Beiträge von RafiLe1985

    @Getier

    Arbeitslinien sind in der Regel nicht auf Jagd. Das sind reine Sporthunde. Ich kenne bei den Retrievern eine einzige AL, die tatsächlich jagdlich eingesetzt wird. Alle anderen die ich kenne, die jagdlich geführt werden, sind aus klassischen Linien.

    Naja, ne Arbeitslinie kommt von 2h am Rad mitlaufen heim und wartet dann, was als nächstes im Angebot ist. Das wäre MIR deutlich too much.

    Einen Hund aus Arbeitslinie zu führen hat doch aber nichts mit "ich habe ja auch noch neben den Hunden ein Leben" zu tun. Ich sehe oft keine Vorteile bei den Show- und "Familienhund"-Zuchten. Im Gegenteil. Niemand, der ernsthaft einen Hund für die Arbeit sucht kann einen überdrehten, kopflosen Hund gebrauchen.

    Wer behauptet denn, dass Hunde der klassischen Linie überdreht und kopflos sind?

    Ich schaffe es einfach nicht viermal die Woche auf den Platz. Genauso wenig kann ich es mir leisten, jedes Wochenende auf einem WT zu sein. Weder zeitlich noch finanziell.

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    Hunter beim Training. Ja, das ist eine Leiter. Und ja, die läuft er alleine. Ich sichere nur oben, damit er nicht mit dem Bauch auf die Streben fällt, sollte er mal ausrutschen.

    Meine beiden Rassen gibt es als klassische Linie und als Arbeitslinie. Obwohl ich mit beiden Hunden arbeite, habe ich mich gezielt jeweils für die klassische Linie entschieden. 90% von dem, was man mit dem Hund hat, ist Alltag und nicht Arbeit. Und da wollte ich Hunde, die unkompliziert sind und die ich bedenkenlos freilaufen lassen und überall hin mitnehmen kann.

    Mein Labbi ist ja Schulhund und da wäre eine Arbeitslinie ohnehin nicht infrage gekommen für das Umfeld einer Schule. Mein Springer wird Flächen- und Trümmer-Suchhund. Da hätte ich durchaus auch einen Springer aus einer jagdlich geführten Linie oder sogar einen Working Springer nehmen können. Wollte ich aber wie gesagt nicht, weil ich neben den Hunden auch noch ein Leben habe. Und wie gesagt, mir ging es da auch um die Alltagstauglichkeit.

    Was die Arbeitsleistungen meiner beiden betrifft: Bei Newton habe ich da leider keinen Vergleich. Schulhunde gibt es ja leider nicht wie Sand am Meer. Und die meisten von ihnen werden wenn dann in Grundschulen eingesetzt. Hauptsächlich geht es da halt um Führbarkeit und Gehorsam. Impulskontrolle und hohe Reizschwelle sind absolute Voraussetzungen für diese Arbeit. Bei Hunter habe ich schon eher den Vergleich. Wobei er halt erst 10 Monate alt ist und damit noch im ersten Drittel seiner Ausbildung. Aber was er (vor allem in Trümmern) schon leistet, ist echt der absolute Oberhammer! Da gibt es erwachsene, erfahrene Hunde die dort teilweise mehr Schwierigkeiten haben. Auch in der Fläche sucht er für sein Alter schon sehr gut. Und dabei ist er aus einer reinen Familienhund-Zucht. In der gesamten Nachzucht ist wohl ein Hund, der Leichenspürhund ist. Sonst werden die Hunde eher auf Ausstellungen gezeigt.

    In unserer Staffel sind sehr viele Retriever, die meisten aus klassischen Linien. Eine einzige Hündin (GR) ist aus einer Arbeitslinie. Sie arbeitet wirklich genial, hat aber definitiv einen an der Waffel. Für den Alltag wäre das für mich nichts. Viel zu hibbelig, sprunghaft, ungeduldig, erträgt Frust schlecht.

    Für die Zukunft werde ich vermutlich auch bei klassischen Linien bleiben, sofern es überhaupt eine Wahl gibt.

    Wieso fühlst du dich denn so persönlich angegriffen, nur weil es Menschen gibt, die Standardlabbis nicht so feiern wie du? Du hast Dir als Zweithund ja jetzt auch was anderes geholt oder nicht?

    Die meisten Labbis, die ich kenne und dank meinem Job kenne ich unzählige, sind eher träge oder völlig überdreht im Hirn, distanzlos und haben nur Fressen im Hirn. Natürlich sind da aber einige dabei, die freudig Obe/Dummyarbeit machen und das sogar ganz gut. Aber viele Anmerkungen hier kann ich bestätigen, allerdings kommt es da sicher auch wieder viel auf Linien an etc pp.

    Ich kann mich nun nicht erinnern, dass ich mit dir jemals über die Gründe gesprochen habe, warum hier kein zweiter Labbi eingezogen ist... Wenn du die Entscheidungsfindung mitverfolgt hättest, wüsstest du, dass es überhaupt nicht die Gründe sind, die du hier unterstellst.

    Newton ist nun erst fünf und soweit möchte ich eigentlich gar nicht denken... Aber wenn er mal gegangen ist, wird hier immer wieder gerne ein zweiter Labrador einziehen!

    Und nein, ich fühle mich nicht persönlich angegriffen. Ich finde es nur wahnsinnig traurig, dass die Rasse die ich gern habe und liebe, hier so dermaßen (völlig zu Unrecht!) diffamiert wird!

    Bitte, liebe TE, wenn du einen Labrador willst, spreche mit seriösen Züchtern, die keine AL züchten und deren Labbis und deren Nachzuchten auch arbeiten. Du wirst dort ein vollkommen anderes Bild erhalten als es hier dargestellt wird.

    Noch ein weiterer Punkt. 90% des Tages mit Hund ist Alltag und nicht Arbeit. Und schon allein deswegen sollte man sich überlegen ob eine AL einziehen sollte!

    Als ich mich als Zweithund für den ESS entschieden hatte, habe ich mich mit einer Halterin getroffen, die einen erwachsenen ESS aus einer jagdlichen Zucht hat und die ihn auch als Suchhune führt. Wir haben uns zu einer Waldrunde getroffen. Und sie konnte keine einzige Minute unaufmerksam sein, wenn er abgeleint war. Keine einzige. Ein entspannter Spaziergang sieht für mich anders aus... Ein Springer aus einer jagdlichen Linie oder gar ein Working Springer war somit sofort von der Liste! Ich habe nun einen Springer aus einer absoluten Familienhund-Zucht. Die Züchterin zeigt ihre Hunde ausschließlich auf Ausstellungen. Keiner ihrer Hunde ist im Sport unterwegs. Und trotzdem arbeitet Hunter 1a! Er ist 10 Monate alt und ich ernte von Ausbildern, die jahrelang Erfahrung haben nur Lob. Und das sage ich nicht um anzugeben, sondern um zu zeigen, dass ein Hund aus einer klassischen Linie genauso gut arbeiten kann!

    Auch in der Staffel haben wir hauptsächlich Labbis und Goldies aus klassischen Linien. Und die arbeiten alle gut!

    Hier nicht.
    Kenne nur ein einziges Labbi Mädel, welches nicht unter Tonne fällt und sie ist AL. Ansonsten, nicht ein einziger schlanker Labbi oder Golden :ka: (und die letzte Zeit häufiger Golden, die sind zwar nicht zu dick, aber viel zu gross, kommt bewegungstechnisch in etwa aufs Gleiche raus, merkwürdiger Watschelgang). Wenn sie noch recht jung sind, ok, aber sobald sie sich dem ausgewachsenen nähern ...

    Aber das ist doch nicht Gott gegeben! Es gibt keinen Zwang, seinen Hund fett zu füttern nur weil er ein Labbi ist. Beim DRC muss zur Zuchtzulassung übrigens eine Arbeitsprüfung bestanden werden... Und dann zu behaupten, diese Hunde könnten nicht arbeiten... Ok...

    Dann lebt wohl die gesamte "krasse Minderheit" hier

    Muss wohl so sein.

    Ich weiß ja nicht wie weit Hannover von dir entfernt ist , die sind sehr aktiv und sehr nett.
    Bei einem Workingtest besteht der Großteil daraus zu warten bis man an der Reihe ist. Es stehen auch immer andere Zuschauer in der Gegend rum, irgendein Gespräch findet sich immer.

    @RafiLe1985, du hast aber schon gelesen dass die TS sich in den zwei Jahren informieren will und jetzt nicht einfach los zieht und aufgrund von einer Empfehlung hier einen AL Labbi holt? Und du hast auch gelesen dass sie sich in einer DRC BZG informieren möchte?

    Ja, habe ich. Wie gesagt, informieren allein reicht nicht. Bei einem WT sieht man das Endergebnis. Und da sieht man dann vor allem tolle, arbeitsfreudige, gehorsame, leichtführige Hunde. Wie viel Arbeit dahinter steckt, sieht man nicht. Und davon bekommt man nur durch Gespräche maximal einen kleinen Eindruck.

    Die klassische Linie kann genauso arbeiten. Labbis die jagdlich eingesetzt werden, stammen zum Beispiel nahezu ausschließlich aus klassischen Linien. AL sind eigentlich die reinen Sporthunde.

    Weil alle die ich kenne - wie schon mal geschrieben - auf Arbeiten kein Bock haben.Bzw. generell absolute Couchpotatoes sind und auch vom Körperbau her keine Hunde sind, die ich unbedingt so viel rennen lassen würde..

    Das ist absolut nicht die Regel und kann ich so überhaupt gar nicht bestätigen.

    Klar gibt es die fett gefütterten, vernachlässigten Klischee-Labratonnen. Aber das ist sicher die krasse Minderheit. Ich kenne nun wirklich viele Labbis und verfolge mehrere Zuchten und deren Nachzuchten, einfach aus Interesse. Da ist mir sowas nicht aufgefallen.