Beiträge von Dimmalimm

    Wenn ich ehrlich bin, klingt das für mich schon ein bisschen so, als sollte der Hund in erster Linie Geschwister- bzw. Kinderersatz sein. Das ist keine gute Ausgangsbasis.

    Du solltest den Hund schon wirklich selbst wollen - und zwar einfach um des Hundes willen. Wenn der Hund nur nebenher laufen soll und du keine zusätzliche artgerechte Auslastung bieten kannst oder willst, dann bleibt ja eigentlich nur die FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde.

    Eine schöne Alternative wäre ein älterer, gesetzter und bereits halbwegs erzogener Hund aus dem Tierheim. Schade, dass ihr sinnlose Vermehrerei unterstützen möchtet, ein Hund aus einem gut geführten Tierheim aber nicht in frage kommt, weil da mal einer am Gitter gebellt hat :ka:

    @'Dimmalimm Schafft das wirklich jeder erwachsene, gesunder Hund? :???:

    Ich wüsste nicht, wieso nicht :ka: 8 km sind ja jetzt keine Wahnsinns-Distanz.. Ein bisschen anders sähe es vielleicht aus, wenn du dabei noch 800 Höhenmeter zurücklegst auf extrem steilen Pfaden, aber ich bin jetzt einfach mal von "normalem" Joggen auf Wald- oder Feldwegen ausgegangen.

    Ich glaube, Hundeanfänger denken oft, dass sie für 2x die Woche Joggen oder ab und zu Fahrradfahren einen besonders sportlichen Hund brauchen, oder dass es ein hochintelligenter Spezialist sein muss, weil man ein paar Tricks einüben möchte. In der Regel kann das aber jeder "ganz normale Begleithund" ;)

    Ein anderes Thema ist natürlich, wie viel Lust der Hund auf solche Unternehmungen hat, aber das ist nunmal auch individuelle Charaktersache. Wenn euch das Joggen und das Auf-gar-keinen-Fall-Jagen so wichtig ist, rate ich auch zu einem erwachsenen Tierschutzhund, den man einfach schon ein bisschen einschätzen kann.

    Normal gehe ich mit ihr 4 mal täglich bei mir in den Garten und ansonsten jeden Abend ca. 30 min Gassi (Vornehmlich Straße + Rasenflächen).

    Ich bin ja wahrlich kein Freund von übertriebener "Auslastung", aber das scheint mir schon sehr wenig Bewegung für einen gesunden Hund. Wahrscheinlich hat sie sich bei dem längeren Spaziergang überlastet, weil sie es überhaupt nicht gewöhnt ist.

    Ein Osteopath ist aber definitiv eine gute Idee :bindafür:

    (Und versteh mich nicht falsch: Bei uns gibt es auch Tage, an denen wir nur 30 Minuten laufen (oder sogar mal noch weniger), aber ich laufe auch regelmäßig längere Strecken (z.B. auch gerne Wanderungen am Wochenende), damit meine jetzt 8jährige Hündin gut trainiert bleibt, und ich mache auch gerne ein paar Spielchen zum gezielten Muskelaufbau (Wackelbretter, Cavaletti, usw.). Candy hat recht "wackelige" Bänder und Sehnen, deshalb tut ihr das sehr gut.)

    Wir möchten natürlich, dass Luna so schnell wie möglich stubenrein ist!

    "So schnell wie möglich" ist eine sehr unfaire Anforderung an einen Hund mit dieser Vorgeschichte. Nicht nur beim Thema Stubenreinheit.

    Das hast du sicher nicht böse gemeint, aber ihr solltet euch darauf einstellen, dass mit diesem Hund alles länger dauert und ihr extrem kleinschrittig vorgehen müsst, um in aller Ruhe zum Ziel zu kommen. Und an manche Ziele werdet ihr auch niemals kommen, egal, wie viel ihr übt. Das solltet ihr einfach im Hinterkopf behalten.

    Hallo zusammen,

    bevor wir abends schlafen gehen, geht Candy immer noch einmal in den Hof zum Lösen. Sie macht dort nicht direkt auf die Steine, sondern an einen großen Baum, der in einer Aussparung im Pflaster steht (quasi eine Art Mini-Beet). Natürlich läuft das Pipi aber trotzdem ein Stück auf die Steine... Bisher war das nie ein Problem, aber nach dem sehr heißen und trockenen Sommer hab ich doch gemerkt, dass es in dieser Hofecke nach Urin riecht.

    Ich kippe regelmäßig mit der Gießkanne Wasser über die Stelle, aber irgendwie krieg ich's nicht mehr so richtig weg. Hat hier jemand eine Idee, was helfen könnte, den Geruch zu neutralisieren (und was dem über 40 Jahre alten Baum nicht schadet)?

    Vielen Dank!

    Wenn der Hund draußen keine Belohnung annehmen kann, ist er vielleicht einfach viel zu gestresst dafür, weil zuviele Einflüsse von außen verarbeitet werden müßen - und KANN das dann einfach nicht.

    Richtig. Ich würde euch raten, mal für eine ganze Weile immer nur die gleiche(n) Strecke(n) zu laufen. Das können ruhig 2-3 verschiedene Runden sein, aber die dann eben immer gleich. Bei meiner Hündin hat das sehr geholfen (und hilft in anstrengenden Phasen heute noch), weil sie sich einfach nicht mehr so arg mit ihrer Umwelt auseinandersetzen muss, weil ihr alles vertraut ist. Das hilft ihr dabei, sich auf andere Dinge (also mich ;-)) zu konzentrieren, und sie ist noch heute auf solchen gut vertrauten Strecken viel ruhiger, entspannter, aufmerksamer und näher an mir dran als z.B. in unbekanntem Gebiet.

    Hattet ihr mal eine ähnliche Situation mit einem Hund und wie habt ihr sie aufgelöst?

    Ich habe eine mittlerweile 8jährige Bracken-Terrier-Mix-Hündin, die 5jährig aus dem Tierschutz zu mir kam. Absolut hyperaktiv, null Frustrationstoleranz, null Impulskontrolle und mit Hang zu Zwangshandlungen (Steine kauen, Tennisball kauen, Sachen zerreißen). Sie war schnell auf 180 und entsprechend nur sehr bedingt verträglich mit fremden Menschen und Hunden. Einfach alles hat sie überfordert. Dazu kommt Jagdtrieb ohne Ende, so dass sie draußen kaum ansprechbar war - im Wald hat sie das viele Wild verrückt gemacht und im Ort die vielen Leute und Hunde; überall war alles zu viel.

    Ich hatte wirklich schlimme Phasen, in denen ich mir nicht sicher war, ob sie bei mir in den richtigen Händen ist. Sie ist mein erster eigener Hund und ich hatte mir das, obwohl ich sie schon aus dem Tierheim kannte, irgendwie anders vorgestellt.

    Was uns wirklich sehr geholfen hat, war die Arbeit auf dem Hundeplatz. Das mag jetzt bei so einem Hund kontraproduktiv klingen, aber ihr hat die Struktur dort extrem geholfen - immer das gleiche Umfeld, immer die gleichen oder ähnlichen Hunde und Leute drumehrum. Nur dort habe ich es geschafft, mit ihr wirklich gemeinsam zu arbeiten. Und ich hatte tolle Trainer, die uns alle Zeit der Welt gegeben haben - denn wir brauchten für alles VIEL mehr Zeit als ein "normales" Mensch-Hund-Team. Dort hat Candy gelernt, dass man überhaupt mit einem Menschen kooperieren kann (kannte sie vorher nicht wirklich), sie hatte unglaublich viel Spaß daran, sich Dinge zu erarbeiten, lernte sehr schnell und war mit großer Motivation dabei. Langsam aber sicher sind wir zu einem Team zusammen gewachsen, und das hat sich langsam und stetig in den Alltag übertragen. Sie wurde auch "draußen" ansprechbarer und empfänglicher für mich. Dann konnte ich auch im Alltag viel besser mit ihr trainieren.

    Mittlerweile ist sie seit gut 3 Jahren bei mir und hat sich zu einem halbwegs souveränen Hund entwickelt. Ich nehme sie problemlos mit in den Urlaub, sie geht mit mir (auch in größeren Gruppen) wandern, mit ins Restaurant oder Café usw. Ich muss noch immer managen, sie kann einfach nicht alles, was ein "normaler" Hund kann. Sie braucht mehr Ruhepausen. Ich muss ihre aufkonditionierte Decke überall mit hinschleppen, weil sie ohne die nur sehr schwer zur Ruhe kommt (im Café z.B.). Ich kann sie nur bedingt frei laufen lassen; in bekannten Gebieten läuft sie völlig entspannt ohne Leine in meinem engen Umkreis, in unbekannten Gebieten ist sie überwiegend an der Schleppleine. Daran wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr viel ändern. Manchmal pöbelt sie immer noch fremde Hunde an. Manchmal nimmt sie bei großer (auch positiver) Aufregung noch einen Stein ins Maul. Während sie früher aber komplett zu machte, können wir den Stein jetzt gegen ein Lecker tauschen, legen den Stein dann an die Seite und gehen zusammen weiter.

    Ich nehme sie so, wie sie ist. Und ich nehme mich, wie ich bin - was mir noch viel schwerer fiel. Ich bin Perfektionist durch und durch, und ich kenne aus meinem Umfeld fast nur völlig unkomplizierte, hervorragend sozialisierte und unauffällige Hunde. Aber ich habe mir irgendwann mal die Frage gestellt, ob ich diesen Hund jemals wirklich abgeben könnte. Ich habe mir wirklich vorgestellt, sie an andere Leute zu übergeben und sie nicht mehr bei mir zu haben. Das war so dermaßen unvorstellbar, dass ich dann beschlossen habe, dass das eben keine Option ist. Ich bin nun schon ihr viertes Zuhause, und ich habe ihr versprochen, dass es ihr letztes ist.

    Ich musste lernen, mir nicht von jedem reinreden zu lassen, Belehrungen und vor allem Vorwürfe an mir abprallen zu lassen. Vielleicht hätte sie jemand anders besser erzogen. Aber sie ist nunmal bei mir und das ist verdammt gut so.