Es soll auch Hunde geben, die finden so "viel" was an ihnen hängt auch einfach unangenehm.
Meine alte Hündin mag keine Geschirre, egal welcher Art. Sie mag nichtmal breite Halsbänder. Ich käme ehrlich gesagt nie auf die Idee ihr das aufzuzwingen - denn glücklicherweise gibt es Kommandos mit denen ich den Zug auf der Leine abstellen kann.
Und solang der Hund nicht in die Leine springt, sondern nur an gespannter Leine läuft, ist etwas Zug auf einem Halsband bei einem gesunden Hund auch zu verschmerzen. Springt er allerdings dagegen wird die Wirbelsäule stark gestaucht und dies ist auch bei einem Geschirr auf die Dauer nicht zu empfehlen.
Ist dem Hund das Geschirr wirklich generell unangenehm würde ich ganz ehrlich auch keinen riesen Aufstand wegen der Gewöhnung machen sondern mit meiner Zeit lieber etwas sinnvolles anfangen - z.B. ein Kommando für korrektes Leinengehen einführen.
Allerdings kann es natürlich auch sein, dass der Hund ein gesundheitliches Problem hat, dass ihm das Tragen unangenehm macht, bzw gemacht hat. Das können Rückenprobleme sein, dass können z.B. auch schmerzende Veränderungen unter der Haut an einer Stelle sein, an der Geschirre meist aufliegen. Garnicht so selten z.B. kurz hinter den Schulterblättern.
Vielleicht mal mit etwas Druck rundherum abtasten, ob er hier Reaktionen zeigt.
Es kann natürlich auch sein, da du ja schreibst er hätte das Verhalten plötzlich gezeigt, dass er einmal als Junghund an einer Stelle, die vom Geschirr berührt wird, einen Bluterguss hatte und dadurch Schmerzen beim Tragen.
Wobei dies zu dem Schluss führen würde, dass es mittlerweile ganz gut gelernt hat, dass es durchaus Vorteile hat sein Verhalten beizubehalten. Defacto, sich aufzuführen, da Frauchen ja eh Mitleid hat.
Hat er keine gesundheitlichen Probleme, ist genau aber das Gift. Es ist natürlich auf die Entfernung nicht festzustellen, wie er sich wirklich verhält - hat er wirklich Angst oder hat er dich einfach nur gut im Griff. Jedoch ist es in beiden Fällen die schlechteste Wahl, hier einen großen Aufstand zu machen, denn du solltest ihm zeigen, dass du die Lage im Griff hast.
Es würde sich zum Beispiel anbieten ihn absitzen zu lassen und ihm dann das Geschirr anzuziehen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass er auf keinen Fall die Chance bekommt, den Prozess des Anziehens durch sein Gehampel abzukürzen - führt er sich auf, muss er sich wieder hinsetzen und du machst weiter. Ist es dann angezogen sollte es sich auch lohnen, z.B. durch ein Beutespiel - denn Trieb übertönt solche Empfindungen.
Das alles erfordert aber Gehorsam.
Ich kann mich jetzt aber auch mal outen, mein 10 Monate alter Youngster wird extrem brutal und absolut fies einfach zwischen die Beine geklemmt, bekommt das Geschirr an und Ende Geschichte. Er hat aber auch alles andere als Panik, sondern hampelt einfach aus Vorfreude rum. Den Gehorsam sich einfach ruhig hinzusetzen oder zu stellen hat er nunmal nicht.
Glücklicherweise hat er von menschlichen Überlegungen zu solch "groben" Handlungen noch nichts gehört und findet dieses Vorgehen nicht sonderlich schlimm. Er meidet weder, noch hat sein Vertrauen zu mir gelitten, noch reagiert er sonst irgendwie negativ darauf.
Ich würde mir allerdings auch allgemein eher Sorgen um seine mentale Verfassung und unsere Beziehung machen, wenn ihn eine solche gar brutale Handlung wie ihn kurz zu fixieren große Probleme bereiten würde - vor allem wenn danach etwas absolut positives folgt.