Beiträge von pardalisa

    Shawnee ist mit fremden Hunden wirklich unendlich geduldig und nett – und obwohl er die ersten sieben Jahre seines Lebens unkastriert war, hat er sich noch nie zu einer Klopperei hinreißen lassen, war noch nie prollig mit anderen Rüden und hatte und hat immer noch die Ruhe weg, wenn kleinere Hunde oder Welpen auf ihm herumturnen. :smile:

    Einzige Ausnahme war ein Dobermannrüde, der bei meinen Eltern in der Nähe gewohnt hat und (zum Glück) vor einiger Zeit gestorben ist: Er und Shawnee haben sich gehasst und das vom ersten Blickkontakt an. Ein Mal ist der Dobermann ohne Leine in uns reingerast und es hat zwischen beiden heftig geknallt – ich habe nie vorher und seitdem nie wieder meinen Hund so außer sich gesehen... :shocked:

    Gibt es hier jemanden der Nachtschicht hat oder sehr früh aus dem Haus muss? Wir regelt ihr das? Geht ihr dann bevor ihr geht nochmal mit den Hunden raus? Licht an oder aus?

    Ich arbeite regelmäßig nachts in meinem studentischen Nebenjob. :smile: Die Hunde lasse ich vorher und hinterher raus – vorher 'n richtiger Spaziergang, hinterher meist nur kurz in den Garten – und das Licht mache ich aus, aber in einer Steckdose im Wohnzimmer ist so ein kleines Nachtlicht. Wenn sie's ganz dunkel haben wollen, können sie aber ins Schlafzimmer gehen.

    Ich denke auch, dass da viele Faktoren mitspielen, aber ich würde reine Körperkraft nicht überbewerten. Der Besitzer eines Fitnesstudios hier wird regelmäßig ein paar Meter von seinem Rottweiler mitgezogen – und der Typ ist wirklich groß und kräftig.

    Vielleicht kommt's auf die passende Mischung aus Kraft, Gewicht(sverhältnis), Technik und Ausstattung (= Hund an der langen oder kurzen Leine, Halsband oder Geschirr, etc.) an. Und zumindest meiner Erfahrung nach macht es auch einen großen Unterschied, ob man den Hund kennt oder mit einem fremden Hund unterwegs ist.

    Vorhin auf dem Weg zur Eisdiele: Shawnee hat sich an einem Grasbüschel festgeschnüffelt, ich will weiter und sage "Na komm, Großer" – und höre von hinten ein kleines Mädchen ganz verwundert seine Mutter fragen: "Mama, warum heißt der Hund denn 'Rosa'? Der hat doch schwarze Flecken!"

    Fand ich irgendwie niedlich. :D

    Ich find's bei mir im Moment mit 2 Hunden ideal – ich hab' immer einen Hund, mit dem ich was unternehmen kann, die beiden haben sich gegenseitig und kommen klasse miteinander klar, es ist genug Platz, Zeit und Geld da und keiner kommt zu kurz. :smile:

    Natürlich stolpere ich manchmal über Wurfmeldungen oder Rassen, die zu uns passen könnten und denke "Och, schön wäre es ja schon...", aber bislang hat (zum Glück) immer die Vernunft gesiegt. ;) Bis auf weiteres bleibe ich deshalb lieber bei meiner "Nicht mehr Hunde als Hände, die sich darum kümmern" - Faustregel.

    Wenn ich jetzt mit Leuten über ihren Appi rede, sind viele Probleme deshalb, weil Hinz und Kunz diese Hunde auf einem Spaziergang streicheln wollen, die natürlich von Fremden abgeschmust werden sollen und ein wachender Hund grundsätzlich böse weil (erstmal) unfreundlich ist.
    Klingt vielleicht komisch, aber für meine (älteren) Verwandten hat ein Hund zu wachen, zu bellen wenn Fremde kommen und Reserviertheit die ersten Minuten oder auch Stunden zu Besuch "gehört" sich so.

    Genau das kann ich bei meinen beiden auch beobachten. Wenn ich auf die typische "Darf ich die mal streicheln?" - Frage mit "Den Braunen gerne, der andere mag das nicht" antworte, teilen sich die Leute in ihrer Reaktion grob in zwei Gruppen: Gruppe 1 ist entsetzt, dass nicht jeder Hund von ihnen angefasst werden mag und die dümmeren Vertreter fahren dann gerne mal Sätze wie "Wenn der beißt, muss der 'nen Maulkorb tragen! Unverantwortlich!" auf :roll: ; Gruppe 2 nickt kurz, schiebt manchmal noch ein "Pass gut auf dein Frauchen auf" oder eine interessierte Frage, ob er schlechte Erfahrungen gemacht hat, hinterher und gut ist's.

    Schutztrieb/Reserviertheit/Wachtrieb an sich ist in vielen Fällen überhaupt kein Problem im Charakter des Hundes, sondern in dem der lieben Mitmenschen... :/

    Wie habt ihr denn eure Hunde an das einsteigen in die Box im Auto gewöhnt?

    Gar nicht. :D Myrddin habe ich als Welpe reingehoben und seit er alt genug ist, springt er alleine. Shawnee kannte das Mitfahren in der Box die ersten Jahre nicht, macht für Kekse aber (fast) alles, also habe ich dann später 'nen Keks in die Box geworfen, Hopp-Kommando, Klappe zu.

    Ich hab' da nie groß ein Drama draus gemacht und die Hunde hatten nie Probleme. :smile:

    Spannende Frage(n)! Da mich zwei Aussies begleiten, führe ich diese Diskussion auch immer mal wieder mit Leuten, die mich darauf ansprechen, dass die beiden ja "sooo süß" sind und bestimmt ganz unkompliziert, weil Hütehunde ja immer intelligent & leicht erziehbar sind und keinen Jagdtrieb haben. :hust:

    Ich hoffe ja, dass bei solchen Gesprächen von meinen Warnungen bezüglich Schutz-/Wachtrieb, ev. auch Jagdtrieb, irgendwas hängen bleibt, aber wenn man sich anguckt, was hier alles als "Moderasse" rumläuft (Weimaraner, Malis, Aussies, Border Collies, Huskys, ...), könnte man verzweifeln.

    Wolltet ihr Wachsamkeit, Jagdtrieb etc? Wenn eure Rasse das mitbringt, obwohl ihr das nicht wolltet, warum habt ihr euch dann dafür entschieden? Seid ihr der Meinung, man kann sich das schon irgendwie hinbiegen? Was war euch wirklich wichtig bei der Rasse/Hundewahl?

    Ich habe mich ganz bewusst für einen mittelgroßen Hund mit Schutz- und Wachtrieb entschieden, weil ich einen deutlich reservierten, "ernsthaften" Hund wollte. Mir war es aber auch wichtig, vorher den "worst case" vor Augen zu haben und mir klar zu machen, welche Anforderungen ein Hund mit diesen Eigenschaften an mich und meinen Alltag stellt. Oder, anders gesagt: Wenn ich Kinder hätte oder haben wollte, wenn ich mir meine Zeit nicht so frei einteilen könnte, wenn meine Hunde mehr "Mitläufer" im Alltag sein müssten, wenn ich jemand wäre, der gerne gesellig auf Hundewiesen unterwegs ist, wenn ich gerne in der Großstadt wohnen würde, etc. hätte ich mich für eine andere Rasse entschieden.

    Ob man solche Eigenschaften "hinbiegen" kann, wenn man sie eigentlich nicht wollte? Ich tendiere zu 'nein'. Man kann das unerwünschte Verhalten mit sehr viel Mühe und Training bestimmt managen, aber es komplett löschen? Das bezweifele ich (und mir wäre schon das dauernde Management zu anstrengend).

    Insofern: Mir war bei der Hundewahl am wichtigsten, dass der Hund mit mir glücklich wird und ich mit ihm – und dafür müssen die Bedürfnisse von Hund und Mensch irgendwie zusammenpassen und die Optik zweitrangig sein. :smile: