Entschuldigung, aber ich versteh das rumgemecker hier jetzt mal wieder nicht.
Würde der Mann jetzt irgendwo in die Osteuropäischen Länder fahren und sich dort seinen kupierten Dobermann kaufen, wäre das geheule auch wieder groß, wie er nur kann etc.
Wenn hier jemand ankommt und sagt er will keinen Pudel, chinesischen Nackthund, Spitz weil sie ihm optisch nicht zusagen, ist das für jeden legitim. Vor ein paar Wochen gab es hier einen Thread zu Merle-Hunden und ich durfte mich schon fast beschimpfen lassen, weil ich angemerkt habe, dass ich es nicht ok finde so viele Nachteile für die Hunde in Kauf zu nehmen, nur weil ein Merle eben hübsch aussieht. Da war es dann für die versammelte "Tierliebhaber" Mannschaft auch vollkommen unmöglich sich einen normal gefärbten Hund anzuschaffen, weil ja nur Merle schön ist.
Ich für meinen Teil finde Schnauzer, Boxer (nagut..ich habs lieber in leistungsfähig) und Doggen in kupiert schöner, unkupiert aber teils auch ok. Aber ja, ich finde auch das ein unkupierter Dobermann absolut unmöglich aussieht. Verbunden damit, dass der Großteil der heutigen Halter den Hund am liebsten süß und flauschig möchte und die meisten Dobermänner daher gesundheitlich und wesensmäßig beeinträchtigt sind, fehlt dem Dobermann damit einfach das gewisse "Flair", dass irgendwo einfach dazu gehört.
Nachdem man mir aber mein persönliches Schönheitsempfinden nicht verbieten kann, genauso wenig wie den Liebhabern von Merle und eingedrückten Nasen, finde ich das auch nicht schlimm. Ich kaufe mir ja soeinen Hund nicht.
Davon gehe ich allerdings auch bei dem von der TS beschriebenen Halter aus. Sicher wird das Kupierverbot ein Grund sein, aber ich gehe stark davon aus, dass er auch nicht unbedingt gefallen an den neuerlichen Auswüchsen in Wesen und Körperbau hat. Die meisten Dobermänner die heute rumlaufen, haben ja nun einfach mal mit dem "Dobermann ansich" rein garnichts mehr zu tun.
EIn Dobermann ist ein Schutzgebrauchshund. Er soll nicht durch seine besonders flauschigen Ohren und das süße Gesichtchen bestechen, er soll sich auch nicht fast einpinkeln wenn man mal nicht in Flüsterlautstärke spricht und er soll nicht mit 5 Jahren reif für die Spritze sein, wenn man etwas mit ihm arbeitet (so er das denn noch kann).
Für all diese Dinge gab es übrigens keinen Platz, bevor ihn die "ach is der süß" Fraktion für sich entdeckt hat..Solang ich mehr von einem Hund fordere, als auf der Hundewiese lieb zu sein, verbietet es sich von selbst, Krankheiten und Wesensmängel einschleichen zu lassen.
Ähnliches Spiel übrigens bei Boxern oder Riesenschnauzern. Ich kenne Leute, die waren früher begeisterte Boxer-/Riesenschnauzerhalter, aber würden sich heute einfach keinen mehr zulegen, weil das, was heute als "Boxer" verkauft wird, einfach nichts mehr mit dem Boxer/Schnauzer zu tun hätte, den sie geliebt haben. Da spielt zum einen sicher die Optik mit rein, aber vor allen Dingen ist es wohl das Gesamtpaket. Die sich über jeden freuenden, dauersabbernden Knautschgesichter, die ihre Halter bei minimaler Belastung vor allen Dingen mit Tierarztrechnungen erfreuen haben mit dem Gebrauchshund Boxer/Riesenschnauzer eben nicht mehr wirklich viel zu tun.
Und ja.. da finde ich es am konsequentesten zu sagen, dann wird es eben kein Hund mehr dieser Rasse, als heute Kompromisse einzugehen. Sollte ich heute innerhalb "meiner" Rasse keinen Hund mehr finden, der dem Bild, was ich habe entspricht, wird auch keiner mehr einziehn. Ich würde evtl bei anderen Rassen suchen, aber sollte mir das auch nicht gefallen, dann lieber kein Hund als Kompromisse.