Taro verbellt Radfahrer, Jogger, Züge, Motorräder, Lkws, also Dinge, die laut und/oder schnell sind.
Wie verhält er sich denn wenn du mit ihm joggst oder ein Freund mit dem Fahrrad neben euch her fährt/ oder erstmal schiebst? Habt ihr das schonmal probiert?
Ansonsten würde ich auch das Z&B nochmal aufgreifen. Ist wirklich eine tolle Sache.
Und so Sachen brauchen einfach wirklich eine ganze Zeit, mit unserem damaligen Aggressionspilzchen waren es fast 2 Jahre Training und gerade das letzte halbe Jahr hat sie riesige Sprünge gemacht und ich war schon so euphorisch zu sagen noch ein halbes Jahr und der Drops ist gelutscht. Wäre auch nur Management gewesen, aber das reichte uns ja, leider mussten wir sie ja dann gehen lassen.
Aber gerade bei Sachen die sich so tief gefestigt haben kann das wirklich laange dauern und es ist ein stetiges vor und zurück. Auch Hunde haben unterschiedliche Tagesformen, Charaktere, da darf man sich aber nicht entmutigen lassen und immer fleißig dran bleiben.
***
Bei uns sind es nun bald 11 Wochen, es ist immer komisch wenn ich daran denke, weil es mir so vor kommt, als wäre sie schon Ewig hier, dabei sind es erst 11 Wochen, das ist total unwirklich für mich. 
Ich denke diese Angstgeschichten sind auch wirklich einfach Charaktersache. Es gibt einfach Hunde die leben unter den schlimmsten Bedingungen, lernen nix kennen und trotzdem kann man die Ängste mit ein paar positiven Erfahrungen "auf der Festplatte überspielen". Bei anderen läuft es nur über Anpassung und Management und es dauert teils laaange bis sie selbst dazu in der Lage sind und es wird immer mal wieder schlechte Phasen geben.
Kami ist ja so im Alltag völlig unproblematisch, die kann man überall hin mitnehmen.
Klar sie hat auch mal Unsicherheiten, aber da reichen 1-2 positive Erlebnisse und es läuft.
Da gab es die gruselige Tüte, die am Wegrand stand, dann geht man halt hin, schaut die an - Drops gelutscht. S-Bahn fahren 3x gemacht, totale Entspannung. Gitter gruselig, mit einem Keks drauf gelockt, gefüttert, Sitz machen lassen,... Thema erledigt. Geschirr anziehen wurde mit Käse schön gefüttert.
Sie ist nun kein Angsthund, das liegt offenbar in ihrer Natur Dinge schnell für sich positiv zu bewerten, auch wenn man 1-3x merkt es kostet sie wahnsinnig viel Überwindung.
Und bei ihr ist es defintiv so, dass sie sich auch in Sachen reinsteigern kann, man muss es dann einfach machen.
Beispiel Treppe mit Lücken wo man durchschauen kann. Was habe ich da auf der Treppe gesessen, gewartet, Leckerlies, Licht aus im Dunkeln damit sie nicht durch die Lücken gucken kann,... das Tier wurde einfach immer panischer, es ging wirklich nix mehr. Je mehr ich ein "Thema" drauß gemacht habe, desto schlimmer wurde es, sie lag platt auf dem Boden und wollte nur noch weg.
Habe sie dann dort bei den Bekannten ins Gästezimmer getragen. Irgendwann habe ich sie einfach "hochgezergelt" oben gab es Kekse.
Das ist nicht schön, das empfehle ich auch nicht, das ist rein intuitiv gewesen und das Tier lief danach die Treppen völlig selbstverständlich von allein hoch und runter, die ersten 1-2x noch vorsichtig, beim 3x völlig normal.
Bei ihr geht das, aber dieses ich muss es nur 1-3x machen und dann ist alles supi zieht sich einfach so durch ihren Charakter.
Maulkorbtraining ist auch absolviert, wurde auch schön gefüttert, bei der letzten Busfahrt lag sie mit dem Ding schon entspannt in der Gegend rum.
Einzige Baustelle ist das Jagen, das hat sich entwickelt, quasi mit ihrem Selbstbewusstsein. Aber sie steht vor, geht also nicht direkt hinterher, da bauen wir nun drauf auf, das wird aber eine ganze Zeit dauern, bis sie da im Wald zuverlässig ansprechbar ist. Auf Rückruf setz ich da gar nicht, mir reicht es, wenn sie sicher vorsteht und ich sie dann abholen kann. Ist sie nur "halbherzig" im Modus reicht ein "weiter", ist sie voll drin, nimmt sie auch kein Futter nix.
Sie ist also so ziemlich easy going.
Aber durch das Pilzchen weiß ich, wie lange Training dauern kann. Wir haben träglich trainiert und trotzdem hat es so lange gedauert, bis man ihr mitteilen konnte, dass sie andere Hunde nicht zu zerlegen hat, auch wenn sie das bis zum Ende gern getan hätte, es war eben Management.
Mir hat diese gemeinsame Beschäftigung Spaß gemacht und wenn es mal schlechte Phasen gab, habe ich tatsächlich immer an die ersten Tage bei uns gedacht und dagegen war dann selbst ein kleinerer Ausraster ein wahnsinniger Fortschritt. Man muss es immer mit Humor nehmen und immer an die Anfänge denken.
Das mit dem Humor behalte ich mir bei Kamis Jagdtrieb und den Unsicherheiten auch bei und freue mich, wie sie immer selbstbewusster wird.
Wir haben auch einiges über Nasenarbeit gemacht, dazu Sachen für ihr Körpergefühl auf Baumstämme springen, Balancieren,... Am Anfang hat sie sich nicht auf den Balance- und Kletterbaum getraut. Eine Pfote drauf super, die ersten 50cm auf dem Stamm wackelig ich musste sie am Geschirr halten damit sie nicht abstürzt. Inzwischen springt sie das Teil 1m aus dem Stand hoch und steht da als hätte sie nie was anderes gemacht, wedelt einen an und sagt "guck mal habe ich das nicht toll gemacht?", auch wenn das nicht Sinn der Balance Übung war
, aber es freut mich das sie sich solche Sachen jetzt schon zu traut.