Beiträge von Dimmalimm

    Ich wohne allein mit meiner Hündin in einer ganz kleinen Doppelhaushälfte (etwas über 60 qm, verteilt auf 2,5 Zimmer). Wir haben einen eigenen Hof, den wir im Sommer gerne nutzen, und wohnen direkt am Naturschutzgebiet (was mit Jagdhund aber nur so mittelmäßig romantisch ist ;) ). Die DHH ist der hintere Teil des Hauses und hat sehr kleine Fenster (altes Fachwerkhaus), wir kriegen also von der Außenwelt praktisch nichts mit - genau richtig für meinen reaktiven Hibbel :smile:
    Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, merke ich immer, dass Candy mit mehr und offenerer Wohnfläche total überfordert ist... da sind's ca. 160 qm Wohnfläche mit lauter bodentiefen Fenstern und draußen lauter Hühner, Enten, Gänse und Karnickel zum angucken - da kommt sie echt schwer zur Ruhe.

    Ich kannte meine Hündin ja schon eine ganze Weile, bevor sie bei mir eingezogen ist. Über 2 Jahre habe ich sie im Tierheim ehrenamtlich betreut, und ich hatte lange Zweifel, ob ich einem so durchgeknallten Hund als voll berufstätiger Single wirklich gerecht werden könnte (deshalb sollte sie ja auch eigentlich gar nicht bei mir einziehen ;) ) Ich hatte große Angst, dass ich das alles nicht packen würde. Mit dem Tag, an dem die endgültige Entscheidung für Candy fiel, sind alle Zweifel verschwunden und ich habe noch nicht eine Sekunde bereut, sie zu mir genommen zu haben.

    Gerade weil ich sie vorher schon kannte, habe ich mir das Zusammenleben mit ihr, ehrlich gesagt, viel schlimmer und komplizierter vorgestellt :D Sie war von Anfang an komplett stubenrein (obwohl sie im Tierheim extrem unsauber war) und ist auch von Anfang an total problemlos alleine geblieben - das war mir eine enorme Erleichterung! Ich werde nie den Tag vergessen, als ich sie mal mit nach Hause genommen hab, um zu gucken, wie sie sich denn in einer Wohnung so verhält (da sollte sie eigentlich noch *endlich* vermittelt werden), und sie sich nach intensivem Abschnuppern der Wohnung auf den Wohnzimmerteppich geknallt hat, sich auf die Seite gerollt hat und einfach eingeschlafen ist. Da hatte sie schon längst entschieden... :cuinlove:

    Ganz ehrlich: Ich sehe in deinen Bildern jetzt weder einen Kangal noch einen Labrador allzu deutlich (woher kommt denn das lange Fell?), und das Verhalten, das du beschreibst, klingt jetzt auch nicht besonders HSH-typisch, sondern könnte genauso gut einen unsicheren Hund in der Pubertät beschreiben.

    Nimm dir doch einfach mal einen kompetenten Trainer zu Seite, der den Hund einschätzen kann und dir zeigt, wie du ihm in solchen Situationen die Führung abnimmst. Ich sehe überhaupt keinen Grund, über eine Abgabe nachzudenken, nur weil eventuell(!) eine Rasse drin sein könnte, der man eventuell nicht gerecht würde. Arbeite doch erst einmal konsequent an seinem unerwünschten Verhalten, und wenn ihr damit überhaupt nicht weiter kommt oder der Trainer Probleme sieht, dass ihr langfristig miteinander zurecht kommt, dann kann man immer noch weiter sehen.

    Ich wünsch euch viel Spaß und viel Erfolg!

    Fällt mir gerade wieder ein:

    Candy hatte sehr lange Probleme,"Platz" zu lernen, sie konnte einfach nicht so schrecklich viel Bodenkontakt haben. Als sie es dann endlich begriffen hatte, fingen wir in der Hundeschule an zu üben, dass sie eben auch im Platz bleibt und ich mich von ihr entferne. Wenn ich dann so weg lief, traf mich gelegentlich ein grinsender Blick unseres Trainers, und wenn ich mich dann umdrehte, lag das Candytier wieder genau hinter mir und schaute mich ganz stolz an... sie hatte genau verstanden, dass sie auf dem Boden bleiben muss und NICHT hoch kommen darf, also ist sie mir überall hin hinterher gerobbt :lol:

    Hallo,

    am ersten Weihnachtstag steht bei uns großer Familienkaffee an mit vielen lauten Kindern und viel Trubel - also nicht wirklich Candys Ding :hust:

    Damit sie trotzdem ein bisschen dabei sein kann und nicht die ganze Zeit im Garten verbringen muss, möchte ich sie eine Weile in ihrer Box mit Kauzeugs beschäftigen. Habt ihr Empfehlungen für mich, was wirklich hart ist und für längeren Kauspaß sorgt? Ochsenziemer finde ich von der Härte gut, aber den verträgt sie leider nicht (wahrscheinlich zu fettig).Habt ihr Erfahrungen mit Achillessehnen vom Rind? Sind die auch sehr fettig? Über diese "normalen" Straußen- oder Hirschsehnen lacht sie nur, auch Straußenkniesehnen sind relativ schnell weg...

    Ich freu mich über Empfehlungen =)

    Danke,
    Dimmalimm

    Hast du schonmal einen ganz weichen Pulli, z.B. aus Fleece, ausprobiert? Meine Hündin kann Mäntel auch nicht so richtig gut leiden, deshalb bekommt sie jetzt einen maßgefertigten Fleece-Pulli, in dem sie sich hoffentlich problemlos bewegen kann und der nirgendwo klemmt oder knistert. Sie läuft zwar auch, wenn sie den Mantel trägt, aber sobald ich sie ableine, läuft sie hinter irgendeinen Busch und kommt ohne Mantel wieder raus :headbash:

    Ich bin auch in Vollzeit berufstätig und lebe allein mit meinem Hund. Das war zwar so nie geplant, aber jetzt ist es so und es funktioniert :) Ursprünglich war ich nur ehrenamtliche Gassigeherin im Tierheim, weil ich ja selbst keinen eigenen Hund halten konnte... und dann kam Candy. Über 2 Jahre habe ich sie betreut, sie ausgebildet, bin mit ihr jede Woche in die Hundeschule gegangen und jeden Tag(!) nach der Arbeit zu ihr ins Tierheim gefahren, um mich um sie zu kümmern. Nach 2 gescheiterten Fast-Vermittlungen in 2 Jahren war dann irgendwann klar, dass sie nicht mehr ewig auf den perfekten Platz warten kann - und dass wir einfach zusammen gehören.

    Ich hatte immer große Sorge, ob ich ihr wirklich gerecht werden kann, weil sie kein ganz einfacher Hund ist und viel Aufmerksamkeit und geistige Auslastung braucht. Wir regeln es jetzt so, dass sie 3 Tage/Woche in Tagesbetreuung in ihrem Tierheim ist. Das ist ein sehr kleines, familiäres Tierheim, wo sie das Team gut kennt und wo sie sich in den 2 Jahren eigentlich wie zu Hause gefühlt hat - sie kannte auch nichts anderes und hatte vorher noch nie in einem Haushalt gelebt. An den anderen 2 Tagen bleibt sie allein zu Hause, und über Mittag kommt für ca. 2 Stunden eine Gassigeherin, die mit ihr läuft und sich ein bisschen mit ihr beschäftigt.

    Meine Freizeit gehört zu 95% dem Hund - dessen muss man sich schon bewusst sein. Unter der Woche gehe ich abends nicht mehr weg, weil ich sie dann nicht mehr allein lassen möchte. Sie bleibt zum Glück von Anfang an total problemlos alleine, aber ich will das eben nicht überstrapazieren. Die Zeit nach der Arbeit gehört uns, wir gehen spazieren, trainieren und liegen dann gemeinsam gemütlich auf der Couch. Am Wochenende gehen wir auf den Hundeplatz und zum Mantrailing, machen Ausflüge und Wanderungen, und wenn wir den ganzen Tag zusammen verbracht haben, kann ich auch abends mal guten Gewissens ausgehen.
    Es ist vielleicht nicht die perfekte Situation für einen Hund (ich bin sicher, jemand "Fremdes" hätte den Hund mit vergleichbaren Lebensumständen vom Tierheim nicht vermittelt bekommen), aber ich bin immer wieder erstaunt, wie gut sie sich damit arrangiert - und ich habe auch nicht das Gefühl, dass es ihr an etwas fehlt.

    Ich möchte dir damit Mut machen, einfach über alle möglichen Alternativen nachzudenken. Meine Vorstellung vom idealen und perfekten Hundeleben hat mich lange davon abgehalten, auf mein Herz zu hören und hat mir die Entscheidung, sie zu mir zu nehmen, unfassbar schwer gemacht - weil ich immer dachte, ich nehme ihr damit die Chance auf ein "besseres" Leben. Mittlerweile weiß ich, dass diese Entscheidung unumgänglich und absolut richtig war, und dass es für uns beide gar keinen anderen Weg gegeben hätte :)

    Puuuh, das ist echt schwierig.. Leider kann ich dir auch gar nicht helfen, weil meine Hündin nicht sehr ängstlich ist und ich deshalb auch gar keine Erfahrungen mit solchen Beruhigungsmitteln habe. Aber aus dem Bauch raus würde ich dir Recht geben und den Hund nicht noch zusätzlich mit starken Beruhigungsmitteln verunsichern - je nachdem, wie sensible sie ist, verwirrt sie das nur noch mehr (oder?).

    Ich glaube, mein erster Impuls wäre die Flucht ;) Wohnt ihr in der Stadt oder schon eher ländlich? Habt ihr die Möglichkeit, irgendwo "unterzutauchen", wo deutlich weniger geknallt wird, und evtl. auch nicht direkt neben euch?