Beiträge von pardalisa

    Mal eine kurze Frage. Ab welchen Alter würdet ihr einen Hund den als Senior ansehen?

    Kommt auf die Rasse/Größe des Hundes an. :smile:

    Unser Dackel war mit 11 noch nicht wirklich alt, die Golden Retriever Hündin meiner Tante hatte mit 8 Jahren erste Alterszipperlein. Bei Shawnee kam der Umschwung ziemlich plötzlich – so ungefähr seit seinem 10. Geburtstag merkt man ihm an, dass er es manchmal lieber etwas gemütlicher angehen lässt, dass die Gelenke manchmal länger zum "Warmwerden" brauchen, dass er manchmal wackelig auf den Pfoten ist, usw.

    Richtig "alt" ist er für mich aber trotzdem noch nicht – er ist sonst fit, braucht keine Medikamente, tobt noch mit bekannten Hunden, springt alleine ins Auto, läuft gerne große Spaziergänge mit, etc. Es kommt also auch drauf an, was man überhaupt unter "Senior" versteht.

    Mich würde interessieren, wie die 2-Hunde-Halter planen, was sie im Bezug auf einen zweiten Hund machen, wenn einer stirbt. Theorie und Praxis sind immer zwei Paar Schuhe, schon klar, aber:
    Geht ihr davon aus, dass ihr dann relativ schnell wieder einen Hund aufnehmen würdet oder plant ihr 1-Hund-Halter bleiben?
    Was denkt ihr, wie eure Hunde ohne den zweiten Hund zurecht kämen?
    Denkt ihr, ihr würdet einen zweiten Hund aufnehmen, wenn ihr das Gefühl habt, der verbliebene Hund kommt alleine schlecht zurecht, ihr selbst aber aktuell keinen Zweithund wollt?

    Ein trauriges, aber leider wohl irgendwann aktuelles Thema – Shawnee ist knapp elf Jahre alt, Myrddin ist gerade zwei geworden...

    Ich weiß nicht, wie Myrddin länger ohne zweiten Hund klarkommen würde, er kennt es bisher nur von kurzen Betreuungen woanders (max. ein paar Tage); das macht er allerdings problemlos. Ich möchte eigentlich nicht wieder nur einen Hund halten, aber ich kann mir auch nur sehr schwer vorstellen, nach dem Tod eines Hundes schnell wieder einen zweiten aufzunehmen. Dazu kommt, dass Shawnee mein erster ganz eigener Hund ist: Wir haben so viel zusammen erlebt und er ist für mich so unbeschreiblich großartig, dass es mir wohl ein bisschen wie "Verrat" vorkommen würde, wenn ich ihn einfach so "ersetzen" würde. (Das ist Blödsinn, ich weiß, aber ich tu' mir trotzdem sehr, sehr schwer mit dem Gedanken...)

    Ein Kompromiss wäre für mich wahrscheinlich, eine Weile zu warten und dann nach einer völlig anderen Rasse zu gucken, die zu uns passen könnte.

    Zwei aktuelle Fotos von Shawnee, der diese Woche seinen elften Geburtstag feiert.

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    Kommando "Außen!" (herum um den Baum) geht noch richtig flott, auch wenn der Gesichtsdruck dabei... gewöhnungsbedürftig ist. :D

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    :herzen1:

    @sabarta Ich glaube, im Grunde meinen wir das Gleiche... :smile:

    Ich "deckele" z.B. auch so wenig wie möglich – und ich verstehe das Hinterfragen bei meinen Hunden auch meistens nicht als etwas Negatives. Ich will ja, dass meine Hunde mitdenken, eigene Einfälle haben und geistig wach & dabei sind. Aber dass eine freundliche Erinnerung manchmal überhaupt nötig ist, ist für mich schon Aussie-typisch.

    Der Spitz hatte z.B. die Grundregeln im Alltag total schnell verstanden: an der Tür wird nicht gedrängelt, auf's Futter wird ruhig gewartet, Besuch wird nicht angesprungen... solche Sachen. Dem wäre es nie eingefallen, nach der 110. Wiederholung plötzlich ein völlig anderes Verhalten zu zeigen. Die Aussies sind da anders: Neulich habe ich z.B. Myrddin dabei beobachtet, wie er mit der Pfote den vollen Futternapf zu sich heranangeln wollte, obwohl das noch einweichen musste. Habe ich ihm in der Welpenzeit mal verboten, ist seitdem nie wieder vorgekommen – und jetzt plötzlich doch.

    Oder bei Shawnee: Der führt Kommandos in 99% der Fälle begeistert und völlig zuverlässig aus, egal, was ich von ihm möchte. Wenn ich ihm eine Aufgabe stelle, dann probiert er solange herum, bis er eine Lösung gefunden hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass er dass auch bei anderen Menschen machen würde. Bei denen guckt er erst mal, ob die das auch ernst meinen, ob die ihm überhaupt was zu sagen haben, wie's mit der Belohnung aussieht, usw. :D Das meinte ich mit Testen & Hinterfragen.

    Und man muss kleinste Anzeichen, wie bei Hudson ein Blick und bei June eine bestimmte Art den Kopf zu halten richtig deuten und die Anzeichen sofort unterbinden bzw. den Hund unter Kontrolle stellen, was der aussie, weil kooperativ, wenn er richtig geführt und erzogen ist, dann ja auch macht und sein arschig sein lässt.

    Das ist perfekt beschrieben! :smile:

    Ich kenne eine Aussiehündin, die ist eine richtige Kratzbürste, mit fremden Menschen und "rudel-fremden" Hunden. Das merkt man ihr überhaupt nicht an, solange die Besitzerin dabei ist und ein Auge darauf hat – dann ist das der netteste, kooperativste Hund, den man sich nur vorstellen kann.

    Aber wehe, die Besitzerin wäre nicht dabei – dann würde die Hündin eben selbst Entscheidungen treffen. (Und solche Sachen wie "Du betrittst meinen Hof nicht!" auch ziemlich kompromisslos durchsetzen.)

    @Marlen Was ist denn dein Ziel? Willst du mit beiden Hunden so wie bisher lockere Kontakte zu verträglichen Fremdhunden? Oder kannst du damit leben, dass du mit deinen Hunden eher allein unterwegs bist und bei Kontakten mit anderen Hunden managen musst?

    So als Faustregel kann ich in meinem Umfeld "Je mehr eigene Hunde, desto weniger Fremdhundkontakt" feststellen - und das fängt schon beim Zweithund an. Meine beiden sind z.B. wirklich nett und verträglich, aber ich muss trotzdem mehr aufpassen als mit nur einem Hund, alleine schon deshalb, weil andere Hunde viel häufiger eingeschüchtert sind, wenn meine beiden als "Wir gehören zusammen"-Einheit auftreten.

    So wie du Milo beschreibst, würde ich nicht sagen, dass ein Zweithund unmöglich ist – aber es wäre definitiv mehr Arbeit und mehr Anleinen/Umgebung scannen/etc. für dich beim Spaziergang.

    mh, ich erlebe die Aussies die ich kenne ehrlich gesagt als äusserst kooperativ, auch wenn es darum geht zum Beispiel den Schutztrieb kontrollierbar zu machen, deswegen kann ich das so nicht nachvollziehen, dass sie alles tun um ihre Besitzer auszutricksen um ihren Willen zu bekommen :ka:

    "Austricksen" würde ich das auch nicht nennen, zumindest bei meinen Aussies nicht, aber sie nutzen halt Schwachstellen aus. Wenn z.B. unser Dackel, der Spitz oder die Goldie-Hündin meiner Tante ein Kommando einmal verstanden hatten (was, je nach Hund, länger dauerte und Überzeugung erforderte :D ), dann haben sie das zuverlässig ausgeführt. Die Aussies dagegen testen – "Gilt das auch, wenn jemand anderes das sagt?", "Gilt das auch, wenn ich stattdessen was anderes anbiete?", "Gilt das auch, wenn gerade keiner guckt?" usw.

    Da braucht man schon einen längeren Atem. Und es ist einer der Gründe, warum ich überhaupt nicht verstehe, warum bei Hunden häufig 'intelligent' mit 'leicht erziehbar' in Rassebeschreibungen gleichgesetzt wird. Ich finde doofe Hunde viel, viel einfacher zu erziehen, die hinterfragen wenigstens nix. ;)

    Oh ja, solche Sprüche kenne ich von anderen Leuten über Shawnee auch – "Lass ihn doch, der sieht doch so lieb aus!" Ja, der sieht lieb und bärig-gemütlich aus, ist meistens ziemlich chillig unterwegs, mit "seiner" Familie endlos geduldig und kuschelig und dann dazu das plüschige blue merle... Da gucken manche Leute auch immer schräg, wenn ich ihn bei Begegnungen mit fremden Kindern ganz genau im Blick habe, keinen Kontakt zulasse und ihn konsequent mit Kommando auf seiner Decke "festtackere".

    Leider sieht man ihm ja nicht an, dass er manche Leute einfach bescheuert findet und dann auch ziemlich entschlossen durchsetzen würde, dass die ihm und mir nicht näher kommen, wenn ich nicht rechtzeitig eingreife.

    Genau das gleiche bei solchen dämlichen Deckanfragen: Als Shawnee jünger war, wurde ich deswegen häufiger angesprochen. Jedes Mal hab' ich gesagt, dass er zwar nett aussieht, ich aber jahrelang geübt habe, bis sein Verhalten gegenüber Männern und Kindern kontrollierbar war und dass "Ich hau da erst mal drauf und frag' dann nach, ob das okay war" ganz sicher keine Eigenschaft ist, die man irgendwelchen Welpen weitergeben sollte. Hat niemanden interessiert, sondern wurde in 99% der Fälle mit einem Schulterzucken abgetan und nicht ernst genommen, weil er ja so niedlich aussah.