Ansonsten hab ich bei meinen Tierschutzhunden immer die Erfahrung gemacht, dass sie zu Beginn ganz gut allein bleiben konnten und je enger die Bindung an mich wurde, desto schwerer wurde es für sie. Das muss nicht immer so sein, ist aber das, was ich beobachtet hab.
Das ist auch das, was uns im Tierheim gesagt wurde und das spiegelt die Erfahrung der Leute dort wieder.
Wir sollten vom 1. Tage an damit anfangen. Auch sie meinten, das es für die meisten anfänglich kein Problem ist und es mit zunehmender Bindung schwieriger wird. Die meisten machen wohl den Fehler und schieben diesen Punkt zu lange nach hinten, dann ist die Bindung da, sie sind es nicht gewohnt und man kann Probleme bekommen.
Wir haben noch beim Tag des Einzugs damit angefangen, mal Küchentür zu, lag Hund totmüde rum kurz rausgegangen,... Nach einer Woche waren wir schon bei 1Std. Hund lag tiefentspannt auf der Seite und schnarchte. Alles kein Problem, nach der Woche gab es mal zwei Tage da war sie etwas unruhiger (hat sich nicht gleich hingelegt zum schlafen, sondern ist durch die Wohnung gelaufen, zwar ruhig, aber suchend), da haben wir die Zeiten verkürzt und sind dafür sehr oft raus und nun ist alles wieder völlig entspannt. Einmal durch die Wohnung, keiner da und sie legt sich hin und schläft, länger als eine Stunde haben wir noch nicht getestet, wird aber auch noch gemacht, sie macht aber nicht den Eindruck das sie nach einer Stunde hochspringt, so wie die hier rumliegt. Haben es immer mit dem Laptop gefilmt.
Wir mussten uns echt dazu zwingen, weil wir beide von Zuhause aus arbeiten und es eigentlich nicht zwingend notwendig ist, aber ich finde es ungemein wichtig einen Hund zu haben, der auch entspannt allein bleiben kann. Wir bleiben fleißig weiter dran, lassen sie jeden Tag mehrfach allein, mal 5min Müll runter bringen, mal 20 min. einkaufen, mal ne Stunde Zeit vertrödeln,... weil die Bindung wird noch stärker werden und sie soll das kennen.
Ich würde aber wohl auch eher aufteilen, das ihr dann insgesamt 6 Wochen habt. Bestünde denn eventuell auch die Möglichkeit den Hund mit ins Büro zu nehmen? Ich finde eine Fremdbetreuung nun je nach Wesen des Hundes auch nicht problematisch und finde es auch wichtig, das der Hund auch lernt mal woanders zu sein. Bei einem Angsthund sicher nicht möglich, aber bei einem "normalen" Hund sollte der keinen Schaden davon tragen. Das ist aber auch wirklich eine Wesenssache.
Wir haben nun explizit nen recht entspannten Hund gesucht, Kami war gerade 4 Tage hier und hat dann sogar gleich Fremdbetreut bei Freunden genächtigt und hat das auch gut überlebt und machte dort auch keinen gestressten Eindruck. Wir haben sie nicht einmal 3 Wochen, bis jetzt bringt die absolut nix aus der Ruhe (außer Eichhörnchen) das wird sicher nicht so bleiben, die muss erstmal richtig ankommen, trotzdem kann man ein Grundwesen erkennen und sollte nix schleifen lassen, wenn es anfänglich klappt.
Aber gerade bei einem TS Hund würde ich eine Menge Notfallpläne parat haben, gerade wenn ihr dann wirklich so lange außer Haus seit und eventuell auf eine dauerhafte Betreuung angewiesen seit, weil der Hund vielleicht doch mehr Probleme bei der Eingewöhnung hat oder wirklich von Anfang an Stress hat allein zu sein. Aber ich denke auch das ist stark vom Wesen des Hundes abhängig. Da er auf PS sitzt kann man sich da natürlich gut einen ersten Eindruck einholen und auch einiges testen. Vielleicht kann auch die PS mal testen, wie es ohne die anderen Hunde ist.
Wie sieht das denn mit den Freigängern aus? Sind die nur draußen oder auch mal drinnen, wie hat sich die PS dazu geäußert, wurde das mal getestet? Nicht das der schon völlig klirre nur vom Geruch der Katzen wird. Zusammen allein lassen würde ich die eh nicht.
Edit: Das wäre auf jedenfall schonmal eine super Idee, das der Hund auch mal zu euch kommt und je nachdem wie ihr wohnt kann man ja auf einem Spaziergang schon viel erkennen. Wir wohnen in der Stadt und sind mit dem Hund ne Runde im Wald gedreht, haben ihn aber auch mal vor einem Kaufland abgeladen um zu sehen wie sie auf viele Menschen, Radler, andere Hunde, Lärm von ratternden EInkaufswagen,... reagiert. Denn das letzte das wir hier gebrauchen könnten wäre ein Angsthund, der beim Anblick eines Autos nen Herzkasper bekommt oder der jeden Jogger, Radfahrer,... ankläfft, das war uns wichtig. Klar kann immer noch alles kommen, aber man sieht auf einem Spaziergang vielleicht schon ob der Hund sehr auf dynamische Reize reagiert und das ein Problem werden KÖNNTE oder ob er generell sehr überfordert ist. Aufregung ist das eine, Panik was anderes.