Beiträge von RafiLe1985

    Hallo Zusammen,

    heute mal ein "seichtes Thema" zum langen Wochenende. Mich würde mal interessieren ob eure Hunde mit euch kuscheln und dieses auch sichtbar genießen. Also wirklich eng bei euch, oder sogar auf euch liegen, und in den Schlaf gekrault werden.

    In diesem Zusammenhang interessiert mich:

    • Welche Rasse hat euer Hund?
    • Habt ihr den Hund seitdem er ein Welpe ist?
    • Hat euer Hund schon immer mit euch gekuschelt, oder hat sich hier mit dem Alter etwas verändert?
    • Sind eure Hunde immer zum Kuscheln bereit, oder nur in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Tageszeiten?

    Newton, Labrador, 7 Jahre alt. Gekuschelt wird nur morgens und abends. Tagsüber will er seine Ruhe. Ich habe den Eindruck dass er mit zunehmendem Alter kuscheliger wird.

    Hunter, English Springer Spaniel, 3 Jahre alt. Er kommt eher tagsüber mal an zum Kuscheln. Abends/nachts möchte er das nicht. Bisher konnte ich bei ihm nicht feststellen, dass es eine Veränderung im Kuschelverhalten gab.

    Mit Newton habe ich mich mega wegen der Leinenführigkeit gestresst. Das hat weder mir noch meinem Hund noch uns als Team gut getan. Mit Hunter habe ich das anders gemacht. Geschirr an und los geht’s. Konkret haben wir nie Leinenführigkeit trainiert. Trotzdem läuft er heute sehr gut an der Leine wenn es nötig ist. (Meine Hunde laufen mind. 80% im Freilauf.)

    Hallo,

    Man muss immer damit rechnen, dass im Leben unvorhersehbare und unvorhergesehene Änderungen geben wird. Wichtig ist es, dass man bereit dazu ist, sein Leben ggf. so anzupassen, dass es für den Hund akzeptabel ist.

    Die Tatsache, dass ihr wieder ins Büro müsst, ist nicht das Problem. Ich denke bis sechs Stunden alleine zu sein, kann man einem erwachsenen Hund durchaus zumuten. Zum Problem wird es erst, wenn ihr weit über diese Zeitspanne hinaus weg seid und der Hund acht, neun oder sogar zehn Stunden sich selbst überlassen wird.

    Ich habe den gesamten Thread gerade förmlich verschlungen. Ich habe vor Kurzem einen Jäger mit einem DD-Pärchen getroffen und fand beide Hunde richtig cool. Sie lagen bei geöffneter Klappe im Kofferraum und haben einfach in der Weltgeschichte rum geschaut. An meinen Hunden waren sie null interessiert. Ich musst dann erst einmal fragen, was das überhaupt für eine Rasse ist...

    Der Jäger hat von der Rasse geschwärmt. Er hatte immer schon DD und würde auch nur DD nehmen. Sie seien robuste Allrounder, arbeitswillig mit viel Trieb, sehr wesensstark, eher ruhig und entspannt aber mit viel Energie und Bewegungsfreude. Loyal, freundlich zum Menschen, verträglich mit Artgenossen. Es braucht aber wohl definitiv einen Hundeführer, der "weiß was er tut" und bereits Erfahrung in der Ausbildung von Hunden hat. Ansonsten sind sie vom Fell her wohl recht pflegeleicht. Ins Wasser gehen sie auch gerne. Mit Kleintieren (auch Katzen) muss man aber aufpassen... Generell von der Wildschärfe wohl auch in der "oberen Kategorie", was immer das heißt.

    Also für mich hat sich das jetzt echt toll angehört. Ist jetzt zwar noch ne ganze Weile hin bin zum nächsten Welpen... Aber im Hinterkopf behalte ich die Rasse auf jeden Fall.


    Kurze Anmerkung noch hierzu:

    Pudelpointer kenne ich leider keinen.

    Eine Freundin von mir führt einen Pudelpointer, ein echt toller Kerl! Wenn du möchtest, stelle ich gerne Kontakt her.

    Ein Labrador, der echte Papiere vom LCD oder vom DRC hat, darf gar nicht außerhalb dieser Vereine zur Zucht eingesetzt werden.

    Nur mal dazu:

    Auf welcher Grundlage will der LCD/DRC das verbieten? Zuchttiere sind mWn was anderes (also Hunde mit ZZL). Aber kein Verein kann mir verbieten, einen Hund mit Papieren des des RZV zu kaufen und den dann ausserhalb des Vereins einzusetzen.

    Sorry, das war ein Missverständnis. Ich meinte das so, wie du sagst. Ein Hund, der eine ZZL im LCD oder DRC hat, darf nicht außerhalb des Vereins zur Zucht eingesetzt werden.

    War ein Denkfehler meinerseits. Im LCD/DRC ist eine ZZL natürlich die Grundvoraussetzung, dass man überhaupt züchten darf. Das muss in anderen "Zucht"-Vereinen ja nicht unbedingt der Fall sein.

    Hallo,

    ich habe mir nochmal deinen Eingangspost hergenommen und mir einige Stellen herausgegriffen.

    Ich bin angehender Ersthundebesitzer, und meine Entscheidung ist auf einen Labrador gefallen - ich habe mich sofort verliebt.

    Naja, das ist ein bisschen dünn. Ich habe mich auch schon in viele Rassen verliebt. Das heißt noch lange nicht, dass man diese Rassen halten sollte oder dass man ihnen ein angemessenes Zuhause bieten könnte. Wenn es nach der "Liebe" ginge, hätte ich hier einen Rhodesian Ridgeback, einen Großen Schweizer Sennenhund oder einen Rottweiler...

    Für mich wäre hier der erste Schritt, die Rassewahl nochmal kritisch zu hinterfragen. Warum soll es ein Labrador sein? Wieso würde der Labrador gut in deinen Alltag passen? Welche Art von Beschäftigung stellst du dir generell mit deinem zukünftigen Hund vor? Hätte ein Labrador daran Freude?

    Nun stellt sich natürlich auch die Frage - von wo?

    Nein, die Frage stellt sich nicht. Es gibt Labbis vom Labrador Club Deutschland (LCD) oder vom Deutschen Retriever Club (DRC).

    Problem dabei ist einfach, dass entweder die Anfrage wirklich enorm ist, oder die Züchter nicht an Ersthundebesitzer abgeben wollen, da sie erwarten, dass der Hund spezifisch ausgebildet wird (was ich auch verstehen kann, wenn es sich um eine reine Arbeitslinie handelt).

    Ich finde diesen Einwand von dir ein bisschen komisch... Labbis sind nun einmal Jagd- und Apportierhunde. Da ist es doch völlig legitim, wenn ein Züchter sich vorstellt, dass seine Welpen im jeweiligen neuen Zuhause entsprechend beschäftigt werden. Was findest du daran verwerflich?

    Auch an dieser Stelle würde ich deine Rassewahl nochmals kritisch hinterfragen: Wieso möchtest du einen Labrador wenn du nicht gewillt bist, ihn rassegerecht zu beschäftigen?

    Natürlich muss man dort besonders aufpassen, nicht an einen "Vermehrer" zu geraten

    Alle "Züchter", die nicht unter dem VdH züchten, sind Vermehrer. Wenn man das weiß, muss man nicht "besonders aufpassen".

    Mir persönlich sind Papiere nicht wichtig, sondern eher dass der Hund gut aufwächst. Papiere für die Eltern finde ich jedoch schon relativ wichtig, damit man sicher sein kann dass es sich nicht um eine Kreuzung handelt, oder schon gekreuzte Tiere für die Zucht benutzt wurden.

    Ein Labrador, der echte Papiere vom LCD oder vom DRC hat, darf gar nicht außerhalb dieser Vereine zur Zucht eingesetzt werden. Ein ERV-Züchter kann seine "Papiere" vermutlich selbst daheim ausdrucken. Insofern bieten "Papiere" vom ERV keinerlei Sicherheit, dass der Hund reinrassig ist.

    "HD: A/A

    Das würde mich schon einmal stutzig machen. Diese Kategorie gibt es nämlich gar nicht. Es gibt A1 oder A2. Mein Labrador Newton hat zum Beispiel HD-A2/A2. Was soll denn bitte nur A heißen?

    Foxred scheint ja auch keine offiziell anerkannte Farbe zu sein (wobei mir persönlich die Farbe nicht so wichtig wäre).

    Foxred ist einfach ein dunkleres Gelb und damit anerkannt.

    Mein Bauchgefühl ist dennoch definitiv positiv, und auch eine erste Kontaktaufnahme war sehr sympathisch und professionell (so wie ich das beurteilen kann).

    Naja, warte mal bis du anfängst, die ersten kritischen Fragen zu stellen... Dann werden die Leute ganz schnell ganz unfreundlich werden. Vermute ich zumindest mal.


    Generell kann ich nur davon abraten, einen Labbi außerhalb des LCD oder des DRC zu kaufen. Gerade der Labrador ist echt in Mode. Und mit der Rasse wird eh so viel Schindluder getrieben. Das würde ich nicht unterstützen wollen.

    Mal von Kollegin zu Kollegin: Willst du das wirklich so öffentlich im Internet stehen lassen? Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen... Das wirft ein denkbar schlechtes Bild auf dich...

    Wenn das wirklich so ablief... Dann ist das sicher nicht der Anwesenheit des Hundes geschuldet! Das ist schlicht und ergreifend fehlendes Classroom Management, wie man es Neudeutsch nennt.

    Bei mir lief keine einzige Stunde so ab. Keine einzige. Im Gegenteil. Die Kids haben sich immer vorbildlich verhalten und die Anwesenheit von Newton hat stark zu einer konzentrierteren und ruhigeren Arbeitsatmosphäre beigetragen. Disziplinprobleme gab es in den Schulhundklassen keine (und das an einer BBS!) und die Schüler pflegten ein deutlich freundlicheren und wertschätzenden Umgang untereinander als in Nicht-Schulhundklassen.

    Hallo zusammen,

    ich melde mich auch nochmals zu Wort. Ich wundere mich doch etwas über den arg kritischen Tenor hier und kann das auch nur bedingt nachvollziehen... Aber der Reihe nach:

    Eine bestandene BH ist sicher ein argumentativer Pluspunkt, aber es ist keine Vorbereitung oder Überprüfung für das, was der Hund im Schulalltag leisten muß.

    Die BH soll ja auch nicht auf die Aufgabe als Schulhund vorbereiten. Die BH dient einzig und allein dafür, festzustellen, dass sich der Hund prinzipiell für den Job eignet. Die Ausbildung als Schulhund erfolgt dann im Anschluss. Mit einem Flat (sofern er im DRC gezogen wurde) würde ich aber auf jeden Fall den vom DRC angebotenen Wesenstest vorziehen!

    Eine Besuchshundeausbildung setzt voraus, daß man sich für den Besuchshundedienst fest verpflichtet. Die Ausbildung kostet Geld, und man möchte mit gutem Grund verhindern, daß Leute sich das für private Zwecke abgreifen und anschließend doch nicht zur Verfügung stehen.

    Schulhund + Besuchshund wäre aber zuviel für den Hund, weil es doch sehr in dieselbe Richtung geht. Dann lieber ein aktiver Ausgleichssport zusätzlich zum "Lieb&Brav sein".

    Dazu hat hier auch keiner geraten, diese Ausbildung für seine privaten Zwecke abzugreifen. Natürlich ist das mit ehrenamtlichen Engagement verbunden. Aber da hat man lediglich einmal die Woche Dienstabend/Training und geht einmal im Monat am Sonntag in ein Seniorenstift und lässt den Hund streicheln. Das kombiniert sich super mit der Tätigkeit als Schulhund. Über die Aussage, dass Beides für den Hund zu viel wäre, wundere ich mich doch stark... (Alle unsere Rettungshunde sind Besuchshunde, zum Beispiel. Und ich wage zu behaupten, dass Rettungshundearbeit für den Hund wesentlich fordernder ist als die Tätigkeit als Schulhund.)

    Ist ein Wesenstest denn gesetzlich vorgeschrieben?

    Nein, ist er nicht. Aber schon allein für den Züchter zur Nachzuchtkontrolle würde ich den Wesenstest ablegen.

    Würde meine Tiere wirklich nur gezielt einsetzen und nicht pauschal mitbringen.

    Das möchte ich nochmals betonen. Gezielt in einer, maximal zwei Klassen. Newton hatte ein Jahr lang mal drei Klassen. Das war zu viel.

    Aber, wie hier schon angeklungen ist, was hat der Hund vom Job?

    Das kommt doch sehr auf den Hund an. Newton ist bis er ca. 5 Jahre alt war in seinem Job voll aufgegangen. Er ging super gern in die Schule und war immer freudig dabei. Das verändert sich dann aber zunehmend, so dass ich ihn dann immer seltener mitgenommen und schließlich auch ganz rausgenommen habe. Da muss man halt seinen Hund gut im Blick haben und immer wieder hinterfragen, wo der Mehrwert für den Hund ist.

    Bei Newton hing es sehr stark mit dem Einzug von Hunter zusammen. Ab diesem Zeitpunkt war in seinem Alltag einfach mehr Action. (Obwohl ich schon vor Hunter mit ihm sehr aktiv war.) Damit war er dann glaube ich einfach so "bedient", dass er keine Kapazitäten mehr für seine Tätigkeit als Schulhund hatte.

    Für eine anständige Zertifizierung würde ich über eine isaat oder esaat ausgewiesene Ausbildung für Pädagogik-Begleithunde gehen.

    Ich hatte auch mal eine solche zertifizierte Ausbildung angefangen und kann nur abraten. Es steht im Endeffekt immer eine Hundeschule dahinter, die auch (wenn nicht vor allem) ein finanzielles Interesse hat. Das zweiwöchige Seminar hat eine ganze Stange Geld gekostet (1.400€, heute deutlich mehr) und ließ teilweise echt zu wünschen übrig. Der theoretische Input war in der Regel gut und interessant, aber ging nur wenig in Richtung Schule. Die Praxisteile... Naja... Da reden wir mal lieber nicht drüber.

    Außerdem über rechtliche Vorgaben und Erlaubnis mit der Schulleitung austauschen und sich da schriftlich absichern lassen.

    Absolut. Alles schriftlich absichern lassen. Es kann ja zum Beispiel nicht sein, dass du deinen Hund aufwändig ausbildest und dann reicht ein böser Brief eines Elternteils und die Schulleitung entzieht dir die Erlaubnis... Und aller Aufwand war umsonst.

    Eine Hundehalterhaftpflicht reicht ebenso nicht aus, wenn du den Hund als "Arbeitsmittel" benutzt und ihn im Arbeitskontext einsetzt.

    In der Regel ist der Schulhund über das Land abgesichert. Wenn der Hund also beispielsweise die Schultasche eines Schülers annagt, springt der Dienstherr ein. Denn wie du sagst, der Hund ist ja ein Arbeitsmittel. Und das ist übers Land versichert.

    Ist ihr Ersthund und sie könnte sich keinen Hund halten, wenn sie ihn nicht in die Schule mitnehmen könnte, da Vollzeit, alleinstehend und 40 km zum Pendeln.

    Naja, so sollte man es halt dann nicht machen... Den Hund immer und jeden Tag dabei zu haben, halte ich auch für zu viel des Guten.


    Zusammenfassend würde ich sagen, dass ein Schulhund schon eine tolle Sache ist, wenn der Hund Lust darauf hat, man überlegt ran geht und den Hund gezielt einsetzt. Ich könnte mir auch vorstellen, das wieder zu machen, wenn ich zufällig einen Hund habe, der das anbietet.

    Newton ist wie gesagt sporadisch (einmal in drei Monaten) dabei und hat dann auch Freude dran. Hunter war dieses Jahr auch schon ein paar Mal mit in der Schule. Seine "Einsätze" waren aber kurz, max. 15 Minuten. Das hat er sehr genossen. Für den Einsatz im Klassenzimmer wäre er aber zu reizoffen. Das ist nix für ihn.