Beiträge von pardalisa

    @physioclaudi Drei finde ich auch häufig eine ungünstige Konstellation, vor allem bei gemischt-geschlechtlichen Gruppen oder wenn die Hunde vom Verhalten und ihren Bedürfnissen und ev. dem Alter sehr stark unterschiedlich sind. Wenn ich das im Bekanntenkreis so beobachte – einer der Hunde ist da immer eher außen vor; und im schlimmsten Fall "rotten" sich zwei zusammen und machen Blödsinn, während der dritte untergeht. :/ Für den Besitzer artet das dann echt in Arbeit und erhöhten Zeitaufwand aus, das muss man wollen (und überhaupt erst mal leisten können).

    Insofern – und musste du ja nicht öffentlich hier im Forum machen ;) – würde ich mich da an deiner Stelle auch noch mal in einer ruhigen Minute hinsetzen und ein paar Fragen durchgehen: Hättest du die Zeit und Kapazitäten, um wenigstens für einige Zeit notfalls getrennt spazieren zu gehen, um eventueller, unerwünschter "Rudel-Dynamik" vorzubeugen? Könntest du damit leben, dass sich der neue Hund ev. enger an deine Hündin anschließen würde und dein Sheltie "außen vor" wäre? Was ist, wenn die beiden Rüden untereinander Zoff um die Hündin anfangen oder als "geschlossene Gruppe" nach außen auftreten und dann mit Fremdhunden und/oder Menschen deutlich mehr Managment benötigen?

    Wie gesagt, es gibt bestimmt auch zahlreiche Beispiele, wo das alles völlig problemlos klappt, aber mit steigender Hundezahl im Haushalt würde ich zumindest einen wasserdichten "Was, wenn nicht?"-Plan haben und das in Gedanken sorgfältig durchgeplant haben wollen.

    Wie übt ihr das "Wege nicht verlassen"?

    Barriereklickern, Schleppleine (Begrenzung), immer wieder ermahnen?

    Ein Mischmasch aus all dem. Die Hunde (eigene und regelmäßige Gassi-/Sitter-Hunde) lernen bei mir alle ein "Raus da"-Kommando, was bedeutet, dass sie sich sofort zurück auf den Weg begeben sollen. Sie müssen nicht zu mir kommen, aber halt die Nase aus dem Gebüsch nehmen ;) xD , den spannenden Laubhaufen mal links liegen lassen oder was-auch-immer. Ich bring das mit Keks und Clicker bei, weil's mir am meisten liegt, und sichere notfalls eine Weile über Schleppleine ab, bis der Hund das Konzept verstanden hat.

    Meistens bieten sie das aber auch schon wirklich viel von selbst an – sieht man auch schön in dem Video von @mairi, finde ich, wie die drei da total einträchtig und entspannt hintereinander "in der Wegspur" laufen. So sieht das hier auch aus, wenn ich mit meinen beiden (+ manchmal 1-2 bekannten, "Tagesgast"-Hunden) unterwegs bin.

    Schwieriger wird's, wenn man beispielsweise einen erwachsenen Hund übernimmt und der schon öfter und über lange Zeit die Erfahrung gemacht hat, dass er eh wie bekloppt kreuz und quer rennen darf. Mein Gelegenheits-Gassi-Hund wurde beim Vorbesitzer z.B. mit Bällchen mitten in den Wald schmeißen und gezielt Krähen auf dem Acker aufscheuchen "beschäftigt". :muede: Da ist die "Wegtreue" natürlich erstmal futsch und man hat ein bisschen Arbeit vor sich.

    Hier schreiben so viele, ihre Hunde dürften die Wege nicht verlassen. Wie genau meint ihr das?

    Kommt bei uns auf den Weg an. :smile: Ich hab' mal im Fotoarchiv gekramt und ein paar Beispiele rausgesucht, daran wird's anschaulicher.

    Spoiler anzeigen


    Externer Inhalt farm8.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    So sehen die meisten Feldwege bei uns aus – in der Mitte geteert oder geschottert, daneben ein ganzjährig kurzgemähter Streifen von variabler Breite – mal nur ein Meter, mal mehrere Meter breit, dann Acker. Laufen dürfen meine Hunde auf dem Weg (klar xD ) und auf dem gemähten Streifen immer; und auf dem Feld seltenst und nur dann, wenn ich's explizit freigebe, z.B. wenn's im Herbst ein Stoppelfeld ist.

    Schwieriger wird's bei solchen Wegen:

    Externer Inhalt farm1.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Das Bild wurde vorletztes Jahr ein paar Tage nach Ende der BuS aufgenommen und das, worauf mein Senior da so fröhlich herumtrabt, ist ein ausgeschilderter europäischer Fernwanderweg. Natürlich dürfen die Hunde auch da nicht rechts und links ins Gebüsch oder den Acker, aber bei solchen Wegen bringt weder die Leinenpflicht noch ein Auf-dem-Weg-Bleiben strenggenommen etwas, weil man bei dem Bewuchs jederzeit damit rechnen muss, dass da direkt vor den Füßen und Pfoten Wildtiere liegen oder brüten. (14 Tage vorher hätte ich da mit einer SL/Flexi am Hund durchpflügen und Rebhühner hochscheuchen können und die BuS-Regelungen hätten das genau Null verhindert. :muede: )

    Solche Feldwege (auch das Mini-Waldstück im ersten Bild) sind hier aber die Ausnahme, die meisten Feldwege sind breit, rundherum sind keine Hecken, kein Gebüsch, kein Wild – reine Wirtschaftswege und Nutzfläche halt. Für den Artenschutz und die Vielfalt in der Landschaft finde ich das unglaublich schade.

    Im Wald dagegen wird's schwieriger mit der Definition von "Weg". In dem Wald bei uns um die Ecke sehen viele Wege – oder vielleicht besser "Pfade" – so aus:

    Externer Inhalt farm4.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt farm5.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Bei Spaziergängen dort achte ich (selbstverständlich!) darauf, dass die Hunde nicht kreuz und quer durch die Gegend pflügen, aber wenn sie mal 1-2 Meter vom Pfad abweichen, um 'nen Baum zu markieren oder kurz ein Farndinges anzuschnüffeln, schicke ich sie nicht sofort auf den Pfad zurück – ein Radius von 5-10m um mich herum beim normalen Traben ist aber Pflicht und ins dichte Gebüsch gehüpft werden darf auch nicht. Auf umgekippte Baumstämme am Weg klettern, im Bach planschen, etc. ist aber erlaubt – da, wo die Gegend es eben zulässt. Hier z.B. nicht:

    Externer Inhalt farm5.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Bei solchem Unterholz rechts und links ist strenges Auf-dem-Weg-Bleiben angesagt. (Aufgenommen im Nationalpark Harz, da ist eh ganzjährig Leinenplicht für Hunde und Wegpflicht für Menschen.)

    Und dann haben wir noch die nicht so zahlreichen, aber vorhandenen Wirtschaftwege im Wald:

    Externer Inhalt farm5.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Für die gilt für die Hunde das Gleiche wie bei den Feldwegen vom allerersten Bild – Weg ist selbstverständlich erlaubt, der gemähte, kurze Grasstreifen (und die Balancier-Baumstämme) auch, alles jenseits ist tabu.

    Das sind so grob zusammengefasst die Regeln, die für meine Hunde immer – d.h. ganzjährig und unabhängig von BuS ;) – gelten.

    In der BuS geht es nunmal gerade um brütende Vögel oder andere Tiere mit Babies, die ungeschützt in Feldern/Wegesrändern liegen und nicht aufgescheucht/verschreckt werden sollen.

    Und das passiert nunmal auch, wenn Hunde ständig in Wiesen, Unterholz und weit über die Wegränder hinaus rumrennen.

    Ich kann verstehen, dass dann irgendwann Verbote und Strafen kommen, denn ich kenne genügend Leute, die ihre Hunde überall toben und rennen lassen.

    Das Problem ist nur, dass der Leinenzwang in der BuS so sinnlos ist, weil er genau das – also Hunde im Unterholz, abseits der Wege, mitten in Gelegen von Bodenbrütern, etc. – gerade nicht verhindert. Das Einzige, was verhindert wird, ist das unkontrollierte Hetzen – was nach nds. Hundegesetz eh schon das ganze Jahr unter Strafe steht, dafür hätte es also nicht die Regelung zur BuS gebraucht.

    Bei uns ist überall Leinenzwang, aber die Leinenlänge ist nicht vorgeschrieben, d.h. ich könnte (und es gibt genug Leute, die das tatsächlich tun) mit 20m langer Schleppleine am Hund kreuz und quer über Wiesen und durch den Wald laufen. Ist nicht verboten, kann der Jäger/Förster zwar aufklären und den HH bitten, das zu unterlassen, aber wenn jemand Lust darauf hat, seinen Hund neben dem Weg mit der Leine dran durchs Unterholz brechen zu lassen, kann man ihm das in den allermeisten Fällen nicht verbieten. Schutz für irgendwelche Wildtiere durch Leinenzwang? Eher weniger. Aufgescheucht und/oder plattgetrampelt werden die trotzdem.

    Ich hab' das an anderer Stelle im Forum schon mal erzählt, aber es wäre so viel sinnvoller, wenn es für die BuS ein für alle (!) geltendes Gebot gäbe, auf den Wegen zu bleiben – Hundehalter, Hunde, Waldkindergartengruppen, Mountainbiker, Wanderer, etc. Das könnte man dann auch gerne kontrollieren und Verstöße mit empfindlichen Geldbußen belegen, das fände ich absolut verständlich und fair.

    Bei meinen Eltern in der Nähe gibt es sowas ähnliches schon – da haben sie eine sog. Wildruhezone. In der darf man die Wege nicht verlassen, aber solange man nix kaputt macht und nicht stört (... was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte!), darf man den Teil des Waldes trotzdem zum Spaziergang nutzen, muss seinen Hund dort auf dem Spaziergang nicht anleinen, darf dort mit dem Fahrrad fahren, usw.

    Solche Gebiete auszuweiten, die Bevölkerung über den Nutzen zu informieren und Fehlverhalten dort zu kontrollieren und zu bestrafen – das wäre doch viel sinnvoller als pauschal 'nen flächendeckenden Leinenzwang zu verhängen, der den eigentlichen Zweck, nämlich Schutz der Wildtiere, sowieso nur unzureichend erfüllt.

    Ich seh' schon, ich muss umziehen. ;) |)

    Bei uns wird von offizieller Seite auch wenig kontrolliert (kommt aber vor); mehr nerven die selbsternannten Sheriffs – ältere Männer, häufig Rentner, die mit kleinen Mopeds oder E-Bikes durch die Feldmark fahren und Hundehalter anpampen, dass ja BuS wäre. :muede: Meine Hunde bleiben auf den Wegen, wenn sie unkontrolliert jagen würden, wären sie eh nicht frei, auch den Rest des Jahres nicht, aber das interessiert solche Leute ja leider nicht und 'ne Diskussion kann man sich da sparen. Deswegen werde ich in den nächsten Wochen die langen Leinen öfter brauchen, dann hat man seine Ruhe – und es kann halt doch mal sein, dass man nicht den x-ten gelangweilten Rentner, sondern tatsächlich einen OA-Mitarbeiter in Zivil trifft.

    Ist halt schade mit dem Leinenzwang, weil's so unnötig ist und uns schon einschränkt – mein Senior steht und schnüffelt gerne und viel, während der jüngere Hund gerne auch mal auf 'nen Baumstamm klettern, über einen Graben hüpfen, usw. würde – geht aber alles mit SL nicht in dem Maße wie sonst. :/ Kein Riesendrama, aber es nervt halt.

    Ach so, und ich hab' auch noch mal 'ne Frage, weil wir ja vor einigen Seiten das Thema "Laufen an kurzer Leine" hatten: Wie macht ihr das bei langen Leinen (= mehr als 5m)?

    Bei uns fängt übermorgen die Brut- und Setzzeit und damit der dreieinhalbmonatige Leinenzwang wieder an :roll: – meine bisherige Planung sieht so aus, dass ich den jüngeren Rüden an die Schleppleine nehme und den Seniorhund an die Flexi. (Und sooft wie möglich ins Nachbarbundesland fahre, damit sie mal eine ganze Gassi-Runde ohne Leine laufen können...)

    Wie macht ihr das, wenn ihr eure Hunde über einen längeren Zeitraum nur angeleint beim Spaziergang führen dürft? Mehr Action zu Hause im Garten? Mehr getrennte Spaziergänge? Alles wie immer? :smile:

    wie vermeidet man das? Das lese ich immer wieder und es interessiert mich wirklich. ich habe wirklich viele dahingehende Tips versucht umzusetzen, es hat nie funktioniert. Emil wurde noch gestresster, ich noch genervter, es ging einfach nicht. Ich habe inzwischen den Eindruck einen Hund, der so gesprächig ist, den kann man nicht abstellen. Man kann es managen, auch eindämmen, das passiert hier ja auch alles, aber ich werde es NIE aus dem Emil rauskriegen. Und ich bin der Meinung es geht auch nicht. Jetzt steinigt mich xD

    Moment, ich kram' mal kurz nach Steinen... ;) Nein, Spaß beiseite – ich kenn' deinen Emil ja nicht, aber bei uns ging das Vermeiden von sinnlosem Gekläffe (echtes Melden, wenn wirklich was ist, dürfen und sollen sie!) sozusagen "zweispurig": --- Edit, ich pack's in den Spoiler, will ja nicht jeder so einen Textblock lesen. :ops: ---

    Spoiler anzeigen

    Zum einen habe ich quasi von der ersten Minute an, die der Welpe bei mir war, darauf geachtet, dass ich ihn, wenn er wegen irgendwas extrem aufgeregt/"angeknipst"/drüber war, nicht einfach so "stehen gelassen" und darauf gewartet habe, dass er sich von allein wieder beruhigt oder gewünschtes Verhalten zeigt, sondern ihm aktiv gezeigt, was ich stattdessen sehen will. Mit der Zeit hat sich das gefestigt und er hat daraus 'ne nützliche Verhaltenskette gebastelt. (Beispiel: Wenn er von einem anderen Hund auf engem Raum angepöbelt wird, findet er das saublöd, aber er ist still, weil er weiß, dass wir, sobald die Situation vorbei ist, irgendwas gemeinsam machen, wo er den Druck ablassen kann, z.B. 'ne handvoll Kekse im Gras suchen, ein bisschen ohne Leine flitzen o.ä.)

    Und zum anderen hab' ich eine "Korrektur" (bin mir nicht sicher, ob das das richtige Wort ist – keine reine "Deckelung", eher sowas wie ein Feedback sozusagen) etabiliert, die für den Hund direkt mit Ruhe/Zuschauen/Abschalten verbunden ist – bei meinem jüngeren Hund ist das ein neutrales "Ey!" und das Angebot, dass er Körperkontakt zu mir aufnehmen kann, was er in 99% der Fälle dann auch tut. (Beispiel: wir haben vorhin eine große Gruppe Rehe gesehen, die plötzlich lossprinteten – super verlockender Reiz für ihn und ich konnte richtig sehen, wie er unter Strom stand und kurz vor Frustbellen war, weil er nicht hinterher darf. Also gab' s ein "Ey!", ich hab' mich hingesetzt, das 22kg Tierchen ist mir mitten auf dem Feldweg auf den Schoß gekrabbelt xD , hat sich an mich rangedrückt und wir haben zusammen zugeschaut, wie die Rehe abgezogen sind. Sah bestimmt hoffnungslos bescheuert aus, aber es wirkt bei ihm.)

    Ich glaube nicht, dass das bei jedem Hund genauso funktioniert – meiner macht's mir leicht, weil er auf soziales Feedback, Körperkontakt, gemeinsame Aktionen, etc. total steht und das für ihn einen hohen Stellenwert hat ohne ihn dabei irgendwie zusätzlich hochzudrehen. Aber ich hab' die Erfahrung gemacht, dass viele Leute bei einem Verhalten, dass sie beim Hund gerne abstellen würden, entweder keine Alternative, die für den Hund wirklich "was wert" ist, etabliert haben – oder der Abbruch/das Aufhör-Kommando bislang nur so gelernt wurde, dass der Hund das unerwünschte Verhalten dann zwar nicht mehr zeigt bzw. sich bemüht, das nicht mehr zu tun, aber die Anspannung trotzdem noch da ist und der Hund verständlicherweise nicht weiß, wohin er damit soll. Und mindestens eins von beidem – hochwertige Alternative oder Korrektur, die zur "inneren Ruhe" führt – finde ich im Kontext "unerwünschtes Kläffen" echt nützlich.

    Kann man mein Geschwurbel einigermaßen verstehen? :ops: Ist jetzt leider ziemlich lang geworden, sorry.

    Ich glaube wenn hier ein Sheltie einzieht, beantworte ich alle Lassie/Collie Kommentare mit "Ja, wir haben den mal zu heiß gewaschen" :applaus: :ops:

    Mein Hund hat eine natürliche (= angeborene) Stummelrute, die bei der Rasse ab und zu vorkommt, und mein Vater beantwortet, wenn wir da zu Besuch sind, blöde Sprüche von anderen Leuten, die nicht kurz nachfragen, sondern gleich lospampen, von wegen "kupiert! Tierquälerei! Wie kann man nur?" mittlerweile mit "nö, der ist nicht kupiert, da bin ich mal mit dem Rasenmäher drübergefahren."

    Zack, Ruhe. xD