Interessant ist für mich, dass die Fraktion, die quasi fordert das sich der angeleinte Hund einfach überrennen lässt, "angemessenes Verhalten" scheinbar nur bei dem mehr oder weniger eingeschränkten Hund sucht.
Ist es denn "angemessen", sich einem fremden Hund im vollen Gallop zu "Nähern" - also im Klartext, ihn einfach zu überrennen?
Entschuldigung, aber das ein Hund auf solche übertriebenen Aktionen dann eben auch nicht mehr mit *ich hab ja für alles Verständnis und geb dir noch ne Chance* reagiert, dafür habe ich dann so ganz persönlich auch Verständnis. Auch wenn einige das gern so sehen würden, es handelt sich hier immernoch um (zwar domestizierte) Raubtiere, nicht um Abbilder von Mahatma Gandhi.
In einem anderen Thread habe ich glaube ich schonmal eine einfache Rechnung zum Thema "ich trete grundlos jeden Hund " vorgestellt. Ich bin relativ groß und habe eine Innenbeinlänge von 1,08m. Jetzt kann ich das Bein aber schlecht auf 90° hochziehen und dabei auchnoch sicher das Gleichgewicht halten, mal davon ab das diese Schulterhöhe wohl nur manche Doggen erreichen. Ein dosierter Treffer mit dem Fuß ist also eigentlich bis max. 70cm Abstand möglich.
Zur Verdeutlichung möge man sich vielleicht mal einen Kreis mit 70cm Radius um sich selbst malen, bzw bei entsprechend geringerer Körpergröße dann eben kleiner. Es dürfte sich dann erschließen, dass man bei einem Hund der sich so weit genähert hat kaum eine andere Chance hat diesen effektiv fern zu halten.
Liest man hier so manche Beispiele könnte man ja meinen, man würde heute den Hunden hinterherrennen und sie zusammentreten oder irgendwo an der 5meter Leine mit seinem Hund stehen, den andern quasi noch anlocken und dann mit "HAHA" aus dem Gebüsch springen und sich furchtbar freuen das man wieder einen erwischt hat.
Nachdem ich zumindest erquicklichere Hobbys habe, würden mich wohl wahrscheinlich auch keine Neufundländer im Freilaufgebiet stören, da ich jetzt einfach mal davon ausgehe das selbige nicht im Schweinsgalopp die 70cm Grenze unterschreiten werden 
Im Endeffekt ist es auch vollkommen egal ob der Hund nun angerannt kommt und in meinen reinspringt, weils halt ein unerzogener Junghund ist dem man das in der tollen Welpenspielstunde so beigebracht hat, weil er einfach keinen Respekt vor anderen hat, weil er gerne mal andere mobbt oder weil er meinen Hund direkt platt machen will - Unterschreitung der 70cm ist einfach zu wenig.
Ebenfalls egal ist eigentlich, warum ich es nicht schätze das irgendein, wie auch immer geratener Hund in meinen reinrennt - denn nichts anderes ist ein ungebremstes annähern in diesen engen Bereich. Meine alte sensible Hündin, mit der ich ewig gebraucht habe um ihr die Sicherheit zu geben, sich nicht vor anderen Hunden, die sie vorwiegend als Punchingball verwenden (wehrt sich ja nicht.. wie praktisch), hat genauso das Recht nicht einfach übern Haufen gerannt zu werden, wie meine junge Hündin oder mein Rüde, die sich wohl beide selbst zu helfen wüssten (wobei das Geschrei da ja dann auch wieder groß wär - die pöhsen Schäferhunde haben den andern ganz gemein angeguckt).
Ich möchte einfach nicht das meine Hunde in die Verlegenheit kommen irgendetwas, wie auch immer geartet mit andern klären müssen. Ich möchte, dass sie das Vertrauen in mich behalten, dass ICH das regle und sie hier nichts zu melden haben. Das tun sie aber nicht, wenn ich daneben steh und doof gucke, während der mittelgroße notgeile Mix aus dem Viertel auf einmal von hinten angerast kommt und direkt auf meine alte Hündin draufspringt und sie rammelt.
So übrigens erst letzte Woche passiert - alte Hündin hat gerade ihre pseudo-Standhitze (viel is da nicht mehr ), ich gehe mit ihr aus dem eingezäunten Garten raus und stehe auf dem Vorplatz der Garagen. Drehe mich um um die Tür zu schließen, gucke den Hund an und in diesem Moment schießt der Zwerg (nagut,.. 40cm oder so wird er haben) an und springt aus dem Lauf auf meine Hündin. Für die Fraktion damit muss ich rechnen in der Öffentlichkeit, dass ist unser Privatbesitz, da hat der Gute in keiner Absicht was verloren.
Ich hab ihn übrigens nicht getreten, sondern im Nacken gepackt und weggeworfen. 100m weiter hinten kam die Halterin dann angejoggt, hat mit ziemlicher Sicherheit gesehen was ihr Hund (mal wieder) verbockt hat und lief an mir vorbei als wäre nichts. Auch eine sehr angemessene Reaktion
Die letzte Begegnung mit diesem Hund war übrigens locker ein halbes Jahr her - damals durfte ich mich aber öfters an ihm "erfreuen"und er hat einmal auch einen Tritt kassiert, was ihn doch dazu brachte die nächste Zeit wenn er erkannte das ICH das bin auf 5m abzubremsen und sehr gesittet im Bogen vorbeizulaufen.
Im Endeffekt laufe ich hier ganz bewusst so, dass mir die Tutnixfraktion selten begegnet, einfach weil mir solche Aktionen eigentlich zu doof sind. Ich gehe mit meinen Hunden nicht raus um mich zu ärgern und je weniger unangenehme Begegnungen, desto besser. Hin und wieder kommt man aber nicht umhin und in ein paar Jahren Hundehaltung hat man dann eben einige Geschichten erlebt, dass ist alles.
Besonders prickelnd ist übrigens auch, wenn man mit zwei Hunden unterwegs ist, zu Zeiten wo man normal keinen trifft, und eine Hand dank eines komplizierten Bruches in Gips hat. Es ist ein sehr breiter Hauptweg und ich gehe trotzdem 2m in den Wald, lege beide Hunde ab. 30m weiter zwei Frauen mit einem angeleinten Boxer und einem zu diesem Zeitpunkt auch noch angeleinten mittelgroßen Mischling. Hätte ja alles so einfach sein können, wenn man letzteren dann nicht auf einmal 10m vor mir abgeleint und in mich rein laufen hätte lassen. Selbiger tat dies übrigens knurren und fletschend. Was tut man dann da? Am besten dazwischen langen, die Hand ist ja eh schon in Gips und obs jetzt 3 verdrehte Brüche sind oder noch ein paar mehr juckt ja keinen 
Ja, sowas macht dann schon Spaß.
Aufregen tu ich mich im Normalfall weniger, genervt bin ich irgendwann dann aber, abhängig von meiner Grundstimmung, dann schon. Die Leute kann man leider nicht ändern und ich versuche es auch nicht. Ich halte es so, dass ich das, wenn die Halter es selbst nicht tun, dann eben ganz einfach und emotionslos regle, so wie ICH das eben für angemessen halte. Im übrigen weiß ich auch wie man das bei Hunden die größer sind als ein Russel tut und ich weiß auch wie ich das für mich am sichersten mache
Leider ist es doch nunmal so, dass es für die meisten Hundehalter erst einmal brennen muss, bevor sie auch nur ein Mindestmaß an Anstand zeigen.