Drohgesten zu unterbinden finde ich auch schwierig, denn die haben ja einen Aussagewert. Aber da kommt es zusätzlich ja noch auf die Intention an. Und die Praxis ist selten der Idealfall.
Wir lassen das aktiv zu, weil Sunny bei entsprechender Reaktion des anderen Hundes schon in der Lage ist ihre Stimmung auch zu ändern.
Im Idealfall lassen wir Fixieren, Bürste, Knurren,... zu. Was nicht zugelassen wird ist das aktive Anschleichen. Sie kann also stehen bleiben und den anderen Hund fixieren, aber pirschen ist nicht drin und hinlegen 3x nicht (das hat sie am Anfang extrem gemacht, sich hingelegt und kleingemacht und dann mit Vollspeed in die Leine gekracht sobald der andere Hund möglicherweise in ihre Reichweite kommt).
Gut sozialisierte Hunde reagieren sehr gut auf das stehen bleiben und fixieren von ihr, sie bleiben auch stehen, fangen an zu beschwichtigen,... und wenn sie dort verharren, sendet Sunny auch Signale aus, woraufhin der andere Hunde wieder ein paar Schritte näher kommt, bis sie ihn wieder anschaut. Wenn der Hund ihre anfängliche Grenze also akzeptiert ist sie durchaus in der Lage diese auch wieder aufzubrechen, wenn der andere Hund sich entsprechend verhält und auch einen direkten Kontakt zuzulassen, wie der sich dann entwickelt hängt auch wieder vom Hund ab.
Es kann passieren, dass man da dann wirklich 2min steht und so eine schrittweise Annäherung stattfindet. Aber ich will schon das sie sich da auch ausprobieren kann, weil es eine Kommunikation ja früher gar nicht gab, sondern da ist sie ja gleich in die Leine gekachelt mit weniger freundlichen absichten ohne das anzukündigen.
Und dann gibt es eben die Hunde, die das gar nicht interessiert, die kein Tempo rausnehmen oder stehen bleiben, sondern einfach weiter auf sie zulaufen. Einfach weil sie es nicht verstehen wollen oder können oder weil sie eben an der Leine sind. Ist der andere Hund an der Leine und Sunny nicht im Kommando versuche ich für die Distanz zu sorgen und ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, weil der kann ja gar nicht darauf reagiere.
Kapiert es der andere Hund nicht, wird bei Angriffstendenz abgebrochen, falls wir die Möglichkeit haben, machmal bleibt eben auch nur aussitzen oder weiterzergeln.
Problem ist halt, das einige Hunde schon an der Leine stehen bleiben, weil sie die Zeichen erkennen, vom Halter aber weiter gezogen werden, dann kann ich nur Distanz schaffen, weil sonst der Ausbruch vorprogrammiert ist. Oder aber im Freilauf will ein Hund kein Kontakt, will weiter mit dem HH mitlaufen, traut sich aber nicht vorbei, weil auch er die Zeichen erkennt, dann schaffe ich auch Raum, damit der Hund nicht in einen Zwiespalt (will hinter seinem HH hinterher, kann aber nicht, weil der die Drohung durchaus ernst nimmt) gerät.
Im Kommado wird allerdings nicht gedroht, da soll der Fokus ja auf mir liegen.
Ich find das aber auch extrem schwierig, den richtigen Punkt zu treffen und das die Intensität noch gerechtfertigt ist, zu schauen wann klinkt sie aus, wie geht es dem anderen Hund, wann kann ich noch verbal einwirken, wenn ich sehe das wird nix,... Gleichzeitig soll Sunny ja in die aktive Kommunikation gehen um zu lernen das sie nicht gleich drauf muss um sich einen vom Hals zu halten (deshalb funktioniert das fixieren, Zähne blecken, Abschnappen inzwischen ganz gut), aber wo ist der Punkt wo ihr Verhalten über das Ziel hinaus schießt. Unterbinde ich diese Kommunikation bin ich irgendwann wieder an dem Punkt wo sie ohne Vorwarnung direkt nach vorne geht, aber sie handelt auch nicht aus Angst.