Beiträge von pardalisa

    Wenn man mal bei der absoluten Basis anfängt, gehören zu einer guten Hundehaltung vermutlich zu allererst die Befriedigung der Grundbedürfnisse, d.h. Vorhandensein von Futter, Wasser, Tageslicht, frischer Luft, Bewegung, Sozialkontakte, medizinische Versorgung (sofern nötig).

    Bei einem jungen, gesunden "Durchschnittshund" würde das für mich bedeuten, dass jemand, der warum-auch-immer als Halter nicht in der Lage ist, das im Normalfall täglich zu leisten, keinen Hund haben sollte.

    Persönlich fände ich es darüber hinaus noch schön, wenn der Hund rassetypisch oder nach seinen eigenen Interessen (klingt übel vermenschlicht :ops: , aber was dem Hund halt so liegt) in irgendeinerweise beschäftigt bzw. gefördert würde und der Halter sich wenigstens oberflächlich auch ein bisschen mit der Theorie hinter der Hundehaltung auseinandersetzen würde (Erziehungsmethoden, versch. Motivationen für Verhalten, etc.). Ich bin mir aber sicher, dass es massig Hunde gibt, bei denen das nicht der Fall ist und die trotzdem ein ganz wunderbares Leben führen und gut gehalten werden, das wäre also nur so mein sehr subjektives "Sahnehäubchen".

    Bei den Details kommt es mir oft so vor als ob sich da in Diskussionen in Glaubenskämpfen verrannt wird... Gerade bei solchen Fragen wie "Ist eine Box gut/böse?" (überspitzt gesagt ;) ), "Welches Futter ist das beste?", "Flexileine ja oder nein?" etc. pp. – das finde ich oft anstrengend und wenig zielführend. Solange man bei solchen Fragen nicht in absolute Extreme gerät, sagen einzelne Positionen bei solchen Themen m.M.n. noch nix über gute oder schlechte Hundehaltung im Ganzen aus.

    Ich hab' mal eine Frage an die Fell-Experten: heute Morgen kam im Gespräch mit jemandem zufällig das Thema auf Fellpflege, Fellwechsel, usw. Wir haben beide Hunde mit festerem Deckhaar und feinerer, flauschiger Unterwolle.

    Ich hab' erzählt, dass ich meine Hunde jetzt im Fellwechsel ca. jeden zweiten bis dritten Tag einmal "überstriegle"/kurz durchbürste. Zum einen, weil's mir einfach Spaß macht :ops: , zum anderen, weil so natürlich auch die toten Haare flotter rauskommen und gerade der jüngere meiner Hunde sich sonst auch schubbert, weil ihn die Wolle juckt.

    Die andere Person meinte dann, dass durch so häufiges Bürsten das Nachwachsen der Unterwolle erst recht angeregt wird und der Hund so immer mehr und mehr "Fell produziert". Stimmt das? :???: Hängt die "Nachwachsrate" der Unterwolle bei Stockhaarhunden wirklich vom Bürsten ab? (Ich hab' schon mal gegoogelt, da steht das an verschiedenen Stellen auch – aber immer einfach so, ohne Quellenangabe oder wissenschaftlich-biologische Begründung...) So richtig kann ich mir das nicht vorstellen, dass das stimmt, aber vielleicht weiß ja jemand mehr dazu?

    Eigentlich wollte ich bei meinem ersten eigenen Hund eine Hündin, aber meine Eltern hatten zu dem Zeitpunkt eine Hündin, bei der wir uns nicht sicher waren, ob sie "andere Göttinnen neben sich" ;) dulden würde, also zog bei mir ein Rüde ein. Bereut hab' ich das nie, ganz im Gegenteil – mein Zweithund wurde wieder ein Rüde (u.a., weil ich in Läufigkeiten nicht zuverlässig trennen könnte) und ich ertappe mich dabei, dass ich bei Anzeigen für Abgabehunde, spannenden Würfen, etc. auch eher auf die Rüden schiele. :ops: Hat sich meine leichte Präfärenz im Laufe der Jahre anscheinend geändert.

    Mein Hudson heißt Shawn ;) und ich schließ mich an – so ein Hund ist Gold wert. Hier werden "neue Hunde" (am Anfang mein Zweithund bzw. der Hund meiner Eltern, wenn er bei mir war, jetzt gelegentliche Gassi-/Sitterhunde) auch erstmal neben dem hündischen Ruhepol einsortiert. Der geht dann mit gutem Beispiel und unerschütterlichem Nervenkostüm voran und bislang ist jeder Neuzugang da vertrauensvoll mitgetappt.

    Bei uns war der kleinste Hund, den wir je in der Familie hatten, eine saucoole und ziemlich robuste Rauhaardackelhündin :herzen1: – alle nachfolgenden Hunde waren 15, 20 oder sogar 25kg schwer.

    Ich bin mit solchen Mini-Winzig-Hunden von unter 5kg also schon extra vorsichtig, wenn ich irgendwo Kontakt zu ihnen habe, weil ich's einfach nicht gewohnt bin. Und meine Hunde lasse ich mit Zwergen in der Größe auch nicht freilaufen (gemeinsamer Leinenspaziergang ja, aber kein Spiel, kein Rennen zusammen).

    Ich würde auch Ruhe bewaren, den Garten vernünftig und stabil sichern (ev. einen zweiten Zaun mit etwas Abstand ziehen, damit deine Hunde gar nicht mehr direkt zum äußeren Zaun kommen und sich da aufregen können – entspannt Passanten und deine Hunde auch), und bei der Labradorbesitzerin mal freundlich nachfragen, ob alles okay ist. Das kostet sicher ein bisschen Überwindung, weil sie ja schon mit Polizei und Co. gedroht hatte, aber vermutlich war sie in der Situation auch nur furchtbar erschrocken und meint das vielleicht gar nicht mehr so. Es würde auf jeden Fall zeigen, dass du dich kümmerst und den Zwischenfall ernst nimmst, was einen guten Eindruck macht, falls da von Ordnungsamt-Seite wirklich noch was kommt.

    Falls sich herausstellt, dass der Labrador doch ein paar kleine Löcher abbekommen hat, die nicht sofort bemerkt wurden, würde ich die Behandlung beim Tierarzt entweder sofort anbieten zu übernehmen oder zumindest schon mal die eigene Hundehaftpflichtversicherung informieren. Auch das macht hinter immer einen besseren Eindruck als wenn man sich da hinstellt und argumentiert "also, aber der andere war ja ohne Leine, und pinkelt überall hin". Mag sein, hat damit aber nix zu tun. ;)

    Andererseits finde ich gar nicht so schlecht, dass das OA tatsächlich reagiert, auch flott reagiert, und dabei so verständig ist und keine überzogenen Ansprüche stellt oder versucht einem einen Strick zu drehen.

    Ja, auf jeden Fall. Ich kann auch absolut verstehen, dass das OA da lieber einmal mehr nachguckt, weil bei dem Fall in Hannover jetzt ja auch nach und nach herauskam, dass da von Amtsseite geschlampt wurde und vermutlich dienstrechtliche Konsequenzen folgen werden.

    Aber dass die Nachbarn in so'nem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt und man sich allgmein ganz freundlich gesonnen ist, da gleich "offiziell werden", anstatt erst mal zur Nachbarin zu gehen und zu sagen "Du, wir haben die Nachrichten gesehen und machen uns ein bisschen Sorgen..." Das hätte ja vielleicht schon gereicht.

    Aber von OA-Seite aus finde ich das auch völlig in Ordnung und klasse, dass sie anscheined jemanden mit Hundeverstand geschickt haben, der da ruhig bleibt und das richtig einschätzen kann.

    Bei den Reaktionen auf meine beiden Hunde hab' ich (zum Glück) bislang keinen Unterschied feststellen können – die sind allerdings auch langhaarig-wuschelig, sehen für Laien vermutlich "niedlich & harmlos" aus und sind im Moment eh an der Schleppleine und ich weiche aus, damit sie damit niemanden einwickeln, weil hier in Niedersachsen gerade Brut- und Setzzeit ist. Viel Kontakt oder Klönen mit irgendwelchen Passanten gab's deswegen noch gar nicht in den letzten Tagen.

    Bei der Besitzerin meines Gelegenheits-Gassi-Hundes stand heute morgen allerdings das Ordnungsamt vor der Tür... Der Hund hatte mehrere Vorbesitzer, ist grundsätzlich eher schwierig (würde andere Hunde mit Beschädigungsabsicht angehen und findet fremde Menschen auch tendenziell überflüssig) und ist noch dazu groß und schwarz. Der wird aber sehr vorausschauend gehalten/geführt: zweireihiger, hoher Zaun im Garten zu den Nachbarn, damit da niemand aus Versehen durchfasst, verlässt das eigene Grundstück nur mit Maulkorb und doppelter Sicherung, etc.

    Trotzdem haben die Nachbarn jetzt beim OA angerufen und berichtet, dass "da auch so ein Hund" wohnen würde. (Nachdem der Hund da schon knapp zwei Jahre ohne irgendwelche Vorfälle in absoluter Ortsrandlage lebte, wohlgemerkt.) Zum Glück waren die OA-Mitarbeiter ganz verständig, haben sich alles angeguckt und erlären lassen und sind ohne Drama wieder abgezogen. Schräg und ein bisschen mies finde ich das von den Nachbarn trotzdem – anstatt in Panik irgendwelche Ämter anzurufen, hätte man ja auch erstmal bei der Nachbarin klingeln und ein ruhiges Gespräch wegen ev. Bedenken führen können. :ka:

    Ich kann auch absolut verstehen, dass man – gerade, wenn man selbst im Tierschutz aktiv ist/war –, von der "Umtausch-Mentalität" mancher Interessenten nur noch genervt ist, auf jeden Fall. Jetzt nicht auf irgendwen hier im Thread bezogen, aber dieses "ach, testen wir mal, und wenn's nicht so hinhaut, schieben wir den Hund halt weiter hin und her, das macht dem doch nix" finde ich wirklich übel.

    Aber das hier finde ich auch einen wichtigen Aspekt:

    Mir persönlich wäre es manchmal allerdings lieber, die Leute würden die Hunde, wenn's aus welchen Gründen auch immer nicht passt, zurückgeben können, weil dem einen oder anderem Hund würde viel Leid erspart würde, wäre er in kompetenteren Händen...

    Mir fallen auf die Schnelle fünf Fälle (zwei davon hier im Forum) ein, wo man schon viel, viel früher die Reißleine hätte ziehen und den Hund hätte abgeben können – und allen Beteiligten wäre viel Leid, Stress und schlaflose Nächte erspart geblieben. Und wenn man da gaaanz vorsichtig fragte, ob schon mal an Abgabe des Hundes gedacht wurde, kam natürlich prompt die Entrüstung: "Natürlich nicht! Wie kann man nur! Das schaffen wir schon/stehen wir zusammen durch/da beißen wir die Zähne zusammen."

    Das andere Extrem, dieses Festklammern, obwohl damit niemandem und am wenigsten dem Hund geholfen ist, weil "man das so macht und keinen Hund wieder abgibt", finde ich nicht minder übel.

    Und ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass ihr dann zwei Hunde mit unterschiedlichen Bedürfnissen habt, vor allen Dingen so in ca. einem 3/4 Jahr. Hast du bzw. habt ihr beispielsweise die Zeit, zwei Runden zu laufen, weil Ömchen die große Runde für den dann jungen Hund nicht mehr schafft?

    Das finde ich einen ganz wichtigen Aspekt. Im Endeffekt hättet ihr dann zwei "Einzelhunde", die in ihren Bedürfnissen ziemlich weit auseinander sind – der Welpe will in spätestens einem Jahr auch mal längere Spaziergänge, Action und Abenteuer erleben :D , die Seniorin wird lange Nickerchen, häusliche Ruhe und einen geregelten Tagesablauf mit nicht allzu langen Wanderungen zu schätzen wissen.

    Das ist schon ein ganz schöner Spagat, den muss man erst mal schaffen können und wollen. Dazu kommen dann noch solche Sachen wie Betreuung (wenn du wegen Krankheit o.ä. ausfällst, habt ihr jemanden, der zwei Hunde – darunter einen Senior, der ev. Extra-Pflege braucht – sitten kann?), Kosten (beim Welpen/Junghund für Sport und Spaß, beim Senior würde ich ein Not-Polster für TA einplanen), und eigene Erwartungen bzw. Flexibilität, wenn irgendwas nicht glatt läuft (beispielsweise wenn einer von beiden mit dem anderen Hund ein Problem hat, was dann?) usw.

    Insofern: ich denke, dass ihr der Seniorin ein Zuhause für den letzten Lebensabschnitt geben möchtet, ist ein toller Gedanke. :smile: Aber man sollte vorher sehr gut überlegen, ob man dazu dann einen Welpen gewuppt bekommt.