Naja, für Naivität und Gutgläubigkeit kann man Menschen, die in einem System aufgewachsen sind, das immer noch sehr auf Folgsamkeit und Disziplin ausgelegt ist, nur bedingt die Schuld geben. Irgendwie sind wir da teilweise in den 50er-Jahren stecken geblieben. In der Schule soll man idealerweise auch bitte heute noch sechsmal 45 Minuten in Reih und Glied sitzen und schön brav die Aufgaben erledigen, die der Lehrer vorgibt und bitte bloß nix hinterfragen... Was "von oben" kommt, wird schon stimmen. Selbst denken muss man nicht, denn das tun Andere für einen, die dafür besser qualifiziert sind. Man selbst steht nur am Fließband und ist ausführende Kraft. Wie in den 50ern eben.
Jeder, der solch ein Schindluder (wie illegalen Verkauf von "Wühltischwelpen") treibt, verlässt sich auf diese Prägung und findet auch immer wieder "Dumme", die darauf reinfallen.
Klar, heute gibt es das Internet. Aber auch damit muss man lernen umzugehen. Nicht jeder kann diese Informationsflut für sich richtig strukturieren und Quellen als seriös oder unseriös einstufen. Mischlinge seien gesünder, Rassehunde alle Produkte von Inzucht. Das kann nicht gesund sein. Zudem vollkommen überteuert. Ich will doch nicht Züchten. Da brauche ich keine Papiere. Wieso soll ich dann "nur" für die Papiere mehr Geld ausgeben? Ich will doch einfach nur einen netten Hund. (Ich denke ich muss das auch nicht weiter ausführen.)
Erst neulich wurde ich von Jemandem in Sachen Schulhund kontaktiert, die auch auf einen Vermehrer reingefallen waren. Studierte Leute. Das ist einfach eine Kombination aus Verkaufstalent seitens des Vermehrers und Fehlinformationen seitens des Käufers. Sich einen Hund anzuschaffen ist für Viele zudem auch ein eher emotionales Thema. Es geht um Lebewesen und nicht um ein Auto. Da sieht man vielleicht schon allein gar nicht den Bedarf, sich da umfassend zu informieren.
Und das wird jetzt alles der TE vorgehalten. Die eh schon am Boden zerstört ist und um ihren Welpen bangt. Es wurde um Erfahrungen gebeten. Um Erfahrungen! Und nicht um Belehrungen, Demütigungen, etc.
Für manche Beiträge kann man sich echt nur Fremdschämen. Da liegt jemand schon am Boden und es wird noch weiter drauf eingetreten. Klar, kann man sagen, dass das scheiße gelaufen ist und entsprechende Tipps geben, aber Jemanden nach Strich und Faden virtuell zu vermöbeln... Jemand, der eh schon leidet...
Manchmal frage ich mich, wie diese Leute sich verhalten würden, wenn das ganze face to face stattfände. Wenn die TE mit verheulten Augen vor Einem sitzen würde, und so ihr Leid klagen würde. Wenn man den kleinen, zerbrechlichen Welpen sehen würde, wie sein Leben am seidenen Faden hängt...
Ganz ehrlich, ich habe für mich beschlossen, wenn es bei meinen Hunden mal dem Ende zugeht... Das DF wird das erst mitbekommen, wenn die Urne wieder hier ist. Man leidet dann eh schon massiv und dann muss man sich nicht noch Vorwürfe von vollkommen fremden Leuten anhören... Und sich womöglich noch ein schlechtes Gewissen machen lassen... Nein, danke...