Beiträge von pardalisa

    Klar,Verhalten ist natürlich schwieriger zu beurteilen. Wenn aber eine Rasse große Tendenzen zu schlechten Nerven oder Schreckhaftigkeit hat, dann kann es nicht nur an mangelnder Sozialisierung oder schlechter Erfahrungen liegen, denke ich.


    Eins der Probleme, die ich damit habe, "falsches" Verhalten als Folge von Qualzucht zu sehen, ist, dass es unglaublich schwierig ist, Dinge wie "schlechte Nerven" überhaupt zu definieren. Was für den einen Besitzer eine riesige Erziehungsbaustelle ist, ist für den anderen genau das, was er von seinem Hund erwartet. Körperliche Probleme sind da deutlich einfacher festzustellen, finde ich: Wenn der Hund nach einem kurzen Sprint röchelt und kollabiert, wenn ein Züchter keinen Wurf ohne Kaiserschnitt hat, dann läuft was falsch, da gibt's wenig dran zu deuten.


    Trotzdem würde ich gerne wissen, welche Kriterien bei Euch erfüllt sein müssten, damit ihr PERSÖNLICH von einer Qualzucht sprecht bzw. welche Rassen ihr für eine Qualzucht haltet.


    Qualzucht fängt für mich da an, wo ein Hund nicht mehr artgerecht leben kann, obwohl (oder gerade weil) er den Rassestandard erfüllt. Dazu gehört freie Atmung, schmerzfreies Laufen, uneingeschränkte Kommunikation mit anderen Hunden, Fortpflanzung ohne menschliche Hilfe, uvm.

    Kritisch, aber nicht direkt als Qualzucht, sehe ich Hunde, die nur mit enormem Aufwand und teilweise heftigen Abstrichen bei der Lebensqualität und -länge gehalten werden können: Kleinsthunde, Riesenrassen, hochspezialisierte Rassen in Laienhänden und ohne Aufgabe, Hunde, die mit unserem Klima 9 von 12 Monaten mehr oder weniger große Probleme haben, etc. Eine solche Rasse käme für mich nicht in Frage, aber ob und wie sehr so ein Hund tatsächlich "leidet" oder doch anpassungsfähig ist, muss letztendlich wohl der Besitzer entscheiden.

    Was die Auslastung angeht, sind meine beiden ziemlich einfach zu handhaben: 2x pro Woche Training/Kopfarbeit, jeden Tag mindestens ein großer Spaziergang mit Freilauf, regelmäßiges Toben und je nach Lust und Laune ein paar Tricks für Regentage... damit sind sie mehr als zufrieden. :smile:

    Ansonsten kann ich dem, was @muecke schreibt, nur zustimmen: Wären meine Hunde glücklich(er), wenn sie den ganzen Tag auf einem riesigen Hof herumlaufen, Mäuse jagen und das Grundstück bewachen dürften? Wahrscheinlich. Aber weil zwischen mir und einem Resthof noch zwei Jahre Studium und mindestens eine Jobsuche liegen, kann ich ihnen das leider nicht bieten. ;) Und bis dahin geht's ihnen eigentlich auch ziemlich gut.

    Kurzer Nachtrag: Ich bin gerade 1,5 Stunden mit den Jungs durchs Feld gelaufen – Myrddin ist k.o., weil er fast nur gegen den Wind gerannt ist, Shawnee hasst mich, weil ich ihn zum Spaziergang im Regen gezwungen habe, beide Hunde waren nach der Runde mehr als waschreif und mein Badezimmer sieht aus als wäre eine enthusiastische Waldkindergartengruppe durchgetobt. :D Immerhin kann ich nachher ganz beruhigt zur Nachtschicht verschwinden: Die Hunde wollen heute Abend nix und niemanden mehr sehen... ;)

    Hier reihen wir uns auch ein...

    Gestern gab's 'ne (wirklich berechtigte) Sturmwarnung für unseren Landkreis und Myrddin hat den Nachmittag damit verbracht, an der Balkontür zu sitzen und der Feuerwehr beim Freiräumen der Straße und Umgestürzte-Bäume-Zersägen zuzugucken; für heute ist zusätzlich noch Gewitter angesagt. :roll: Ich bin sonst wirklich nicht wählerisch was das Wetter angeht, aber so langsam nervt's.

    Mit einer Versicherung kann ich nicht dienen, aber bist du dir sicher, dass du da deinen Hund betreuen lassen willst?

    Jemand, der Hunde gewerblich betreut, sollte m.M.n. nicht nur das Geld kassieren, sondern auch das Risiko tragen – oder sich eben entsprechend absichern. (Betriebshaftpflichtversicherungen gibt es übrigens schon für unter 100€/Jahr, da würde ich mich von einem professionellen Hundesitter nicht mit dem Argument "zu teuer" abspeisen lassen... ;) )

    Ich bin mit meinem Zweithund auch den Hüteviechern treu geblieben und habe mich sogar wieder für dieselbe Rasse entschieden. Gründe gab's viele: Ich wollte zum einen, dass die Hunde möglichst gut harmonieren (gleiches Spielverhalten, gleiche Art miteinander zu kommunizieren, etc.), und zum anderen ganz egoistisch für mich einen Hund, wo ich mich bezüglich Erziehung und Beschäftigung schon ungefähr auskenne. ;)

    Langfristig gibt es zwar viele Rassen, die ich gerne mal halten würde, aber auch die gehören überwiegend der FCI-Gruppe 1 an... ;) Ist also eine klare Vorliebe erkennbar. (Aber da ich gerade meine Liebe zu einer ganz anderen Hundegruppe entdecke – iiirgendwann wird hier auch ein Quoten-Windhund einziehen. Der ist dann Hahn oder Henne im Korb und darf die Hütehunde ärgern, wenn er sie bei Rennspielen abhängt... :D )

    Zitat

    Eva, es geht vorrangig darum, die Zahl der verwilderten Katzenpopulation einzudämmen, was wichtig und nachvollziehbar ist. In NRW wurden im letzten Jahr über 8000 Katzen abgeschossen, die Dunkelziffer liegt natürlich weitaus höher. Diese Tiere leben jahrelang draußen, vermehren sich unkontrolliert, verwildern und verelenden.

    Insofern brauchen wir bundesweit Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für frei laufende Katzen. Ist aber leider eine ordnungsrechtliche Sache, die den Kommunen überlassen ist.


    Und ich bin völlig mit dir einer Meinung, dass eine Kastrationspflicht für Katzen längst überfällig ist. :smile: Aber wenn wir vom "best case" ausgehen – alle Katzen im Dorf sind kastriert und gechippt, die Streuner eingefangen, medizinisch versorgt und in ein neues Zuhause vermittelt, löst das immer noch nicht das Problem, dass die Aufgabe der Jäger nun mal Hege und Pflege der Wildtiere ist, ergo auch Schutz vor Fressfeinden, die z.B. von jungen Rebhühnern, Fasanen oder Hasen ferngehalten werden müssen.

    Wenn jetzt also verschiedene Katzenbesitzer immer noch der Meinung sind "Nö, meine Katze ist ein Jäger, die braucht den Freilauf rund ums Jahr", dann bin ich immer noch dafür, dass ein Jäger in solchen Fällen eine Katze schießen darf. Und genau das ist mein Problem mit dieser Petition – egal ob Abschuss zur Populationskontrolle nun gewollt oder auch nur geeignet ist: Sobald man ihn generell verbietet, fehlt einem ein "Instrument", so gemein sich das auch anhört, zum Schutz von Wildtieren, die ihn dringend benötigen.

    Zitat

    Das Katzenproblem wird durch Abschuß nicht gelöst! Jäger haben nun mal nicht die Aufgabe, Haustiere zu erschießen.
    Auch wenn sie es zum Teil ganz gerne tun...

    Die Zahl der verwilderten Hauskatzen lässt sich dauerhaft nur durch Kennzeichnung und Kastration eindämmen. Die Kommunen sollten dringend entsprechende Anordnungen erlassen. Da hilft nur die politische Schiene.


    So wie ich das verstanden habe, geht es nicht darum, die Gesamtzahl der Katzen durch Abschuss zu verkleinern (das wäre in der Tat nicht Aufgabe der Jäger), sondern darum, dass eben auch kastrierte Freigängerkatzen im Privatbesitz, die selbst nach den strengsten Gemeindeordnungen erlaubt sind, jagen gehen. Und wenn die Besitzer absolut nicht einsehen, dass ihre Katze zu bestimmten Zeiten im Jahr nicht unbeaufsichtigt draußen herumrennen muss, dann finde ich, dass ein Abschuss als allerletzte Möglichkeit durchaus erlaubt sein sollte.

    Bei uns ist es z.B. so, dass Katzen, die sich weiter als 200m vom Rand der Ortschaft entfernen, abgeschossen werden dürfen. Das wird normalerweise selten durchgesetzt, obwohl es gerade unter den älteren Jagdscheininhabern einige gibt, die da etwas flotter bei der Flinte sind. Würde diese Regelung durch eine Petition wie die, die hier vorgeschlagen wird, allerdings komplett aufgehoben, hätten wir ein Problem: Es gibt hier eine Wiese mit angrenzendem Waldstück, wo es seit kurzem wieder Fasane gibt. Wenn da eine Katze durch die jungen Vögel fegt, bleibt nicht viel über... Jedes Jahr wieder werden Flyer verteilt und darum gebeten, in der Brut- und Aufzuchtzeit die Katzen reinzuholen und die Hunde anzuleinen, jedes Jahr wieder muss der zuständige Jagdpächter (ein wirklich netter Typ, der auf Nachfrage auch freundlich erklärt, worum es geht) Hundebesitzer ermahnen. Und die Katzen? Tja, da ist eben kein Besitzer dabei – und deshalb kommt es vor, dass er da ab und zu eine schießt, auch wenn es ihm als Tierfreund wirklich Leid tut.

    Und aus genau diesem Grund – weil das Tier zwar nichts dafür kann, aber manche Leute eben nicht belehrbar sind – finde ich eine Abschusserlaubnis als ultima ratio völlig vernünftig.