Hallo
,
nach Dinos Tod wollten wir eigentlich keinen Hund mehr.
Doch schon am nächsten Tag sassen wir vorm PC und schauten uns durch die Sites der regionalen Tieheime.
Da sahen wir plötzlich das Bild eines Hundes vor uns auf dem Bildschirm, der unserem Dino wie auf's Haar glich. Wir fuhren gleich nach dem Mittagessen nach Betschdorf im Elsass, wo dieser Hund lebt.
Die Enttäuschung war gross. Der Hund, er heisst Flic-Flac, ist schwerstens verhaltensgestört. Er lässt sich von keinem Menschen anfassen. Er liess sich von uns noch nicht mal berühren. Hat gefletscht und geknurrt, was der kleine, magere Hundekörper nur so hergegeben hat. Auch seine sozialen Kontakte zu den andern Hunden sind eher rudimentär. Lediglich einer ebenfalls dort lebenden Husky-Mischlings-Hündin ist er verfallen und begleitet diese auf Schritt und Tritt.
Doch sie nimmt kaum Notiz von ihm.
Durch seine Scheu fehlt es ihm natürlich auch an Pflege. Er lässt ja keinen an sich ran.
Ich muss oft an ihn denken, an diesen armen, kleinen Kerl, der zwischen gut zwei Dutzend Hunden und doch mutterseelenalleine in seiner eigenen, winzigen Welt zu leben scheint. Struppig, einsam und traurig.
Doch die Frau Merklinger, die dieses private Tierasyl führt, hat ein grosses
Herz. Es gibt mehrere solcher 'hoffnungsloser Fälle' wie den Flic-Flac bei ihr.
Eine schöne Grosse Hündin ist darunter. Sie geht unentwegt, rastlos über den Hof des Anwesens. Immer den selben Weg, die gleiche Runde. Jeden Menschen, den sie auf ihrer 'Tour' antrifft, begrüsst sie schwanzwedelnd und setzt dann ihre endlose Reise fort.
Ein wunderschöner Staff-Mix ist darunter. Ein Welpe noch. Klein, kompakt mit bildhübschem Fell. Anthrazit. Eine Schmusebacke. Darf sie aber nicht vermitteln.
Und einige betagte Hunde, am Ende ihres nicht immer schönen Lebens angelangt, die aufgrund ihres Alters nicht mehr vermittelbar sind.
Doch sie lacht nur. 'die gehören mir' sagt sie, 'die geb' ich nicht her!'
Und sie und ihr Mann wohnen wiklich mit all diesen Hunden -Welpen, Junghunde, Alte und Behinderte- in ihrem privaten Wohnhaus.
-Unglaublich.
-Bewundernswert.
-Vorbildlich.
Plötzlich kam ein schlacksiger, schlappohriger, gefleckter Kläff auf uns zugerast. Hat uns freudig beschnaupt.
Sich vor meine Tochter geschmissen.
Die Oma geküsst.
Mit meiner Frau geflirtet.
Ach ja, mich nahm er auch mit dem linken Auge zur Kenntnis.
Ein griechischer Asylant sei er. Aus Kreta. Mit seinen Schwestern seit
zwei Wochen im Elsass.
Nett wäre er.
Hübsch.
Lieb.
Hmm... Na ja...

Auf der Heimfahrt sass dann einer mehr im Auto.
Grieche.
Ausgerechnet.
So kamen wir zu unserem Jimmy Jazz, dem Präzisions-Welpen.
-Bereut? -Nein!
-Hergeben? -Niemals!
Der gute Jimmy. Ist doch Prädikat 'beonders Wertvoll' 
liebe Grüsse ... Patrick