Ich habe meinen ersten eigenen Hund indirekt über eine sehr kleine Organisation bekommen, die in Griechenland aktiv ist. Besagter Hund, Whiskey, kam aber aus Deutschland.
Ich habe die Arbeit des Vereins relativ lange über Facebook verfolgt und eines Tages habe ich die Fotos einer Hündin gesehen, die noch eine Pflegestelle oder ein endgültiges Zuhause suchte. Ich habe mich relativ spontan entschlossen, diese Hündin, Lucy, als Pflegehund bei mir aufzunehmen.
Damals hat das alles wunderbar gepasst, weil ich sie zu meiner Arbeit mitnehmen konnte, ich aber eh nur ein paar Stunden die Woche gearbeitet habe und mein Ex noch hier gewohnt hat. Außerdem wusste ich bereits, dass Whiskey mit Hündinnen in seinem Zuhause kein Problem hat, weil ich öfter die Hündin eines Freundes hier betreut hatte.
Bei meiner zweiten Pflegehündin, Nala, waren die Bedingungen relativ ähnlich. Auch sie kam von demselben Verein wie Whiskey und Lucy. Bei ihr bin ich dann allerdings zur Pflegestellenversagerin geworden.
Sie passte einfach zu gut, um sie wieder gehen zu lassen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich mich bei den ersten Bildern von ihr bereits absolut schockverliebt hatte. Sie als Pflegehündin aufzunehmen war eine Kurzschlussaktion. Ich habe sie bei Facebook gesehen, innerhalb von 24 Stunden mit allen entsprechenden Leuten geklärt, dass sie herkommen darf, und 6 Tage später ist sie bei mir eingezogen.
Der nächste Pflegehund, Hector, der hoffentlich in zwei Wochen hier einzieht, ist etwas ganz Neues. Er wird der erste Rüde, der neben Whiskey für längere Zeit hier in der Wohnung sein wird. Sein Einzug als Pflegehund ist bereits länger geplant. Erzählte ich auch hier im Thread von.
Die äußeren Bedingungen passen im Moment relativ gut. Ich bin krankheitsbedingt dauerhaft zuhause, mein Freund ist dauerhaft im Homeoffice, hat im Dezember lediglich eine Schulung und keine Arbeit mehr, den Januar durch hat er auch komplett frei und ich hoffe, dass Hecci dann schon vermittelt ist, bevor wir (wahrscheinlich) umziehen.
Ich glaube die wichtigste Eigenschaft als Pflegestelle ist, ehrlich zu sein. Es bringt auf der einen Seite nichts, den Hund komplett durch eine rosarote Brille zu sehen und ihn so der Orga und potentiellen Interessenten zu beschreiben und auf der anderen Seite bringt es auch nichts, wenn der Hund einfach nicht zu einem selbst und dem eventuell schon vorhandenen Tieren passt und man sich abquält, weil "es ja nur auf Zeit ist". Wenn es nicht passt, dann ist das nunmal so. Dann muss möglichst schnell der Verein eingeschaltet und eine neue Pflegestelle gesucht werden.
Davon ab sind Zeit, Geduld und Humor extrem wichtig, finde ich. Ein gewisses Maß an Hundewissen ist sicherlich auch nicht verkehrt, genauso wie einen fähigen Trainer im Hintergrund zu haben, falls man mal Fragen hat.
Wenn bereits ein Hund vorhanden ist, sollte man sich definitiv über die Möglichkeiten des Managements im Klaren sein. Ich habe heute beispielsweise Türgitter bestellt, weil ich genau weiß, dass Nala sehr ungehalten werden würde, wenn Hector ihr zwischen den Beinen herum springt, während sie auf ihr Futter wartet. Damit so eine Situation gar nicht erst entsteht, wird Hector in der ersten Zeit hinter dem Gitter warten und dann auch fressen. Das entspannt hier alles.
Ich bin bisher mit Whiskey und Nala immer getrennt gegangen, weil Whiskey ein relativ spezieller Hund ist. Seit klar ist, dass Hector hier einziehen wird, haben mein Freund und ich daran geübt, mit den Hunden zusammen rauszugehen. Einfach, weil ich keine Lust habe 9 mal am Tag Gassi zu gehen.
Ich möchte die Möglichkeit haben, in jeder Kombination mit den Hunden raus zu gehen, damit jeder Hund auch Gassis nur für sich alleine bekommt.
Weiterhin habe ich bereits alles für den sehr wahrscheinlichen Fall vorbereitet, dass Hector nicht stubenrein sein wird. War bisher keiner der Hunde, die hier eingezogen sind, ist für mich also kein Problem, trotzdem ich keinen Garten habe. Einfach nur ein weiterer Punkt, über den man sich im klaren sein muss. ![]()