Im Juli 2018 ist zu Newton (Labrador, damals 4 Jahre alt) ein kleiner damals 9,5 Wochen alter English Springer Spaniel Welpe namens Hunter eingezogen. Grund für die Entscheidung war, dass ich mit dem Neuzugang Rettungshundearbeit anfangen wollte und weil ich für Newton einen Hundekumpel wollte. Newton hat sich immer schon gern anderen Hunden „angeschlossen“. Da wir aber immer seltener gut sozialisierte Hund antrafen, bestärkte das meine Entscheidung in Richtung Zweithund.
Bei der Rassewahl war mir wichtig, dass die Rassen ähnliche „Interessen“ haben und vom Wesen her ähnlich sind. Außerdem wollte ich eine Rasse, die eine Nummer kleiner ist als Newton. Hier hat man mir dann den ESS empfohlen. War eine top Idee. Passt wie Arsch auf Eimer. :) Ich denke, dass es auf jeden Fall einfacher ist, wenn die Rassen gut harmonieren.
Sonst groß verändert hat sich eigentlich nichts. Das stellt man sich definitiv anders vor, wenn man sonst immer nur einen Hund hatte. Ich habe mir den Umbruch zumindest sehr viel gravierender vorgestellt. Der Zeitaufwand erhöht sich etwas. Es braucht einfach etwas länger bis zwei Hunde zum Gassi startklar sind bzw. nach dem Gassi abgetrocknet sind. Zwei Hunde zu pflegen dauert länger als einen Hund zu pflegen. Bei mir kam durch das neue Hobby Rettungshundearbeit natürlich noch ein ganzer Batzen mehr dazu... Ca. 10h/Woche.
Dafür hatte ich aber deutlich weniger Erziehungsaufwand beim Zweithund. Durch den Ersthund gibt es ja schon eine gewisse Struktur und der Zweithund hat da super schnell rein gefunden weil er dem Ersthund einfach alles nachgemacht hat. Der komplette Alltagsgehorsam lief bei Hunter komplett nebenher. Ich hab nie explizit Rückruf geübt, z.B. Das hat er einfach so aus dem Alltag mitgenommen.
Newtons einzige negative Eigenschaft (Dinge fressen, die draußen so rumliegen) hat sich Hunter nicht abgeschaut, nein
Was sich natürlich auch erhöht, sind die Kosten. Und zwar nicht nur das Doppelte sondern (zumindest gefühlt) das Dreifache. Weil Hunter deutlich kleiner ist als Newton brauchte ich nochmal ne komplette neue Erstausstattung. Inkl. Doppelbox fürs Auto. Das schlägt schon massiv zu Buche. Zudem natürlich Impfung, Wurmkur, Zeckenprophylaxe, etc. alles mal Zwei. Sonstige Tierarzt-Besuche auch mal Zwei. Komischerweise kommt es bei uns zumindest immer geballt. Vielleicht einfach Pech. Newton wurde im November ein Adenom entfernt, Hunter bekam im Dezember einen Chip und wurde geröngt (für Zuchtverband), Zahnstein entfernt und Tollwut-Titer bestimmt. 1000€ auf nimmer Wiedersehen.
Das muss ich sagen, habe ich massiv unterschätzt. Ist jetzt in meinem Fall jetzt nicht so schlimm, weil ich sehr gut verdiene. Mir bleiben als Alleinstehende nach Abzug der Kosten für PKV und Wohnen ca. 2.300€ über. Aber das wäre auf jeden Fall ein Punkt den man überdenken sollte.