Beiträge von pardalisa

    Die 'Jugendfreundin' meines älteren Rüden war auch so ein Hund: Labrador-Collie-Mix, super entspannt, null Jagdtrieb, freundlich-neutral allen Mitgeschöpfen gegenüber. Die war überall, selbst an vielbefahrenen Straßen, ohne Leine unterwegs und ich war 'damals' fünfzehn und fand das irre beeindruckend.

    Ein böses Erwachen gab's dann, als die Hündin mit nicht mal sechs Jahren in einer Tempo-50-Zone bei uns im Dorf überfahren wurde – weil sie geglaubt hatte, auf der anderen Straßenseite ein Familienmitglied gesehen zu haben, einen kurzen Schritt zur Seite machte, um zu gucken, und ausgerechnet in dem Moment ein Auto kam.

    Seitdem kann ich an freilaufenden Hunden in der Innenstadt, auf Bahnhöfen oder direkt an Straßen nix Beeindruckendes oder Faszinierendes mehr finden (und hab' als Autofahrer dabei auch teilweise ein echt mulmiges Gefühl) und meine eigenen Hunde sind in solchen Situationen angeleint.

    Weshalb soll ich mich als Privathundehalter zum Retter der Rasse aufspielen?

    Das Röntgen (oder andere relevante Tests) hat doch nix mit "Retter der Rasse" zu tun? :???:

    Für ich ist es einfach so: ich ziehe einen Nutzen daraus, dass die Verwandtschaft meines Hundes untersucht wird und die Ergebnisse offengelegt werden. Das fängt beim 'simplen' HD-Röntgen über mehrere Generationen an und geht über genetisch bedingte Augenkrankenheiten bis zur Abklärung von (bei der Rasse seltenen, aber vorkommenden) Epilepsiefällen. Der Nutzen, den ich daraus habe, dass all solche Sachen untersucht, wenn immer möglich offiziell ausgewertet, und mit Züchtern und Deckrüdenbesitzern offen kommuniziert werden, ist der, dass ich einen pummerlgesunden, voll belastbaren Hund habe und weiß, dass die Züchter, die auf diese Infos zurückgreifen können, ihre Wurfplanung nach bestem Wissen und Gewissen machen – wovon ich beim Kauf meines Hundes bereits profitiert habe und dann in der Zukunft eventuell wieder profitieren werde.

    Wenn jetzt jeder sagen würde, "ach, es werden doch eh nur X Welpen aus der Zucht ausgewertet, warum sollte ausgerechnet ich da mitmachen?" – auf was sollen sich solche Überlegungen dann stützen? Auf den einen Welpen des Wurfes, der die ZZL macht?

    Ne, das ist mir zu kurz gedacht. Jeder will 'nen gesunden Hund, von dem er möglichst lange was hat – dann muss man eben auch ein bisschen was dafür tun. Für mich hat das nix mit "Pionierrolle", "Vorreiter" oder sonst was zu tun, sondern gehört einfach zu den Basis-Sachen, mit denen man sich mal beschäftigen kann. Eine Gesundheitsauswertung lässt sich mit minimalem Kosten- und Zeitaufwand umsetzen – wenn ich wirklich "Vorreiter" sein wollte, würde ich mit meinem Rüden die ZZL machen und ihn überregional auf Prüfungen vorstellen und Leistungsnachweise sammeln. Ein bisschen HD-Röntgen ist nix dagegen...

    Hier gibt's die letzte Runde meist zwischen 23 und 24 Uhr und morgens geht's dann wieder zwischen 8 und 9 Uhr raus. :smile: Wenn ich die Nachtschicht arbeite, verschiebt sich das ein bisschen nach hinten – dann geht's nachts nach 2 Uhr noch mal raus und am nächsten Tag wird ausgeschlafen, aber die Ruhezeit ist ungefähr gleich lang.

    Mein dreizehnjähriger Hund hält frühes Aufstehen für Tierquälerei ersten Grades und 'früh' ist für ihn alles vor 11 Uhr xD – der muss morgens dann auch keinen Spaziergang mitmachen, aber wenigstens einmal in den Garten gehen. Danach gibt's 'nen Keks (ja, der hat mich gut erzogen... :ops: ) und anschließend pennt er noch ein paar Stunden und ist für den großen Nachmittagsspaziergang dann richtig fit und ausgeschlafen. Passt für uns so gut.

    Mal eine Frage an die, die hier im Thread mitschreiben:

    Wer von euch allen hat alles untersuchen und auswerten lassen und macht keinen Sport oder Arbeit mit dem Hund oder hat nicht nur für eine ZZL untersuchen lassen?

    Hier, ich auch. Der jüngere Rüde ist geröntgt und ausgewertet, obwohl er garantiert nie in die Zucht geht und sportlich auch keine Höchstleistungen erbringen wird. (Wir machen hauptsächlich Rally-O – dafür hätte ich das Röntgen nun echt nicht gebraucht, das könnte er dreibeinig machen. ;) )

    Würdet ihr das auch "einfach so" machen lassen wenn es wie bei @CharlieCharles über 600€ kosten würde und ihr das gar nicht offiziell auswerten lassen könnt weil ihr in keinem Verein Mitglied seid?
    Ohne offizielle Auswertung bringen die Untersuchungen m.E. nichts oder kann man sie auch ohne Mitgliedschaft auswerten lassen? Das wäre auch noch interessant zu wissen.

    Ja, man kann bei 'meiner' Rasse auch ohne Mitgliedschaft offiziell auswerten lassen. Ich bin auch kein Mitglied in irgendeinem RZV und mein Hund hat keine VDH/FCI, sondern ASCA-Papiere, aber das war überhaupt kein Problem und auch nicht horrend teuer – ich hab' für Narkose, Röntgenbilder, Blutabnahme (für den Gentest), Einschicken und das offizielle Gutachten alles zusammen unter 300€ bezahlt. Wenn ich mir überlege, für welchen Schnickschnack man rund um den Hund sonst so Geld ausgeben kann, finde ich das nicht viel. (Und langfristig finde ich das eine deutlich sinnvollere Investition als das fünfzehnte Leine-Halsband-Set oder so. |) )

    Jetzt mal unabhängig von Mehrzahl oder Einzahl (es sei denn da gibt es einen Unterschied?), welche Schreibweise ist denn richtig?

    Beides. :smile: (Link 1, Link 2)

    ... und wenn man's ganz genau nimmt, gibt's bei Sprache kein komplett 'richtig' oder 'falsch' – richtig ist all das, was von dem angestrebten Empfänger einer Nachricht verstanden wird. Institutionen wie der Duden oder eine Grammatik können Anhaltspunkte eben dafür bieten, aber die (Schrift-)Sprache verändert sich so schnell und so häufig, dass man dem auch keine allzu große Bedeutung beimessen sollte. ;) (Das ist zumindest das, was die Linguistik-Profs bei uns an der Uni immer wiederholt haben.)

    Weil hier die 200€ aufkamen... Ist die HD-Auswertung bei anderen Rassen teilweise echt so teuer? :???: Ich glaub', ich hab' für HD + ED zusammen irgendwas zwischen 80 und 100€ bezahlt.

    (Die Erstellung der Röntgenbilder natürlich nicht mitgerechnet, die hätte ich ja eh für mich machen lassen – bei einem mittelgroßen bis großen Hund gehört das für mich einfach dazu, selbst wenn die Rasse nicht zu HD o.ä. neigt. Mag sein, dass ich da übervorsichtig bin, aber ich bin gerne und viel aktiv mit den Hunden – sei's nun hundesportlich oder auf langen Rad- oder Wandertouren –, da finde ich die Gewissheit, dass ich den Hund voll belasten kann und nicht den einen "genetischen Ausrutscher" mit 'ner schlechten Hüfte erwischt und jahrelang unwissentlich überfordert habe, für mich schon wichtig.)

    Bei meinem älteren Rüden hab' ich HD/ED röntgen, aber nicht auswerten lassen. So für den "Hausgebrauch" halt, zum Radfahren, für Sport, etc. war's mir wichtig zu wissen, ob alles einigermaßen okay ist, aber mir war damals nicht klar, dass ich mit einer offiziellen Auswertung auch einen kleinen Beitrag zum Gesamtwohl der Rasse leisten könnte. Da der Züchter schon im ersten Lebensjahr das Interesse verloren und sich auf Mails nicht mehr gemeldet hat, hab' ich alle weiteren Untersuchungen (Augen-Check-Up im Alter z.B.) einfach für mich gemacht.

    Der jüngere Rüde ist HD/ED geröntgt, offiziell ausgewertet und das Ergebnis hab' ich an die Züchterin weitergeleitet. Wir haben losen, aber guten Kontakt und ich weiß, dass ich mich jederzeit bei ihr melden kann, wenn ich irgendwelche Fragen oder (gesundheitlichen) Probleme mit dem Hund hätte. Außerdem ist er MDR1-getestet (er hätte durch die Eltern nur +/+ oder +/- sein können, ich wollt's aber genau wissen), aber das ist ja irrelevant für die "Zucht als Ganzes", da er kein Deckrüde ist oder jemals sein wird.

    Bei zukünftigen Hunden würde ich das wieder so machen und rassetypische Sachen im entsprechenden Alter untersuchen, offiziell auswerten und an den Züchter weitergeben. Ich würde mich ja auch freuen, wenn aus der Verwandtschaft meines Hundes und den vorherigen Würfen des Züchters die entsprechenden Ergebnisse vorliegen und die Wurfplanung mitbeeinflussen, also leiste ich da gern einen kleinen Beitrag zu.

    So wie du das beschreibst, hat er große Probleme damit Reize richtig einzusortieren und Frust auszuhalten, oder?

    Ich fänd's schwierig, mit so einem Hund wieder über Frust-aushalten-Müssen zu trainieren, d.h. ihn wieder und wieder ins Fehlverhalten 'reinrasseln' zu lassen. Bei einem Hund, der Frust gut wegsteckt und sein eigenes Verhalten rasch anpasst, klar – aber anscheinend ist das für Eneas schwierig, den Zusammenhang zwischen "ich janke herum" und "das ist nicht gewünscht, deswegen komme ich nicht zum Ziel" herzustellen.

    Hast du mal versucht, ihn ganz, ganz kleinschrittig für jedes ruhige und erwünschte Verhalten zu bestätigen? Also wirklich in absoluten Mini-Schritten, dass es einem schon fast lächerlich vorkommt, und ansetzend, bevor er überhaupt in diese hohe Aufregung kommt?

    Ich hab' das auch mit einem Bleib-auf-deiner-Decke geübt. Anfangs mit Anleinen, d.h. Hundedecke vor einem Baum/Gartenzaun/was-auch-immer platziert, den Hund, der gerade nicht dran war, so kurz angebunden, dass er da nicht runter konnte, und ihn dann belohnt, wenn er entspannt und ruhig war. Immer nur für kurze Zeit und ihn nie hochdrehen lassen, das wär' ja kontraproduktiv gewesen.

    Mit der Zeit ist das zum Automatismus geworden und die Leine war nicht mehr nötig – und mittlerweile brauche ich auch keine Decke oder so zum Warten mehr: Sobald klar ist, dass ich nur mit dem einen Hund was mache, packt der andere sich selbstständig irgendwo abseits hin und wartet, bis er dran ist.

    Ich finde die eigentlich nur mäßig sicher.. die Wände aus Pressholz, ist so naja..

    Wobei das, wie alles bei der Box-Entscheidung, Abwägungssache ist. ;) Ich hab' ja jetzt nicht wirklich viel Ahnung von Physik, aber: Bei einer Bremsung oder einem Zusammenstoß beschleunigt ein Hundekörper in der Box i.d.R. zunächst und wird dann ruckartig und nach (möglichst kurzem) Flugweg durch den Aufprall 'ausgebremst'. Die Energie, die dabei entsteht, muss irgendwo hin, die verpufft ja nicht einfach – d.h. entweder muss das Material der Box die 'auffangen' oder der Hundekörper. Und je größer dabei die Aufprallfläche ist, desto besser, weil sich die ganze Kraft nicht auf wenige Punkte konzentriert. (Deswegen sind die meisten Geschirre zum Anschallen ja so ein Murks, weil die wahnsinnig große Kraft auf wenige, instabile Punkte verteilt wird, was entweder zum Reißen des Materials oder zu großen Schmerzen beim Hund führt.)

    Nimmt man jetzt eine Box mit größtenteils geschlossenen Wänden aus Pressholz wie die Trixie-Box, dann bietet die a) eine große Fläche und b) nachgiebiges Material, das sich bei einem Aufprall eher selbst etwas verformt, als den plötzlichen 'Schockmoment' zu 100% an den Hundekörper abzugeben.

    Im Gegensatz dazu hat z.B. die VarioCage an der Seite diese waagerechten Stangen (= wieder das Problem mit der punktuellen Kraftverteilung) und sie ist aus Stahl, was definitv nicht so leicht nachgibt, d.h. da gibt eher der Hundekörper nach.

    Ich will damit nicht sagen, dass das eine grundsätzlich besser und das andere grundsätzlich schlechter ist – aber es sind halt unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Risiken, die man kennen und für sich persönlich bewerten sollte. Und je nach Hundegröße und -gewicht kann die Risikoverteilung da auch noch mal ganz anders ausschauen.

    (Ich würde z.B. eher ein etwas nachgiebiges Material und eine große Aufprallfläche wählen, weil ich meinen mittelgroßen Hund lieber mit Prellungen und ein paar Holzsplittern im Pelz aus dem Auto hole, anstatt 'ne unversehrte Stahlbox und 'nen Hund mit multiplen Brüchen zu haben, überspitzt gesagt. ;) Dafür lebe ich halt mit dem Risiko, dass sich einige dieser Holzsplitter auch in meine Richtung verteilen können und hab' im Hinterkopf, dass ich diese Lösung jetzt, für die aktuelle Gewichtsklasse meiner Hunde bevorzuge und das weder eine allgemeingültige Sache für alle HH, noch meine Lösung für immer und ewig sein muss.)