Ich habe selbst einen Hund, der oftmals sehr anstrengend war und ist. Der viel meldet, aggressiv sein kann, auf kleinste Gesten und Geräusche reagiert und zur Hyperaktivität neigt.
Das ist anstrengend wie Hölle. So oft kann und will man nicht mehr. Man möchte heulen, schreien und am liebsten alles hinschmeißen. Ich bin ein recht impulsiver Mensch und weiß, wie schwer es ist, diese Launen dann nicht am Hund auszulassen. Wenn es Dir auch so geht, kann ich Dir den Tipp geben, den Hund z.B. beim Spaziergang irgendwo fest zu machen, einige Schritte weit weg zu gehen und entweder sehr sehr tief durch zu atmen oder alternativ gegen einen Baum zu treten. Alles, wirklich alles, ist besser, als das direkt am Hund auszulassen. Das ist so wichtig. So sehr wichtig... Dein Hund darf mit Dir nur positive Erfahrungen machen. Du musst sein Fels in der Brandung sein. Keim schimpfen, kein böse sein...
Alles was der Hund tut, macht er weder mit Absicht, noch um Dich zu ärgern. Natürlich weiß man das in der Theorie, aber man muss es sich immer und immer wieder sagen.
Ebenfalls empfehlenswert:
Mache eine Liste. Auf die eine Seite schreibst Du Sachen, die gut klappen, auf die andere Seite die Sachen, an denen ihr noch arbeiten müsst. Jeden Monat erneuerst Du diese Liste (und behälst die alten natürlich) und siehst so auch in schwierigen Zeiten, welche Fortschritte ihr schon gemacht habt.
Weiterhin sehr hilfreich:
Ein Trainingstagebuch.
Schreib ALLES auf! Wetter, Futter, Hundebegegnungen, Kotabsatz, besondere Vorfälle, Besuch, Geräusche etc. pp. und wie der Hund drauf reagiert hat. So erkennt man oft Zusammenhänge, die einem sonst verborgen bleiben.
Es wurde schon oft geschrieben, aber ich betone es nochmals: Du machst zu viel mit deinem Hund! Er wird noch lange brauchen, bis er angekommen ist. Whiskey hat dafür 3-4 Monate gebraucht und der hatte nicht mal annährend so eine beschissene Vorgeschichte wie dein Hund.
Ich bin mit Whiskey irgendwann 3x am Tag dieselbe 10 Minuten STRECKE(!! nicht Runde, also hin und zurück) gegangen. Habe jedes ruhige Verhalten gelobt (gemarkert) und habe mich nicht von seiner Hektik anstecken lassen.
Drinnen haben wir ganz ruhige Auslastung durch Nasenspiele gemacht (Einfach schnüffeln! | SPASS-MIT-HUND) und ansonsten haben wir drinnen angefangen, Sachen für draußen zu üben.
Abruf, Geschirrgriff, Umorientierungssignal etc. pp.
Wenn Dir das alles nichts sagt, hol Dir bitte einen Trainer von dieser Seite hier, bzw. zieh bitte bitte bitte sowieso einen solchen zu Rate: Trainer - Umkreissuche
Alle diese Trainer arbeiten positiv und sind erfahren. TsD ist quasi eine Art inoffizielles Gütesiegel. Klar kann es sein, dass man nicht auf Anhieb den richtigen Trainer für sich und seinen Hund findet, aber versuchen sollte man es auf alle Fälle.
Ich wünsche Dir alles alles Gute für dich und den Wuff und viel Geduld und Durchhaltevermögen.