... und wenn man Hunde läßt (nein nicht im Sinne von "oh er wird ein bisserl gebissen, da muß er halt durch), wenn man Hunde ihre Sprache sprechen läßt, und da gehören alle Nuancen dazu, dann weiß ein Hund schon, wo er hinrennen kann, was er läßt, wen ihn nicht interessiert.
Ich weiß ja nicht, wo du wohnst und ich kann mir gut vorstellen, dass das regional stark verschieden ist, aber: ich geh' regelmäßig mit meinem Sitter-/Gassi-Hund, der eigentlich einer Bekannten gehört, die ihn secondhand übernommen hat, spazieren. Der ist doppelt gesichert, trägt einen Maulkorb und man macht mit ihm um "Hundespielweisen" und Auslaufgebiete sebstverständlich einen weiten Bogen, weil der andere Hunde ernsthaft beschädigend angehen würde, wenn er könnte.
Der hat unbestreitbar ein Defizit in vielen Bereichen und ist sozial... schwierig – aber er warnt wirklich schön vor, lehrbuchmäßig quasi: er zeigt körpersprachlich und "verbal" die gesamte Palette Drohverhalten. Er sagt schon auf große Distanzen, dass er sowas von gar keinen Bock auf andere Hunde und deren "Hallo sagen" hat und signalisiert wirklich überdeutlich "komm mir nicht zu nahe, sonst knallt's!"
Und trotzdem hat die Besitzerin immer mal wieder das Problem, dass andere Hunde unbeirrt angelaufen kommen, sich, flapsig gesagt, auf die (Körper-)Sprache ihres Hundes ein Ei pellen und sozusagen sehenden Auges auf einen Hund zusteuern, der sie in Grund und Boden stampfen will/wird.
Da dann zu sagen "wenn man Hunde nur lässt, wissen die schon, was gut für sie ist und wo sie hingehen können" finde ich... optimistisch zu kurz gedacht.
Einige, gar nicht so wenige Hunde wissen's eben nicht oder verschätzen sich – natürlich haben die dann keine Löcher (meine Bekannte ist sich ihrer Verantwortung da natürlich bewusst, dass in erster Linie sie ihren Hund so sichern muss, dass er keine Gefahr darstellt!), aber ich versteh einfach nicht, warum manche Leute ihren Hund solchen unangenehmen Situationen aussetzen und ihn da hinlaufen lassen müssen.
Ein bisschen mehr Hundekontakt-Regelung von Menschenseite, ein bisschen mehr Zuhören, wenn da jemand mit einem angeleinten, vielleicht sogar be-maulkorbten Hund 10m neben dem Weg steht und um "kein Kontakt, bitte!" bittet und ein bisschen weniger von-oben-herab-Sprüche à la "also meiner ist ja normal und normale Hunde können und wollen schnüffeln/Hallo sagen; der da ist ja schlimm gestört, wenn er das nicht will" (nicht auf dich bezogen! ist aber etwas, das man mit so einem Hund unterwegs öfter mal hört) würde vielen Hundehaltern da wirklich guttun.