Ich war nicht da und hab noch gar nicht alles nachgelesen.
Ja wo soll ich da anfangen?
Henry ist 3 Jahre alt und ein HSH. Mit 3 ist er schon wesentlich ernsthafter als mit einem Jahr. Hundewiesen...ich kann dir nur sagen, ich gehe da nicht hin. Aus mehreren Gründen, einer davon ist, HSH entscheiden immer selbstständig was sie als potentielle Gefahr ansehen. Läuft er da unkontrolliert herum und sieht in seinen Augen eine Gefahr, wirst du ihn sicher nicht mehr davon abhalten, seinen Job zu tun. Wie das ausgehen kann, sieht man ja.
Ich habs nicht gesehen, gibt es bei diesen Hunden nicht. Rumstehen und quatschen, den Hund aus den Augen zu lassen geht nicht. Du wirst lernen müssen alles vorher zu sehen, denn der HSH scannt ununterbrochen sein Umfeld. So solltest du das genauso machen.
Das ist so, das ist sein Wesen, dafür lebt er.
In seinen Augen macht der alles richtig.
Die Überlegung nachts oder abends auf die Hundewiese zu gehen, halte ich für keine gute Idee. Ab der Dämmerung sind seine Antennen noch viel mehr auf Empfang gestellt als tagsüber. Erscheint irgendwo am Horizon etwas, ist der schneller dort als du Hui sagen kannst. Und die arbeiten 27/7. Immer. Das sind Hunde, die von scheinbar gemütlich schlummernden Fellknäuel in Bruchteilen von Sekunden auf 100 hochfahren. Und dabei sind sie durchaus sehr beeindruckend.
Zum Thema, die lernen schlecht, sind lernresistent. Ne, sind sie nicht. Ganz und gar nicht. Die lernen sogar ziemlich schnell. Aber halt anders. Von ewigen Wiederholungen halten sie so ziemlich nichts. Unsinnig in ihren Augen. Sie hinterfragen, sie sind nicht dumm. Eher das Gegenteil.
Und es ist enorm wichtig, dass gerade HSH bestimmte Dinge lernen, dazu gehört nicht zwingend ein Sitz.
Aber ein "Stopp".
Ich habe mich für Henry entschieden, weil er mir äußerlich gefiel und seine Beschreibung passte. Sanfter Riese, gemütlich, freundlich, geeignet für Haushalt mit Kindern (für die Zukunft sehr wichtig), dankbar, verträglich mit allen Hunden und Menschen, kein Jagdtrieb.
Sanfter Riese: Ja, sie sind sanft, zu ihren Menschen, eigentlich
gemütlich: Sind sie auch, bis sich eine in ihren Augen potentielle Gefahr nähert
freundlich: Zu wem? Zu anderen Hunden, zu Menschen? Können sie durchaus sein, aber halt auch nicht
Kinder im Haushalt: Kinder sind Schutzbefohlene, sie werden unter ihren Schutzschirm genommen. Sie dürfen in der Regel viel, da haben die tatsächlich ein dickes Fell, aber sagen lassen die sich von denen nichts
Verträglich mit allen Hunden und Menschen: Im Tierheim vielleicht, was sollen sie da auch anderes tun? Aber ansonsten sind sie territorial, das heisst auch, Hauptgassistrecke oder 10 Minuten an einem Ort (wie zB die Hundewiese) schon gehörts dem Hund und wird geschützt. Zumindest hier so.
und ich wollte grundsätzlich lieber einen großen Hund, weil die nicht so viel Auslauf brauchen.
Wie kommst du denn darauf???? Also ganz abgesehen vom HSH, wieso denkst du große Hunde brauchen keinen bzw. nicht so viel Auslauf? Ist doch völlig egal wie groß die sind.
Leider habe ich nicht einberechnet, dass es so schwer sein wird einen so großen Hund zu halten, wenn er nicht gut an der Leine geht. Da fehlte mir einfach die Erfahrung.
Du hast vergessen zu bedenken, dass ein großer Hund schwerer zu halten ist als zB ein Chi????
Ist halt schon ein beachtlicher Unterschied, ob ein 2 kg Hund nicht vernünftig an der Leine geht oder ein 50kg+ Hund.
Und an der Leine zu gehen muss man dann halt üben und lernen. Das gilt für beide.
Auch an der Leine, ich entscheide, wann und wo, mein Hund wen begrüßen darf und nicht andersrum und schon gar nicht eigenmächtig.
Ich überlege es mir wegen dem Trainer, aber wenn ich mir die Preise für Einzelstunden so anschaue vergeht es mir teilweise schon.
Ich kann dir nur sagen, Trainerstunden sind nicht die einzigen Kosten, die ein Hund so im Laufe des Lebens anhäuft. Großer Hund und Tierarzt kostet auch ordentlich. Da fallen ein paar Trainerstunden überhaupt nicht mehr ins Gewicht, besonders wenn sie so wichtig sind und für das gesamte Zusammenleben von extremer Wichtigkeit sind.
Such dir einen vernünftigen Traineer mit HSH Erfahrung und nimm das verdammte Geld in die Hand.
Es gäbe jetzt sicherlich noch viel mehr, das meiste ist vermutlich eh schon mehrmals gesagt. Ich bin müde und hab Kopfschmerzen und kann überhaupt nicht geradeaus denken. Kann sein, manches ist wirr geschrieben.
Zum Abschluss noch:
Das sind wundervolle Hunde, wenn sie wenigstens einen Teil ihrer Leidenschaft ausüben dürfen. Ein Leben in der Stadt gehört da mMn eher nicht dazu. Wenigstens ein eigener großer Garten sollte da schon vorhanden sein um ihnen nur ein wenig gerecht zu werden. Sie brauchen das einfach. Man muss, um mit ihnen zusammenzuleben, schon ein wenig Leidenschaft für diese Hunde mitbringen, ihre Art zu leben und zu denken verstehen wollen. Sie sind eigenständig, stolz und auch sanft. Aber genauso auch jederzeit bereit zu kämpfen, wenn nötig. Man muss ihnen zugestehen, so viel als möglich, ihre Eigenständigkeit ausleben zu dürfen und gleichzeitig auch die Führung behalten. Ein gutes Team werden schadet nicht.