Beiträge von Millemaus

    Okay. Wie geht das bei so einem Hund?

    Ich habe bspw monatelang Radiustraining an Schleppleinen von 5-20m gemacht. Bis auf Schmerzen in der Schulter und einen Hund, der nach ca 2 Minuten komplett drüber war hat es nichts gebracht.

    Normaler Ansprache bringt bei ihm in fremden Gebiet überhaupt nichts ("kann" er nicht hören). In bekanntem Gebiet kann ich ihn nicht laufen lassen, weil wir hier keine geeigneten Flächen haben. Zu viele andere Menschen.

    Wie ich schon in den folgenden Beiträgen schreibe: Das passiert nicht täglich. Maximal einmal die Woche.

    Was ich noch nicht geschrieben habe: Leider wurde unser bisheriges Freilaufgebiet in eine riesige Baustelle verwandelt. Dort musste ich ihn nicht ständig abrufen (weil keine Radfahrer oder Autos "am Horizont"). Allerdings sah sein Verhalten dabei auch nicht viel anders aus.

    Auch bei einem dreistündigen Gassi am Ostseestrand im Winter, wo ich ihn insgesamt in den drei Stunden vielleicht 10 mal wg Passanten abgerufen (und angeleint) habe, sieht sein Verhalten nicht anders aus.

    Aber: kann sehr fokussiert arbeiten. Irre.

    Kenn ich. Vicky auch noch im größten Irrsinn. Arbeit hilft ihr auch sehr, da rauszukommen bzw. nicht reinzurutschen.

    Beim Menschen wäre das durchaus typisch für Autisten. Viele Autisten haben sogenannte Spezialinteressen. Das kann alles mögliche sein, von Briefmarken über Autos, bis hin zu bestimmten Tieren oder Spielen. In diesem Gebiet kann unfassbar viel Konzentration bzw Durchhaltevermögen aufgebracht werden.

    Deine weitere Ausführung mit der Rute macht es nicht wirklich besser... Der Hund trägt die Rute nach links oder nach rechts, weil sie ihm so gewachsen ist. :ka:

    Zu der Sache mit den Leckerlis:

    Ja, die Antwort habe ich mir schon gedacht. Bleibt mir nur die Frage zu stellen: bist Du ein Hund?

    Begrüßt du deinen Hund, indem du ihm am Hintern schnüffelst? Leckst du als Zärtlichkeitsbeweis die Ohren deines Hundes aus?

    Dein Hund weiß, dass du keinen Hund bist... Eventuell solltest du das auch noch mal verinnerlichen. Zumal Leckerlis absolut kein Problem sind, sobald man den Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung verstanden hat. Und ja, den gibt es. Der ist sogar essentiell, wenn man mit Leckerlis, bzw generell mit positiver Verstärkung arbeitet. Positive Verstärkung heißt ja nicht immer nur Leckerlis, sondern es kann auch Spiel, soziale Interaktion, Umwelt Belohnung undsoweiterundsofort bedeuten.

    Kurze Frage vorweg:
    Hat der Trainer gesagt, warum er nicht mit Leckerlies arbeitet? Das also begründet?

    These 1:
    Das richtige Futter für den Hund ist das, was er verträgt, was den Nährstoffbedarf deckt und was er gerne frisst.

    Ich halte nichts davon zu missionieren und würde jemand so bei mir zu Hause reinkommen, dürfte er gleich wieder gehen.

    Natürlich spielt die Fütterung auch beim Verhalten eine große Rolle, das darf nicht abgestritten werden. Aber barfen mit Tierquälerei gleichzusetzen, ist nicht der richtige Weg.

    Wenn Du sagt, dass euer Hund generell eher nervös und unruhig ist, kann dies aber tatsächlich durch eine zu hohe Menge tierisches Protein kommen bzw. eher begünstigt werden. Oft hilft es nervösen Hunden, wenn man die Proteinmenge senkt und dafür mehr Kohlehydrate füttert. Wäre ja vll. mal einen Gedankengang wert.

    These 2:
    Habe ich das richtig verstanden? Der Trainer erkennt an der Rutenhaltung, dass der Hund auf Futtersuche ist???

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sorry... So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört :lol:

    Das hier:

    Jimmy sieht mich als Welpe und unfähig, unter anderem weil ihm ihm in die Augen schaue. Wenn man einem Hund in die Augen schaut wird man von ihnen als pflegebedürftig eingestuft und so ist es bei mir zur Zeit.

    ist mindestens genauso großer Blödsinn. Keine Ahnung, wo der Trainer das her hat, aber es ist und bleibt Blödsinn.

    Mir fehlen hier gerade echt die Worte... :ugly:

    These 3:
    Es mag sein, dass wildlebende Hunde keine Spaziergänge in dem Sinne machen. Dennoch haben sie den ganzen Tag über viel zu tun. Soziale Interaktion, Futtersuche, die Umgebung nach Gefahren abscannen etc. pp.

    Man kann wildlebende Hunde nicht mit unseren Haustieren vergleichen. Zumindest nicht in diesem Punkt.

    Wieviel Auslastung ein Hund braucht muss man nach und nach herausfinden. Man kann es so machen wie der Trainer es empfohlen hat.
    Also erstmal alles runter fahren, ABER danach (so nach 2 Wochen) sollte man langsam erhöhen und schauen, womit der Hund wirklich ausgelastet und nicht überlastet ist.

    Dazu zählt dann nicht nur Gassi, sondern auch alles an Beschäftigung für den Kopf. Leckerliesuche, Dummyarbeit, Longieren, tricksen, was-auch-immer euch und dem Hund Spaß macht.

    Ein Hund folgt dann, wenn er dich als Rudelführer ansieht.

    Tja, blöd nur, dass Mensch und Hund kein Rudel bilden und die ganze dämliche Rudel-Dominanz-Theorie schon seit Jahren widerlegt ist ;) Da ist der Trainer wohl absolut nicht up to date.