Beiträge von RafiLe1985

    Meine Erfahrung ist eher dahin gehend, dass es gerade dann knallt, wenn sich der Mensch einmischt.

    Kenne ich nur da, wo die Hunde sich dran gewöhnt haben, dass der Mensch nie irgendwie was zu sagen hat und dann mal meint, jetzt müsse er, weil's kurz vor Knall ist ... Die Hunde, die schon in der Ruhe souverän geführt werden, sind auch noch lenkbar, wenn es mal von der Erregung höher geht.

    Was heißt denn dran gewöhnt? Wenn ich draußen einen fremden Hund treffe, der sich nicht benehmen kann, weiß ich doch überhaupt gar nix über seinen Hintergrund zum Beispiel.

    Klassische Situation in der ich früher eingegriffen habe und es eigentlich immer eskaliert ist: Begegnung mit fremdem Rüden. Mein (älterer) Rüde desinteressiert. Möchte weitergehen. Der fremde Rüde macht einen auf dicke Hose. Prollt meinen Rüden an. Ich rufe meinen Rüden zu mir. Zack, geht der fremde Rüde drauf.

    Seither rufe ich bei solchen Begegnungen meinen Rüden nicht mehr ab und gehe einfach weiter. Klappt wunderbar. Bisher ist mir kein einziger fremder Rüde mehr auf meinen Rüden drauf gegangen. Weil mein Rüde das selbst so regeln kann, dass der Konflikt sich löst.

    RafiLe1985 dann macht mensch was falsch :)

    Wenn ein hund nicht mithalten kann physisch oder -wie hier-psychisch- und kein funktionierendes gruppenoberhaupt das tut ,bzw nur zwei hunde sind, dann muss mensch regeln. Sonst fängt ein hund an zu leiden und alle anderen an zu mobben. Unschön.

    Ja, denn der Mensch ist auch kein Hund.

    Meine Erfahrung ist eher dahin gehend, dass es gerade dann knallt, wenn sich der Mensch einmischt.

    Dann sollte man eher die Eignung des Menschen hinterfragen.

    Falsch, halbherzig oder zu spät eingegriffen, ja kann schief gehen, aber da liegt es dann nicht an der Methode sondern an der Unfähigkeit des Menschen.

    Und einen 13jährigen Chi, der körperlich einfach immer unterlegen sein wird, wenn ihm nicht gerade ein zweiter Chi gegenübersteht und der in diesem Fall auch von der psychischen Verfassung her im Nachteil ist, in so einer Situation allein zu lassen, damit die das unter sich aus machen, wäre schlicht unverantwortlich.

    Wenn es sich um einen alten, gebrechlichen Hund handelt, der körperlich nicht mehr dazu in der Lage ist oder auch ein jüngerer Hund, der aufgrund der Größenverhältnisse unterlegen ist, klar, greift man da ein. Aber konnte ich jetzt bei der TE so nicht rauslesen.

    Ich denke auch nicht, dass sich eure Hunde tatsächlich so gut verstehen, wie du meinst, RafiLe1985 .

    Dass einzelne so vehement reglementiert werden, dass sie in Gegenwart der anderen Hunde grade noch selber atmen dürfen, finde ich nicht besonders erstrebenswert.

    Die vier sind meinem Verständnis nach auch kein Rudel.

    Ja, du warst ja jetzt an Weihnachten die sechs Tage auch bei uns und hast das live mitbekommen, gell. Mein jüngerer Rüde hat diese Ordnung so akzeptiert und fügt sich bereits wunderbar ein, obwohl er jetzt noch nicht so oft dabei war, wie Newton z.B.. Er ist ja erst 2,5 Jahre alt und dass alle vier Hunde zuhause sind, kommt vielleicht zweimal im Jahr vor.

    Zum Problem würde es definitiv werden, wenn wir als Besitzer in dieser Ordnung rumpfuschen. Das verunsichert die Hunde. Wieso soll ich denn die Rudelchefin hinterfragen, wenn es absolut harmonisch läuft? Jeder weiß, was er zu tun hat und wie er sich zu verhalten hat, basta.

    Was ich abschließend dazu sagen will: Es gibt durchaus unterschiedliche Ansätze und nicht DEN einzigen, absolut richtigen Weg! Auch wenn es einige Forenmitglieder so verkaufen wollen.

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Hunden zuzutrauen, gewisse Dinge alleine auf die Kette zu bekommen. Und zwar so, dass es für alle Seiten zu einer zufriedenstellenden Lösung führt. Klar greift man ein, wenn man den Eindruck hat, dass der Hund Hilfe braucht. Aber solange mein Hund das nicht signalisiert, traue ich ihm zu, dass er seine Konflikte selbst regelt. Wobei das natürlich auch nur für einen souveränen Hund gilt, der angemessen kommuniziert.

    Wir haben hier bei der TE einfach nicht genug Einblick um da abschließend was zu raten. Und selbst ein Trainer, der eine Stunde kommt und sich das anschaut, wird nicht genug Einblick haben. Da muss man sich als Besitzer selbst das Gehirn verrenken und überlegen, wie es funktionieren kann.

    Joa, Hunde selber regeln lassen kann man machen, dann muss man aber eben damit leben können, wenn am Ende davon steht, dass man einen Dauerkonflikt hat, einem Hund ein Stück Ohr fehlt oder es sich so hochschaukelt, dass sie sich auf den Tod nicht ausstehen können. :roll:

    Wie gesagt, kann man machen, man darf halt dann nicht erwarten, dass am Ende ein harmonisches und respektvolles Miteinander steht.

    Meine Erfahrung ist eher dahin gehend, dass es gerade dann knallt, wenn sich der Mensch einmischt.

    Ich weiß nicht, warum jetzt alle auf dem miteinander spielen rumhacken. Jeder erfahrene Mehrhundehalter weiß, dass die allermeisten erwachsenen Hunde nur selten miteinander spielen. Die TE hat diese Erfahrung halt noch nicht gemacht.

    Es geht doch auch gar nicht ums Spielen. Interaktion, Zusammen sein, etc. ist doch mehr als Spielen.

    Als Hunter hier mit 9,5 Wochen als Welpe einzog, hat ihm Newton alles gezeigt/vorgemacht. Wie unser Alltag abläuft, welcher Knigge beim Gassi gehen einzuhalten ist, welches Verhalten akzeptabel ist, welches nicht. Alltagsgehorsam. Ich kann mich zum Beispiel nicht erinnern, dass ich mit Hunter jemals den Rückruf explizit trainiert hätte. Das ging einfach so nebenbei und funktioniert heute tatsächlich bei Hunter zuverlässiger als bei Newton.

    Mittlerweile ist Hunter erwachsen und die Beiden sind nun einfach ebenbürtige Weggefährten. Sie machen zusammen die Gassi-Strecke "unsicher", liegen zusammen im Körbchen, gelegentlich gibt's mal ein Rennspiel, leisten sich im Alltag einfach Gesellschaft. Einfach toll, die Beiden zusammen zu sehen. :herzen1:

    Huhu, ich fühle mich zurückversetzt. Mir ging es mit Newton ganz genauso wie dir mit deiner Hündin. Wir hatten hier ein paar wenige bekannte Hunde, die wir leider nur selten trafen und mit denen die Interaktion aber richtig toll lief. Mit fremden Hunden lief es leider fast nie gut und so habe ich es immer mehr vermieden, Newton mit fremden Hunden "spielen" zu lassen. Als Newton 4 Jahre alt war, zog dann Hunter ein und es passt wie Arsch auf Eimer. :) Die Beiden sind ein richtiges Dreamteam und ich würde nie mehr nur einen Hund einzeln halten wollen. Zumindest nicht dauerhaft.

    Die Regel, dass man sich einen Zweithund nie für den Ersthund anschaffen soll, kenne ich nicht. Wo steht das? Manchen Hunden tut ein Hundekumpel sehr gut und ist ein echter Gewinn an Lebensqualität. Bei Newton habe ich auf jeden Fall absolut den Eindruck.

    Ich bin eher von der Fraktion, dass die Hunde das unter sich ausmachen sollen. Wenn wir alle zuhause sind, sind es auch vier Hunde, von denen nur zwei (nämlich meine Beiden) dauerhaft zusammenleben. Wir haben da nie groß "eingegriffen". Das hat sich alles selbst so gefügt, wie es jetzt ist und es läuft super gut. Die Hündin meiner Schwester, ist die Rudelchefin. Die Hündin meiner Eltern ihre rechte Hand. Meinem älteren Rüden werden von den Damen ab und an gewissen Privilegien gestattet, wie z.B. Schlafen auf dem Sofa. Mein jüngerer Rüde hat gar nichts zu melden und kann froh sein, wenn er ohne Erlaubnis atmen darf. ;)

    Ich bin der Meinung, dass Hunde sich untereinander viel besser verständlich machen können als Menschen gegenüber dem Hund. Und wenn man einem 13-jährigen Hund nicht zutraut, dass er einen sehr viel jüngeren Hund in die Schranken weisen kann, dann glaubt er es unter Umständen irgendwann. Und dann wird man immer das Problem haben.

    Wie fit ist denn euer Picasso noch körperlich? Wäre er noch fit genug um sie zurecht zuweisen? Vielleicht genießt er auch die Aufmerksamkeit der Dame ein bisschen und in diesem Moment

    Bevor ich jedenfalls reagieren konnte, ist Picasso auf sie losgegangen und hat ihr anscheinend seine Meinung gegeigt. Er hat nicht geknappt oder gebissen, sondern hat sich laut knurrend auf sie gestürzt..

    war es ihm dann einfach zu doll? Wie hat die Kleine denn auf diese Ansage reagiert? Hat sie aufgehört oder munter weiter gemacht?

    Erfahrungsgemäß braucht es bei den ersten paar Besuchen ein paar Stunden Zeit, bis sich alles wieder eingespielt hat und dann geht es zum Alltag über. Ich würde den Hunden die Zeit einfach geben.

    Weil ich an vielen Stellen gelesen habe, dass große Hunderassen im Allgemeinen und Labradore im Besonderen als Welpe überhaupt keine und als erwachsene Hunde möglichst wenig Treppen steigen sollen...

    Es ist zweimal am Tag eine Treppe... Du rennst ja nicht fünfmal am Tag in den vierten Stock!

    Ich würde auch den Welpen schon die Treppe probieren lassen. Sie soll ja lernen, die Treppe ruhig und konzentriert zu laufen. Erst hoch üben und dann runter.

    Sehe da kein Problem. (Aber bin da vielleicht auch eher schmerzfrei weil ich meinen Zweithund in Trümmern ausbilde. Wenn ich da schon Treppen problematisch fände, könnte ich da direkt einpacken...)

    Meine Hunde schlafen auch bei mir im Schlafzimmer. Genau aus dem Grund: Dass ich es mit bekomme, wenn irgendwas ist. So kann man schnell reagieren und Abhilfe schaffen.

    Natürlich können es so banale Sachen sein wie Durchfall. Es kann aber auch mal ein ernstes gesundheitliches Problem sein. Meine Eltern haben ihre Hündin mal halb tot in der Küche vorgefunden am Morgen. Akute Pankreatitis. Wenn es kein Wochentag gewesen wäre und meine Eltern deshalb nicht um 5 Uhr aufgestanden wären, wäre jede Hilfe zu spät gekommen... Um 8 Uhr wäre sie tot gewesen.

    Seither schläft bei uns kein Hund mehr alleine! Und schon gar nicht auf einem anderen Stockwerk alleine. Da bekommt man es überhaupt nicht mit, wenn etwas mit dem Hund ist.

    RafiLe1985, kannst Du ein bisschen von Deinem Springer erzählen? Wie ist er so im Alltag?

    Mein Springer ist ein sehr temperamentvoller, bewegungs- und arbeitsfreudiger Hund und läuft im Alltag einfach super easy und unkompliziert mit. Ich mache mit ihm Rettungshundearbeit (Fläche und Trümmer). Er macht das super und ist mit seinen gerade einmal 2,5 Jahren quasi prüfungsreif (trotz Corona-Trainingspausen im Frühjahr und jetzt). Er ist sehr gehorsam und möchte gefallen. Er kann eigentlich überall frei laufen. Das einzige Thema das ich mit ihm habe ist seine Anhänglichkeit. Also Alleine bleiben ist jetzt nicht seine Parade-Disziplin... Aber in der Regel bleibt er vier bis maximal sechs Stunden gut alleine. Ansonsten muss er halt frisiert werden alle sechs Wochen, was wiederum nicht gerade meine Lieblingsaufgabe ist... Aber trotzdem: Ich bin sehr froh, mich für diese Rasse entschieden zu haben.