fortan habe ich es so gehandhabt, dass er auf Newtons kleinere Runde am Morgen mitkommt und diese auch vollständig selbst läuft. Erneut hauptsächlich Freilauf, ca. 40 Minuten aber mit nur wenig zurückgelegter Strecke, da diese Runde für Newton als Löserunde gedacht ist. Die zweite Runde (Newtons größere Runde) sah dann so aus, dass Hunter sich kurz lösen durfte, dann ins Auto gepackt wurde und ich lief mit Newton alleine die zweite Runde.

    Dies wurde wieder einige Wochen so praktiziert bis ich merkte, dass Hunter drinnen immer unausgeglichener wurde. Obwohl ich ja eh schon wenig mit ihm machte. Morgens eine (aus seiner Sicht) etwas größere Löserunde; über den Tag verteilt jeweils nur sehr kurz raus zum Lösen; im Training (Mi und Sa) maximal zweimal drei bis fünf Anzeigen auf sehr kurze Distanz. Also habe ich eines Tages beschlossen, dass ich mal meine eigenen Ratschläge befolge und einfach mal etwas mehr mache. Und siehe da: Drinnen war wieder Ruhe. Natürlich bekaut er mal sein Tau, oder hat altersentsprechend auch mal Flausen im Kopf (Schuhe klauen, etc.), aber prinzipiell ist er nun zuhause wieder sehr ausgeglichen und ruht die allermeiste Zeit.

    Mittlerweile (mit fast sieben Monaten) läuft er nun beide Runden von Newton mit. Diese bewegen sich so zwischen 45 und 60 Minuten bei einer Strecke von etwa drei bis vier Kilometer. Auf diesen Runden passiert nichts, außer dass die Hunde ihren Interessen nachgehen dürfen. Außer Alltagsgehorsam (Rückruf, mal ein Sitz auf Entfernung, etc.) wenn er benötigt wird (vorbeifahrende Radler, etc.) wird da gar nichts von meiner Seite eingefordert. Sie dürfen schnuppern, rennen, baden, spielen, was sie wollen. Alles größtenteils im Freilauf. Und alles auf einer von vier bekannten Strecken.

    Klar absolviert Hunter jetzt so jetzt schon ein viel größeres Pensum als Newton in dem Alter, aber er ist halt auch ein ganz anderer Hund. Er wurde ja gerade wegen seines höheren Aktivitätslevels ausgesucht (ich hätte sicher auch die Schnarchnase des Wurfes haben können, wenn ich gewollt hätte). Außerdem ist von der Rasse bekannt, dass es sehr aktive, agile Hunde sind, die eine Aufgabe brauchen.

    Und ganz ehrlich: Ich tue mir sehr schwer zu verstehen, warum einem jungen Lebewesen freie Bewegung schaden soll, solange es diese vom Kopf her verarbeiten kann. Dass Hunter mal überdreht, kommt sehr selten vor und wenn es vor kommt, tut es das nicht an einem "normalen" Tag. Wir waren vor Kurzem das erste Mal im Zoogeschäft. Im Anschluss daran war ein bisschen drüber, aber ich denke, das ist verständlich.

    Wie gesagt, ich glaube, dass ich lange genug Hunde besitze um beurteilen zu können, wann mein Hund überdreht und wann ihm schlicht und ergreifend stinke langweilig ist.

    Ihr dürft jetzt gerne diesen Beitrag auseinander nehmen, von mir aus in der Luft zerreißen. Ein weiteres Statement dazu wird es nicht geben. Erstens, weil es hier gar nicht primär um Hunter gehen sollte sondern die allgemeine Fragestellung. (Die ich übrigens weiterhin mitverfolge, auch wenn ich bisher ungeplant weniger Zeit hatte mich zu beteiligen.) Und zweitens bin ich hier eigentlich niemandem Rechenschaft schuldig und da die allermeisten User weder mich noch Hunter persönlich kennen und in unserem Leben dabei sind, werde ich es auch weiterhin überlesen, wenn hier "geurteilt" wird.

    Ich würde den Vorfall abhaken. Du kannst es im Endeffekt nicht ändern.

    Dein Hund sollte lernen, dass jegliche Ressourcen prinzipiell dir gehören (egal ob zuhause oder auf dem freien Feld) von dir verwaltet werden. Und zwar egal ob da andere Hunde anwesend sind oder nicht.

    Wie klappt es denn sonst mit der Erziehung? Akzeptiert er Regeln, Grenzen und Verbote? Wie trittst du deinem Hund gegenüber? Freundlich aber bestimmt? Oder bist du selbst unsicher?

    Tauschgeschäfte halte ich für eine schlechte Taktik, aber das hast du ja bereits selbst erkannt. :)

    (Ich habe wahrlich zwei verfressene Hunde, die wirklich alles Essbare nehmen würden und der Kleine neigt gegenüber dem Großen auch zur Ressourcenverteidigung... Aber wenn ich da deutlich mache (auch non-verbal), dass ich ihnen jetzt das Ding da wegnehmen werde, lassen sie es teilweise schon von sich aus fallen.)

    danke für den Hinweis. Ich habe eigentlich sehr häufig gelesen und gehört, dass viele Rüdenbesitzer läufige Hündinnen meiden :???: In der hundeschule dürften läufige Hündinnen für diese Zeit gar nicht Teil nehmen :fear:
    Wie gesagt ich bin bereit an allem zu arbeiten. Leider weis man bei dem ersten Hund noch nicht alles und verlässt sich auf das was man hört und liest und klar man bildet sich ein eigenes Bild aber das meiden läufiger Hündinnen hat für mich irgendwie Sinn gemacht bezüglich des Stress den die Hunde dabei haben

    Ja, ich kenne diese Sicht der Dinge leider auch und finde sie grundlegend falsch. Aber ich bin generell einfach auch niemand, der eine Vermeidungsstrategie fahren würde. Und klar, beim ersten Hund ist man da oft dem ausgeliefert, was einem so erzählt wird. Beim nächsten Hund weißt du's besser.

    Aber wenn dein Rüde jetzt noch so jung ist, dass er erst in der Pubertät ist, ist ja noch nichts verloren. Wie gesagt, ich würde ihn da aber auf jeden Fall als bald ranführen.

    Was meinst du denn mit "Arbeit"? Also wirklich Arbeit im Sinne eines Diensthundes? Oder auch "simulierte Arbeit" durch Hundesport?

    Im Prinzip hatte ich eher Hundesport im Blick, aber natürlich kann man auch gerne zum Thema Diensthund schreiben.

    Meine Gebrauchshunde (btw: Der Springer zählt mWn nicht zu den Gebrauchshunderassen, sondern ich glaube mit Arbeitsprüfung zu den Arbeitshunderassen, wenn ich recht informiert bin) bekommen zwar auch schon jung die Grundlagen für den Sport später vermittelt, aber die haben auch immer wieder mal ne Woche auf zwei nichts zu tun, außer "Junghund sein" - sich benehmen lernen, spielen, Langeweile aushalten.

    Man baut das ja mit dem Welpen langsam auf (in der Regel) und je jünger er ist, desto weniger kann er ja. Daher glaube ich auch nicht, dass ein junger Hund überfordert ist, wenn man ihn direkt von Welpe an dafür ausbildet.

    Natürlich macht Hunter im Training keine große Suche mit drei Versteckpersonen auf 30.000 qm. Schlicht, weil er es noch gar nicht kann. Wir sind im Moment auf dem Stand, dass er mich sucht und relativ rasch bestätigt wird, wenn er schön Abstand hält. Dass da sein Pensum weniger ist, als das eines vollständig ausgebildeten Hundes, ist ja klar. Vielleicht habe ich in diesem Zusammenhang den Begriff "Arbeit" auch unglücklich gewählt.

    Trotzdem sollte jeder Hund mal langweiligere Perioden aushalten, ohne an die Decke zu gehen.

    Das ist wünschenswert und ich denke auch kein Problem, wenn der Hund sonst sinnvoll beschäftigt wird. Aber ich denke gerade an die vielen Hunde in den USA, die nicht Gassi gehen und den Großteil des Tages in Boxen gehalten werden. Und solche Beispiele gibt es eben in dieser Facebook-Gruppe leider zuhauf. :verzweifelt:

    Bei deinem Hund seh ich das anders, der ist noch zu jung und sollte vor allem lernen sich zurückzunehmen und erstmal halbwegs körperlich reifen, bevor ich mit "Arbeit" anfangen würde.

    Also, dass ich von Welpe an mit dem Training in der Rettungshundestaffel anfange, stand für mich außer Frage. (Ich vermeide das Wort "Arbeit" absichtlich, weil es offenbar missverständlich gewählt war.) Das hat mich die Erfahrung mit Newton einfach gelehrt. Und so, wie sich Hunter bisher im Training zeigt, fühle ich mich darin auch 100%ig bestätigt. Worin siehst du den Vorteil, erst mit einem erwachsenen Hund das Training zu beginnen?

    Und gerade beim Training lernt er auch sich zurückzunehmen. Es gibt eigentlich kein besseren Ort das zu lernen als dort. So hat er relativ schnell verstanden, dass er abgemeldet ist und zuschauen muss, wenn andere Hunde an der Reihe sind. (Mittlerweile ist er natürlich alt genug, dass er nach seinem Durchgang in die Box kommt, wie alle anderen.)

    Deine Frage war zwar an Züchter gerichtet, @Murmelchen hat ja auch entsprechend geantwortet, aber da hier im Forum nicht allzu viele Züchter anwesend sind dieser Rassen, nehme ich mal an, Du meinst die Besitzer von Arbeitshunderassen allgemein.

    Nein, nein, die Frage war nicht nur an Züchter gerichtet. Es können und sollen gerne alle beitragen.

    Ich habe einen LZ DSH mit 9 Monaten übernommen und er war in den ersten Monaten komplett überfordert worden, war dermaßen drüber, dass er nicht mal ne Beißhemmung kannte, Alltag völlig fremd, alles war schlimm (was sicherlich auch der Pupsertät geschuldet war )

    Das ist natürlich übel. Ich habe auch mal so einen Labbi getroffen, dem es ähnlich ging. Der war mit neun Monaten schon kastriert, weil er angeblich solche Probleme gemacht hat. Dabei musste er dreimal wöchentlich ins Dummytraining, täglich 10km joggen mit ihm und zwei große Gassi-Runden mit ihr. Der Hund war völlig durch und ein einziges Nervenbündel. Tat mir richtig leid. :verzweifelt:

    Ich habe jetzt nicht alles gelesen und mag los zum Gassi bevor es regnet. Deswegen nur kurz: Wenn der Rüde bisher die Anwesenheit von läufigen Hündinnen (durch eine Hundeschule, etc.) nicht kennt, halte ich das für ein großes Defizit und würde spätestens jetzt damit anfangen, ihn damit zu konfrontieren.

    Dass das jetzt ausgerechnet mit Weihnachten und den Feiertagen zusammenfällt, ist natürlich ungeschickt und ich würde ihm keinesfalls, direkt die volle Dröhnung (Besuch über mehrere Tage) zumuten. Aber mal für zwei, drei Stündchen zum gemeinsamen Abendessen... Da muss er durch!

    Meine Rüden kennen von Anfang an die Anwesenheit von läufigen Hündinnen und haben bisher und hatten auch niemals Probleme damit. In Zeiten in denen die "bedingungslose" Kastration (ein Glück) Geschichte ist, halte ich das für absolut notwendig für die Rüden, das möglichst früh kennenzulernen und zu verstehen, dass man neben läufigen Hündinnen durchaus auch arbeiten kann, wenn es sein muss.

    Hallo zusammen,

    seit ich Hunter habe, bin ich in einer Springer-spezifischen Facebook-Gruppe. Die Mitglieder dort sind hauptsächlich aus dem englisch-sprachigen Raum und teilen sich auf in zwei Lager: Die Briten, deren Springer (hauptsächlich Working-Type) jagdlich geführt werden und die Amerikaner, deren Springer reine Familienhunde sind und (in vielen Fällen) nicht einmal Gassi geführt werden (was in den USA aber generell üblich ist). Auf beiden Seiten gibt es natürlich Ausnahmen.

    Während die Briten stolz Fotos von ihren Jagderfolgen posten, kommen von den Amerikanern eigentlich fast nur süße Welpenbilder oder Hilferufe wegen den Verhaltensproblemen ihrer Hunde. Das jeweils andere Lager reagiert entsprechend heftig auf diese Posts. Die Amerikaner beschweren sich, dass die Jagderfolge der Briten derart grafisch (totes Wild) präsentiert werden; die Briten wiederum ärgern sich, dass ihre geliebte Rasse in Amerika zu Familienhunden "verkümmert" und nicht ausreichend gefordert wird. Man brauche sich so nicht zu wundern über die Verhaltensprobleme.

    Mein Hunter ist nun erst sechs Monate alt, aber ich merke schon sehr deutlich, dass er die Arbeit "braucht". Zum Einen, weil er während der Arbeit wahnsinnig viel Freude hat. Zum Anderen weil er wirklich sehr viel Energie hat. Im Alltag läuft er bereits Newtons normale Gassirunden mit; bei der Arbeit zeigt er bereits jetzt eine sehr gute Ausdauer. Während Newton (der ja auch einen Job hat und für einen SL-Labrador sehr temperamentvoll und bewegungsfreudig ist) nach unserem Tagesprogramm müde auf seinem Platz liegt, hat Hunter durchaus noch Energie um sich (altersentsprechend) mit diversen Dingen zu beschäftigen. Drinnen ist er aktiver als es Newton je war. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich würde NICHT zweimal die Woche mit ihm arbeiten, hätte ich hier sicher auch bald (spätestens im Erwachsenenalter) einen "Problemfall" mit Verhaltensauffälligkeiten.

    Von der Züchterin weiß ich, dass Brüder aus seinem Wurf nicht gearbeitet werden und es da bisher auch keine Probleme gibt. Wobei sie bei der Abgabe der Welpen schon ganz klar gesagt hat, welche Welpen aus dem Wurf gearbeitet werden MÜSSEN und welche nicht unbedingt.

    Nun meine Frage: Was meint ihr? Müssen Gebrauchshunde IMMER gearbeitet werden? Sind Verhaltensprobleme wirklich auf das Fehlen einer sinnvollen Beschäftigung zurückzuführen oder sind sie schlicht "Eigenheiten" der Hunde oder das Ergebnis mangelnder Erziehung? Falls ihr Züchter einer Gebrauchshunderasse seid: Würdet ihr eure Welpen auch in neue Zuhause geben in denen nicht mit ihnen gearbeitet werden soll?

    Ich bin gespannt auf eure Antworten und versuche mich solange mal an einer Gassirunde. Grippe... :ill:

    Eine Narkose ist eben doch nicht so ohne. Ich für meinen Teil habe einen riesigen Respekt vor diesem Narkose-Risiko. Sowohl bei meinen Hunden als auch bei mir selbst. Ich musste Anfang diesen Jahres für eine OP in Narkose und (ohne Spaß) habe vorher mehr oder minder mein Testament geschrieben...

    Wie kommst du denn darauf, dass das Mittel zu hoch dosiert war? Hat die Ärztin das gesagt? Ich würde auch das Mittel aufschreiben lassen und zusehen, dass das nicht mehr verwendet wird.