Hier dito.
Ein VL-/Mischmasch-Rüde, der zwar als Individuum großartig war, aber den Aussie-Standard höchstens überflogen hatte ; ein AL-Rüde, der einfach herrlich unkompliziert, klar im Kopp, selbstsicher und 'gut zu gebrauchen' ist.
Hier dito.
Ein VL-/Mischmasch-Rüde, der zwar als Individuum großartig war, aber den Aussie-Standard höchstens überflogen hatte ; ein AL-Rüde, der einfach herrlich unkompliziert, klar im Kopp, selbstsicher und 'gut zu gebrauchen' ist.
Ich (als eigentlich eingefleischter Aussie-Fan ) treff auch lieber Border Collie oder Vizsla als Out-of-Order-Modehunde, statt Aussie und Co. Der BC oder Vischel ist bei einem lauten "Buuuh!" plus Ausfallschritt in seine Richtung wenigstens mit eingezogener Rute auf dem Rückzug...
Wenn der Hund richtig freidreht, treff ich allerdings tatsächlich lieber Aussies als BC – die Aussie-Leute wissen ab einem gewissen Grad wenigstens, dass ihr Hund ein Assi ist und besser angeleint gehört , die BC hier dürfen fröhlich weiter schleichen und mobben, weil "der macht ja nix"...
(Ja, keine Löcher. Trotzdem will ich den nicht kennenlernen, wenn der meinen Hund schon aus 50m Entfernung schön als Jagdobjekt fixiert.)
Ui, danke,
@Alimonera.
Wie kam es eigentlich dazu, dass es verstärkt so viele Aussies gab? Was war die Ursache? Ein Film? Oder eine bestimmte Werbung?
Ich glaub, da kamen mehrere Faktoren ungünstig zusammen. Zum einen ist ein Aussie rein optisch das, was praktisch ist und viele Leute bei einem Hund wollen – mittelgroß, keine körperlichen Extreme in irgendeine Richtung, angenehmes Gewicht –; zum anderen wurde da von "Züchterseite" auch arg geschönt, was die Eigenschaften angeht. Wenn man einen Hund als intelligent, leicht erziehbar, familientauglich, wenig Jagdtrieb, etc. anpreist, spricht das natürlich viele Leute an. Dazu dann der Merle-Hype und zack, hat man das Dilemma.
Edit: Und viele Leute fanden, zumindest in der Anfangszeit des Aussie in D, auch BC echt toll, haben sich den aber nicht zugetraut, da wurde der Aussie ganz häufig als "einfachere Alternative" gehandelt. Was natürlich Blödsinn ist, aber mit meinem älteren Rüden hab ich das sooo häufig gehört: "Oh, ich hätte ja so gerne einen BC, aber ich weiß nicht, ob ich dem gerecht würde. So'n Aussie muss ich mir mal näher angucken." (Was hab' ich mir da den Mund fusselig geredet, die Unterschiede zwischen den Rassen zu erklären. )
Es muss ja nicht jede Rasse als krasser Arbeiter oder Sporthund gezogen werden - das wollen viele gar nicht haben.
Jain – das Grundproblem (und da sind wir dann wieder bei ursprünglichen Threadthema ) ist ja leider häufig, dass in so einer Modewelle vermehrt Hunde, die ursprünglich mal über ihre Arbeitseigenschaften selektiert wurden, plötzlich in großer Zahl und häufig nur nach Optik "auf den Markt geworfen" werden. Und da hat man dann beim Aussie – und bei zig anderen Rassen – das Problem, dass nicht nur die reine Arbeitsfähigkeit für den 'Job' verloren geht (womit viele Halter realistisch wahrscheinlich noch irgendwie ganz gut leben könnten, wenn der Hund jetzt plötzlich keine Rinder mehr treiben mag/kann
), sondern leider auch Nervenstärke, Belastbarkeit, Kooperationswille, etc. Das ist dann echt schade.
Insofern: jemand, der seinen Aussie als 'voll krasses, hoch schwieriges Arbeitstier' hinstellen will, würde ich auch sehr schräg finden , da bin ich voll bei dir. Aber der Trend, Hunde aus urprünglich arbeitstauglichen Rassen zu reinen Begleithunden zu züchten, ohne irgendeine Art von Überprüfung der ursprünglichen Eigenschaften in der Zucht, seh ich sehr kritisch. Kann klappen, gibt's angenehme Beispiele zu, kann aber auch richtig, richtig in die Hose gehen (und schade um die charaktertypischen Rasseeigenschaften ist's in beiden Fällen).
Weil ich sie nie als ernsthafte Sporthunde kennengelernt habe [...]
Ja, das geht mir genauso. Meinem Eindruck nach teilt sich die SL/als 'Begleithund gezüchtete' Variante des Aussie da in zwei Richtungen: die einen sind Vollkatastrophen , die den Drive und das Aggressionsptenzial der AL mitbringen, aber null führig sind, weil darauf nie vernünftig selektiert wurde (die sieht man dann auch nur sehr selten irgendwo rumlaufen und die Leute dazu sind vom Aussie meist gut geheilt...
); die anderen sind nett und unauffällig, aber mir persönlich z.B. häufig zu farblos im Charakter.
Die sind als Begleiter gar nicht schlecht, aber zum einen ist's Glückssache, so einen zu erwischen, und zum anderen ist da von den eigentlich rassetypischen Eigenschaften auch nicht mehr sooo viel übrig (siehe "strong herding and guardian instincts"). Keine 'schlechten' Hunde, aber wenn man eigentlich einen ursprünglichen Aussie nach Rassestandard wollte, fehlt da einfach was am Gesamtpaket. Als zufällige Spaziergangsbegegnung oder im Umfeld natürlich um Längen angehmer zu haben als die erste Variante...
Für mich ist der Aussie irgendwie kein richtiger Arbeitshund. Zumindest nicht hier in Deutschland.
Und genau das ist irgendwie auch schade... Der ASCA-Standard sagt eigentlich: "The Australian Shepherd is primarily a working dog of strong herding and guardian instincts." Je weiter sich die Zucht davon in den letzten Jahren entfernt hat und je mehr die Modehundwelle zum Aussie überschwappte, desto mieser wurden die Hunde. Und ich kann jeden anderen Hundehalter gut verstehen, der mit einem Aussie sofort das Bild eines hysterischen, kläffenden, schnappenden, fixierenden Hundes vor Augen hat, leider hat das in den letzten Jahren echt den ersten Eindruck der Rasse geprägt, wenn man die zufällig getroffen hat. Ich bin sehr froh, dass die Nachfrage da langsam nachlässt. (Und es gibt immer noch wirklich, wirklich gute Aussiezüchter in D, die genau das nicht wollen, und Wert auf moderate, wesensfeste, 'arbeitstaugliche' Hunde legen. Muss man ein bisschen suchen , aber es gibt sie.)
Grundsätzlich schwierig im Umgang finde ich 'nen gut erzogenen Aussie aus vernünftiger Zucht auch nicht, ganz im Gegenteil. Aber das Umfeld muss halt passen – mit 'nem irgendwie gearteten 'Job' und den passenden Lebensumständen sind das so tolle Hunde; bei der typischen "Wir wollten einen liiiieben, bunten Familienhund und der Verkäufter hat gesagt, die jagen nicht und mögen Kinder!"-Anschaffung dagegen wird's dann für alle Beteiligten häufig eher... unschön.
Wenn mein Hund aussuchen könnte, würde er vermutlich in dem dänischen Ferienhaus wohnen, in das wir regelmäßig fahren, und es wäre immer Spätherbst: 5.000 Quadratmeter Naturgrundstück, keine direkten Nachbarn, lange Wanderungen am in wenigen Minuten zu Fuß erreichbaren und menschenleeren Strand, ordentlich Wind um die Nase, man darf die angeschwemmten Strandgutfunde ausgiebig untersuchen...
Nen festen Kumpel zum Toben fände er dabei wohl noch ganz gut und für optimales Wohlfühlen müsste danach eine Runde Ohrenkraulen auf dem Sofa anstehen und der Napf immer gefüllt sein , dann wär er wahrscheinlich wunschlos glücklich.
Aussies sind hier auch stark auf dem Rückzug (zum Glück ). Im Moment laufen hier genau zwei rum – der elfjährige von entfernten Bekannten und mein eigener siebenjähriger.
Welpen hab' ich schon ewig nicht mehr getroffen.
Border boomten auf dem Hundeplatz ganz ordentlich, bevor wegen Corona alles dicht war, die seh ich aber nie beim Spaziergang. Und was hier im Dorf richtig auffällt, sind zahlreiche neue Malis und Huskys dieses Jahr, das ist wirklich krass. Die Entwicklung beobachte ich auch ein bisschen mit Bauchschmerzen, denn nach dem, was man da bisher sehen konnte, sind die jeweiligen Besitzer dazu leider eher der sorglose Typ à la "lass mal laufen, wird schon gutgehen"/"man muss die nur liebhaben, dann sind das gaaaanz nette Hunde". Im Moment sind die Hunde alle noch relativ jung, aber das wird... interessant im nächsten Jahr.
Bei uns ist das auch so, dass TÜV direkt in der Werkstatt (keine Vertragswerkstatt einer bestimmten Marke) gemacht wird: man bringt das Auto morgens hin, die gucken sich an, ob der TÜV was bemängeln würde – wenn ja, rufen sie an und das wird nach Absprache direkt behoben –, machen den generellen Check-Up/Wartung, dann kommt der TÜV vorbei und abends kann man sein Auto frisch und fertig wieder abholen.
Ich hab' da ja echt wenig Ahnung von Autos allgemein, aber ich kenn das gar nicht anders. Das Auto ohne vorherigen Check direkt zum TÜV zu fahren käme mir irgendwie unnötig kompliziert vor – wenn dann was bemängelt wird, muss ich damit ja trotzdem in die Werkstatt und zusätzlich noch zum Nachprüf-Termin; das wären dann ja drei Termine anstatt eines?
Und ich musste jetzt googlen pardalisa , da sind ja spannende Exemplare dabei.
Gell?
Ich bin bei einigen der Seiten echt zusammengezuckt... Labbis können so geniale Hunde sein, und was ich bisher als absoluter Laie über viele Dinge im DRC gehört habe, fand ich auch wirklich gut durchdacht und klasse – aber diese Moppel-Karikaturen, die da in der Suche bei den Diss-Züchtern auftauchten, haben mit 'nem guten Labbi doch nix mehr gemeinsam. (Und die Überschneidung zu den "Oooh, silber ist 'ne ganz natürliche Mutation"-Typen, während einem gleichzeitig der Labbi mit stechendem Weimaraner-Blick und unpassender Kopf- und Ohrenform entgegen lächelt, fand ich auch... beachtlich.
)