Nochmal zu Artikel: Ich finde ihn wahnsinnig theoretisch und frage mich, wie viele Welpen die Dame wohl schon großgezogen hat?!
Jeden Tag Freilauf und regelmäßiges Spiel mit anderen Hunden, schön und gut. Wenn man die Möglichkeit dazu hat...
Leider präsentiert sie ihr Wissen auch als "absolute Wahrheit" und lässt keinen Spielraum für die individuellen Bedürfnisse unterschiedlicher Welpen. Zudem finde ich viele Aussagen sehr schwammig. Ich kann also einen Welpen jeden Tag mehrfach in den 4. Stock hoch- und runterlaufen lassen? Sie macht sich ja fast lustig darüber, dass Welpen über Treppen getragen werden...
Im Endeffekt wird es leider immer so bleiben: Aus unterschiedlichen Quellen erhält man unterschiedliche Informationen. In der Lage sein, diese Informationen zu bewerten und sich das gedanklich so zusammenzustellen, dass es für den eigenen Welpen passt, muss man dann selbst.
Wenn ich Newton erlaubt hätte, sich solange frei zu bewegen bis er "müde" ist, hätte ich heute hier wohl ein absolutes Nervenbündel sitzen. Newton wusste nämlich von sich aus nie, wann es genug ist. Bzw. auch wenn er nicht mehr kann, macht er halt mir zuliebe mit, auch wenn er vollkommen erschöpft ist. (Wir haben uns einmal bei einer Wanderung verlaufen... Das war das einzige Mal, das sowas vorkam...)
Oben kritisierte jemand von wegen "das erste Jahr komplett an der Schleppleine"... Ja, bei Newton ging es halt nicht anders... Seine Pubertät war so krass, dass er teilweise geistig derart abwesend war, dass da einfach eine Schleppleine als Sicherung hin musste... Er hat mich beim Spaziergang oft so ausgeblendet, dass ich ihn weder hätte rufen noch sonst irgendwie hätte beeinflussen können...
Hunter wiederum das krasse Gegenteil. Der hat sich halt mitten auf dem Spaziergang ins Gras gehauen, wenn er müde wurde, und wollte dann auch kein Stück mehr weiter. Also in den Rucksack gepackt und getragen. Eine Schleppleine kennt Hunter gar nicht. War nie nötig. Er ist jederzeit sehr gut ansprechbar und hört auch schon so passabel, dass ich ihn in den meisten Situationen ohne Probleme abrufen kann. In den Situationen in denen ich befürchte, dass die Ablenkung zu groß sein könnte, kommt er dann halt an die kurze Leine. Für die paar Meter geht das doch mal...
Was das Spiel mit anderen (fremden) Hunden betrifft... Da habe ich mit Newton definitiv einen Fehler gemacht. Zu jedem Rudelspaziergang gerannt, auf die Hundewiese, etc. pp. Ergebnis war, dass ich dann einen unsicheren Hund an der Grenze zur Leinenaggression hatte und das nur sehr aufwändig wieder wegzubekommen war... Bei manchen fremden Hunden ist Newton heute noch unsicher...
Bei Hunter habe ich es dann ganz anders gemacht. Zu fremden Hunden hat er gar keinen Kontakt. Mit Hunden die ich persönlich kenne und von denen ich weiß, dass sie in Ordnung sind, darf er sehr gerne interagieren. Und siehe da: Für sein Alter tritt er bereits sehr selbstbewusst auf und von Leinenaggression keine Spur.
Fazit: Man sollte immer SEINEN Welpen im Blick haben und Ratschläge, egal aus welcher Quelle, erstmal für sich hinterfragen und darüber nachdenken, ob das wirklich für den eigenen Welpen ratsam ist....