Hallo Poldi,
Unser Dino hat plötzlich angefangen zu fressen wie ein Bekloppter.
Er war nur noch am Betteln schlang alles in sich hinein, was er
finden konnte und nahm übermässig zu.
Gleichzeitig entwickelte er einen emormen Durst und musste entsprechend
auch oft raus. Er schied unvorstellbare Mengen klaren Urins aus.
Zuerst vermuteten wir Diabetes, es war aber das Cushing-Syndrom.
Die handelsüblichen Medikamente halfen nicht. Unser TA entschloss sich
eine Chemo bei ihm durchzuführen mit einem amerikanischen Medikament. Das Zeug war sündenteuer und Dino starb beinahe an der Behandlung.
Am Ende der Behandlung hatte er stark abgenommen. Sein Fress- und
Trink-Verhalten hatte sich normalisiert.
Zu dieser Zeit war er bereits vierzehn Jahre alt.
Wenn ich es heute richtig bedenke, hätte ich ihn damals bereits
einschläfern lassen sollen.
Er lebte zwar noch eineinhalb Jahre und letztendlich wurde ihm ein ganz
extremer Arthroseanfall zu Verhängnis, aber das Cushing-Syndrom hatte
sich schleichend wieder zurückgemeldet.
So kam es hin und wieder vor, dass er den Urin gar nicht halten konnte.
Es lief aus ihm raus wie ein Bach. Manchmal blieb er einfach liegen und machte unter sich. Es war ihm anscheinend regelrecht peinlich, denn er
versuchte dann ganz hektisch alles aufzulecken.
Über einen längeren Zeitraum machte er wieder einen sehr fitten Eindruck
aber ich glaube, dass wir ihm mit den letzten Monaten keinen grossen Gefallen getan haben. Speziell wenn ich seine Vorgeschichte und seine
sonstige Verfassung berücksichtige.
Rückblickend war es wohl sehr egoistisch und gedankenlos, ihn damals nicht gehen zu lassen.
Heute würde ich schneller reagieren und dem Hund nicht seine Würde
nehmen, nur um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
Ich kenne die Krankheit und deren Verlauf.
Ihr habt das Richtige getan. Macht Euch keine Gedanken oder Vorwürfe
desswegen. Wenn er könnte, er würde Euch danken.
Behaltet ihn in guter Erinnerung, so wird er immer bei Euch sein.
Mein ehrliches Mitgefühl habt ihr sicher.
liebe Grüsse ... Patrick

