Das finde ich z.B. einfach zu viel für einen halbjährigen Junghund (gesetzt den Fall, Newton ist keine Schlaftablette, die eine halbe Stunde Schlendern als Gassirunde hat).Die Energie, die der Kleine noch hat, könnte gut auch völlige Überdrehtheit sein.
Ist doch auch bei Kindern oft so. Mein achtjähriger Sohn ist auch fit bis in die Puppen. Je später, desto energiegeladener, könnte man meinen. Geht er dann ins Bett, fallen ihm die Augen schon beim &Zähneputzen zu.
Ich antworte jetzt mal stellvertretend für alle Beiträge in denen anklang, dass ich meinen Hund angeblich überfordere... Ist also jetzt nicht unbedingt ausschließlich auf diesen Beitrag bezogen.
Newton ist als Welpe/Junghund sehr dosiert beschäftigt worden. Damals wurde ich auch haufenweise kritisiert, dass ich ihn zu wenig beschäftige... (Vermutlich genau von den Leuten, die jetzt meinen, ich überfordere Hunter...) Dennoch: Weil ich mit Newton da gute Erfahrungen gemacht hatte, hatte ich mir für Hunter ähnliches vorgenommen.
Er kam mit gut 9 Wochen zu mir. Natürlich kam er auf Newtons Runden mit, wurde allerdings die meiste Zeit im Rucksack getragen. Zu Beginn der Runde durfte er mit Newton mitlaufen. Merkte ich, dass es müde wurde oder dass es ihm sonst irgendwie zu viel wurde, wurde er in den Rucksack gepackt. Darin saß er dann auch sehr ruhig und zufrieden und hat teilweise sogar darin geschlafen. Wurde er unruhig, durfte er wieder kurz raus und wurde dann eben wieder eingepackt, wenn es gut war. So kamen wir anfangs vielleicht pro Spaziergang auf zweimal 10 Minuten Aktivität. Freilauf, wohl gemerkt. Das haben wir drei, vier Wochen so praktiziert. Wobei die Aktivitätsintervalle natürlich langsam aber sicher länger wurden. Insgesamt dürften wir am Ende so bei zweimal 30 Minuten freier (!) Bewegung am Tag gewesen sein.
Nach ca. 4 Wochen war er zu groß und zu schwer für den Rucksack. Fortan habe ich es so gehandhabt, dass er auf Newtons kleinere Runde am Morgen mitkommt und diese auch vollständig selbst läuft. Erneut hauptsächlich Freilauf, ca. 40 Minuten aber mit nur wenig zurückgelegter Strecke, da diese Runde für Newton als Löserunde gedacht ist. Die zweite Runde (Newtons größere Runde) sah dann so aus, dass Hunter sich kurz lösen durfte, dann ins Auto gepackt wurde und ich lief mit Newton alleine die zweite Runde.
Dies wurde wieder einige Wochen so praktiziert bis ich merkte, dass Hunter drinnen immer unausgeglichener wurde. Obwohl ich ja eh schon wenig mit ihm machte. Morgens eine (aus seiner Sicht) etwas größere Löserunde; über den Tag verteilt jeweils nur sehr kurz raus zum Lösen; im Training (Mi und Sa) maximal zweimal drei bis fünf Anzeigen auf sehr kurze Distanz. Also habe ich eines Tages beschlossen, dass ich mal meine eigenen Ratschläge befolge und einfach mal etwas mehr mache. Und siehe da: Drinnen war wieder Ruhe. Natürlich bekaut er mal sein Tau, oder hat altersentsprechend auch mal Flausen im Kopf (Schuhe klauen, etc.), aber prinzipiell ist er nun zuhause wieder sehr ausgeglichen und ruht die allermeiste Zeit.
Mittlerweile (mit fast sieben Monaten) läuft er nun beide Runden von Newton mit. Diese bewegen sich so zwischen 45 und 60 Minuten bei einer Strecke von etwa drei bis vier Kilometer. Auf diesen Runden passiert nichts, außer dass die Hunde ihren Interessen nachgehen dürfen. Außer Alltagsgehorsam (Rückruf, mal ein Sitz auf Entfernung, etc.) wenn er benötigt wird (vorbeifahrende Radler, etc.) wird da gar nichts von meiner Seite eingefordert. Sie dürfen schnuppern, rennen, baden, spielen, was sie wollen. Alles größtenteils im Freilauf. Und alles auf einer von vier bekannten Strecken.
Klar absolviert Hunter jetzt so jetzt schon ein viel größeres Pensum als Newton in dem Alter, aber er ist halt auch ein ganz anderer Hund. Er wurde ja gerade wegen seines höheren Aktivitätslevels ausgesucht (ich hätte sicher auch die Schnarchnase des Wurfes haben können, wenn ich gewollt hätte). Außerdem ist von der Rasse bekannt, dass es sehr aktive, agile Hunde sind, die eine Aufgabe brauchen.
Und ganz ehrlich: Ich tue mir sehr schwer zu verstehen, warum einem jungen Lebewesen freie Bewegung schaden soll, solange es diese vom Kopf her verarbeiten kann. Dass Hunter mal überdreht, kommt sehr selten vor und wenn es vor kommt, tut es das nicht an einem "normalen" Tag. Wir waren vor Kurzem das erste Mal im Zoogeschäft. Im Anschluss daran war ein bisschen drüber, aber ich denke, das ist verständlich.
Wie gesagt, ich glaube, dass ich lange genug Hunde besitze um beurteilen zu können, wann mein Hund überdreht und wann ihm schlicht und ergreifend stinke langweilig ist.
Ihr dürft jetzt gerne diesen Beitrag auseinander nehmen, von mir aus in der Luft zerreißen. Ein weiteres Statement dazu wird es nicht geben. Erstens, weil es hier gar nicht primär um Hunter gehen sollte sondern die allgemeine Fragestellung. (Die ich übrigens weiterhin mitverfolge, auch wenn ich bisher ungeplant weniger Zeit hatte mich zu beteiligen.) Und zweitens bin ich hier eigentlich niemandem Rechenschaft schuldig und da die allermeisten User weder mich noch Hunter persönlich kennen und in unserem Leben dabei sind, werde ich es auch weiterhin überlesen, wenn hier "geurteilt" wird.