Zitat
Wieso sollte man eigentlich immer gerade mit dem Hund, der einem am (optisch) am besten gefällt, am unzufriedensten sein und mit dem der einem optisch weniger zusagt, glücklicher sein? Wenn doch die Rasse, die grundlegenden Wesensmerkmale und die ausgesuchte Zucht passen? .
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendjemand das hier gerade so meint, wie du es hier gerade auffasst 
Natürlich kannst du auch Glück haben und du findest einen Welpen in deiner Wunschfarbe, der sich auch von seiner ganzen Art her so entwickelt, wie du das gerne hättest. Es kann sein, dass du einen problemlosen wesensfesten Begleiter bekommst, der auch deine ästethischen Träume absolut erfüllt.
Dann ist das aber eigentlich mehr oder minder Zufall.
Es kann auch sein, dass du dann zwar optisch deine Traumfarbe hast, dein Hund hat aber diverse Mängel, die dir das Leben nicht unbedingt erleichtern. Das sind vielleicht keine Dinge die dir auf den ersten Blick auffallen, aber z.B. ein Hund der Zeit seines Lebens sehr empfindlich auf Geräusche reagiert und dich daher nie so entspannt durchs Leben begleiten wird, wie ein Hund, der selbstsicherer ist.
Mal Klartext gesprochen, um zu verdeutlichen um was es mir geht:
Meine Mutter hatte Bobtails, mein Pate hatte Beardeds, beide waren im Club für Britische Hütehunde. Dieser veranstaltet hier auch öfters mal irgendwelche Vorträge, unter anderem einen über erste Hilfe am Hund. Ich war also mit meinem Paten auf solch einem Vortrag.
Dort waren also auch Sheltie Halter und Züchter. Auf den ersten Blick, sahen diese alle in Ordnung aus. Sicher keine super selbstbewussten Hunde (hier bin ich aber auch einfach verwöhnt), aber in ihrem gewohnten Umfeld, dem Vereinsheim war alles ok. Dann packte also der Tierarzt seinen Koffer aus, um etwas zu demonstrieren. Leider fiel der Alukoffer auf den Boden, natürlich mit Geschepper... und auf einmal sah man den Unterschied. Unbeteiligt war zwar keiner der Hunde, aber einige fielen doch dadurch auf, dass sie sich fast an ihren Leinen erhängten und überhaupt nicht mehr zu beruhigen waren. Am selben Tisch saß eine Frau, die plante einen Welpen einer Merlehündin zu erwerben, die zwar auf den ersten Blick einen guten Eindruck machte, aber sich garnicht mehr einbekam.
An meiner letzten Obedienceprüfung habe ich die Frau durch Zufall wieder gesehen - mit einem Junghund, der wohl recht eindeutig der Hündin zuzuordnen war, die ich damals gesehen hatte. Auf den ersten Blick ebenfalls umgänglich..
und dann bellten da auf einmal Hunde in einem Auto an dem sie vorbeiging. Der Tag war gelaufen.
So, was ich jetzt damit eigentlich sagen möchte... es lohnt sich wirklich, die Zuchthunde nicht nur nach dem ersten Eindruck auszuwählen. Der war nämlich gut. Auch die Züchterin hat sich in der Aufzucht wohl viel Mühe gegeben und die Käuferin war davon auch überzeugt. Was sie übersehen hat, bei ihrer Suche nach einem Merlesheltie war aber leider, dass solche Schreckhaftigkeit sich auch weiter vererbt.
Und ob ich mit einem Hund, für den der Tag gelaufen ist, wenn ihn wo zwei Hunde anbellen wirklich entspannt leben kann? Ich mag es bezweifeln - und habe mir sagen lassen, dass solche "versteckten" Wesensmängel beim Sheltie nicht selten sind.
Also, AUgen auf, fühl dich nicht direkt angegriffen, sondern versuche das zu verwerten was man dir erzählt.