Beiträge von pardalisa

    "Recht haben" ist nichts Absolutes - es ist ziemlich subjektiv und außerdem sehr individuell. Genauso wie überhaupt die Definition von "Problem" - was für den einen eins ist, ist für den anderen gar keins.

    Ja, genau! :smile:

    Auch die Definition von "positiv arbeiten" schwankt ja z.B. sehr stark, je nachdem, wen man fragt. Mir wurde im Februar auf einem Seminar erklärt, dass ich meinem Hund keine verbale (!) Rückmeldung in Form eines leise gesprochenen "Schade" geben darf, weil das angeblich "unerträglichen psychischen Druck" aufbaut. :roll:

    Da hab' selbst ich als Clickerfan und Kekswerferin Probleme, das Erziehungskonzept dahinter noch nachzuvollziehen...

    Das einzige, was mich stört, sind Aussagen wie "wenn jemand seinen Hund strafen "muss", dann soll er das tun". Das klingt so, als wäre dieser Mensch hilflos und zu dumm, es anders zu tun. Und das ist sehr oft gar nicht der Fall, es ist eine bewusste Entscheidung, die man wählt, weil man sie selber (für sich UND für den Hund auch) am besten findet. Für mich gilt das jedenfalls und ich kenne auch viele andere Hundebesitzer (Mehrhunde und Einzelhunde), die das so wählen, weil es zu ihnen einfach passt. Und darum sind sie nicht schlechter als Hundehalter, die "nur positiv" arbeiten. Diese Wertung ist etwas, was in meinen Augen unangebracht und falsch ist und es scheint mir, als wollten sich Leute, die so argumentieren, über andere stellen.

    Das fasst das, was ich manchmal gerne schreiben würde, aber nie so richtig auf den Punkt bringen konnte, perfekt zusammen. :smile:

    Ich bin z.B. so richtig butterweich in der Hundeerziehung – natürlich könnte ich mich jetzt hinstellen und jedes Mal, wenn jemand (wie auch immer) mit postiver Strafe arbeitet, verächtlich sagen "Tja, wenn man das nötig hat..." oder ich kann mir klar machen, dass der andere HH dafür vermutlich gute Gründe hat und sich wahrscheinlich genauso viele Gedanken um sein Training gemacht hat, wie ich mir um meins. Kommt natürlich auf das Umfeld an, aber andere HH sind ja nicht grundsätzlich blöd, nur weil sie andere Methoden bevorzugen. Und ein bisschen mehr Austausch unter den "Lagern" statt kategorische Ablehung wäre zumindest bei uns auf dem HuPla wirklich nett.

    @Pauley Auf dem HuPla bei uns ist der Longierkreis aus diesen gelben, biegsamen Rohren (Weiß jemand, wie das richtig heißt? :ops: ) und bleibt einfach immer aufgebaut; wenn man was für den eigenen Garten haben will, tut's auch ein Paket längere Zeltheringe und 'ne Rolle Flatter-/Absperrband.

    Wenn du dir die Anfänge "live" erklären lassen willst, guck mal in deiner Nähe – ziemlich viele Hundeschulen bieten mittlerweile 1-2 Tagesseminare am WE zum Longieren an, wo man die Grundkenntnisse vermittelt bekommt und dann selbst weiter arbeiten kann, wenn man keinen passenden Verein in der Nähe hat. :smile:

    Andere Frage, weil du vom Fahrradfahren schreibst: Läuft Maja am Rad locker nebenher oder hätte sie auch Spaß am Ziehen? Wenn man sich ZHS ein Mal erklären lässt, kann man das auch klasse selbst machen – und neben der körperlichen Auslastung tut's auch den grauen Zellen gut, weil hund doch ein bisschen mehr Konzentration als beim "normalen" Laufen am Rad braucht.

    Es ist leider auch erschreckend häufig so, dass sich Trainer, die (angeblich) rein positiv arbeiten, bei nicht so netten Hunden plötzlich doch nicht mehr so friedfertig geben.
    Ein Grund, weshalb mich keine Hundeschule hier in der Nähe ernsthaft von innen sieht und warum ich einen Trainer aus der Umgebung ausschließe, ist, dass die hiesigen Leute nur kompetent sind, solange es um einfache Hunde mit Alltagsproblemen geht oder um Hunde, deren Probleme vom Halter deutlich schlimmer dargestellt werden. Sobald ein Hund dabei ist, den man nicht zur Ruhe clickern kann oder der ernsthaft aggressiv ist, wird nicht mehr nur bestärkt, sondern es wird eindeutig zur positiven Strafe gegriffen, meist in Form von Seitenhieben, Leinenrucken, Liebesentziehung oder psychische Abhängigkeit durch Futterentzug.

    Das finde ich auch immer wieder befremdlich – als ich Anfang des Jahres für meinen Junghund auf der Suche nach einer passenden UO-/Sportgruppe war, bin ich auf einem Hundeplatz gelandet, bei dem die Trainerin ganz groß damit wirbt, alles nur positiv zu erarbeiten.

    Klang für mich passend, der Lütte korrigiert sich schließlich meist von allein, wenn ich die Stimme nur ein bisschen erhebe und würde wahrscheinlich zusammenklappen, wenn ich Dinge werfen oder ihn anstupsen würde. (Im Gegensatz zum Ersthund, der da deutlich dickeres Fell hat... :roll: ) Aber wirklich auffällig war dann, dass einer der Hunde ständig geruckt und mit einer Wasserflasche "bearbeitet" wurde. Aussage der Trainerin dazu: "Der braucht das, der geht sonst die Besitzerin an."

    Aha. Alles voll positiv – bis einer weint. :muede:

    Zwei aktuelle Fotos von Shawnee, knapp elf Jahre alt... an dem Tag waren wir (mit Pausen!) 12km unterwegs und der Senior immer gutgelaunt vorneweg. Ich bin wirklich stolz auf ihn!

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    Ich hatte gerade eine skurrile Begegnung...

    Frau mit kleinem Hund in Plüschkugeloptik, auf meine Rüden deutend: Das sind Australian Shepherds, oder?

    (Da hab' ich mich noch ein bisschen gefreut, dass meine beiden "erkannt" wurden, passiert hier in der Ecke nicht so oft.)

    Ich: Ja, genau.

    Frau: Also meine ist ja ein Aussiedoodle. Die sind ja besser.

    Ich:

    Aha. Auf welche Kriterien sich das "besser" jetzt genau bezog, konnte sie mir dann auch nicht sagen. Der Hund war tatsächlich ganz niedlich, aber max. ein halbes Jahr alt. Ist das eine besonders unbeholfene Art der Kontaktaufnahme, die ich nur nicht verstehe, oder wie kommt man sonst dazu, so ein Gespräch zu eröffnen?

    Im adäquaten Training mit den Elektrohalsbändern wird mit negativer Verstärkung gearbeitet. Und so, dass es dem Hund weder weh tut, er sich nicht erschreckt und der Mensch nicht Lotto im Hinblick auf die Intensitäten spielt.

    Wenn es weder weh tut, noch den Hund erschreckt, worin besteht dann der negative Reiz?

    (Nicht provokativ gemeint, ich hab's wirklich nicht verstanden und würd's gerne nachvollziehen können.)

    Katzen sind hier seltsamerweise gar kein Problem – trotz reizempfindlichem Hütitüti. ;) Myrddin ist dabei echt 'ne coole Socke, den kann ich sogar mit zu einer Freundin und ihren Wohnungskatzen nehmen; und beim Spaziergang guckt er zwar mal, startet aber nicht durch. Nur im eigenen Garten werden Katzen konsequent verscheucht, das erlaube ich den Hunden allerdings auch.