Beiträge von bordy

    Wie du schon selbst vermutet hast, weiß ein Hund nicht, jetzt ist er drei Jahre alt und dann muss man ihm nicht mehr helfen, seinen Frust abzubauen.

    Gerade ein Hund, der "anders" aufgewachsen ist, braucht in einer neuen Situation erstmal länger.


    Bei solchen Sachen bestimmt der Hund einfach das Tempo - es gibt Hunde, die brauchen eine Hilfe, in Form eines gezielten abreagierens, es gibt welche die brauchen sie für ein paar Wochen und in einigen Fällen, hat man sowas lebenslang in Petto.
    Ich meine damit eigentlich auch nicht, permanent Spielzug zur Verfügung zu stellen, sondern, in Situationen in welchen er so aufdreht wie beschrieben, gezielt etwas zu geben. Ist er wieder ansprechbar, kommt es wieder weg und man macht normal weiter.


    Der Punkt, weswegen ich in frage stelle, ob das auf Dauer klappt ist übrigens nicht, das ich 3 Stunden täglich für zu wenig halte. Meine kommen unter der Woche ehrlich gesagt weniger raus....
    Aber es ist einfach wahrscheinlich, dass ein Hund der scheinbar relativ isoliert gelebt hat, mit 3 Jahren noch nicht so weit ist wi andere. Er wird wahrscheinlich noch selbstbewusster werden, vielleicht territorialer. Er wird vielleicht mehr hinterfragen. Und da kommen wir an den Punkt... Das ist kein Drama, wenn man es zu Händeln weiss.
    Aber das muss man auch wollen und wie gesagt.. Eben auch handeln können - und das nicht nur 3 Tage die Woche. Es muss einfach jemand vorhanden sein, der sich auskennt und klare Strukturen schafft. Immer.

    Was macht ihr, wenn er in nem halben Jahr erst richtig zum "Mann" wird ?
    Fiktive Situation - Hund liegt auf dem Sofa, Eltern wollen sich dazu setzen und Hund fletscht.
    Muss nicht passieren, kann aber, wenn die Kombination vielleicht durchsetzungsstarker Hund und unerfahrene Halter sind. Du bist nicht da, deine Eltern müssen alleine klar kommen.

    Wenn sie jetzt soein Frust Schnapper verunsichert, was ist dann ? Auch beschriebene Situation wäre noch kein Beinbruch, aber jagt den meisten Menschen erstmal Angst ein. Du musst auch einfach im Hinterkopf haben, je mehr Vorgeschichte soein Hund hat, desto schwieriger wird eine Vermittlung.

    So wie der Vorfall beschrieben wurde , hört sich das weder nach einer Krankheit , noch nach schlimmster Agression an. Eher nach einem übermütigen Hund , der gewisse grenzen noch nicht gelernt hat.

    Bewährt haben sich in solchen Dingen zwei Sachen :
    Klar Grenzen setzen. Ich bin kein punching Ball.
    Dem Hund ein Ventil geben . Auch wenn es zur Zeit Mode ist, einfach alles zu Deckeln .., es führt selten zum Erfolg . Gib ihm z.B. Eine beisswurst wenn er hoch dreht und lass ihn damit rumfetzen oder zerren.

    Allerdings halte ich anhand seiner Beschreibung schon auch die frage für berechtigt, ob ihr auf Dauer wirklich die zeit und das Umfeld habt, soeinen Hund zu halten .

    Leistungslinien werden ihrer Definition nach auf ihre gebrauchsfähigkeit selektiert - heißt im Idealfall, ein gebrauchsfähiges Gebäude , guter Beutetiere, gute agressionsbereiche, Belastbarkeit, nötige Führigkeit.. Mal sehr grob umrissen.
    Ob das von jedem angeblich auf Leistung selektierenden Züchter so konsequent angegangen wird, sei mal dahin gestellt.


    Ich habe bisher ein paar hochzucht dsh ausgebildet - ich empfand sie nicht als weniger klar im Kopf. Bis auf eine Ausnahme, waren sie insgesamt "weniger"... Diese Ausnahme war ein gebrauchshund im schwarz gelben Pelz, der dafür leider gesundheitliche Probleme bei Belastung hatte.
    Weniger hart, weniger Triebstark, etc.

    Für mein Empfinden und wohl das der meisten anderen, die sich die Sache realistisch betrachten, dann ist das Gebäude der meisten LZ Hunde besser dafür geeignet über längere Zeit gesund unter Belastung zu bleiben, als das sehr vieler hochzucht Hunde.
    Es gibt allerdings auch HZ Hunde, die einen "guten" (aus meiner Sicht ) Körperbau haben und Fakten dazu, Wer nun "gesünder" ist, gibt es nicht. Zumal es noch mehr gibt als nur HD und ED.

    Würde ich einfach einen Hund suchen , der mir ein unkomplizierter Begleiter ist , und würde min Herz nicht an den gebrauchshunden hängen, würde ich mir wohl einen kompakten HZ Hund suchen .

    Wenn leistungslinien nicht im Schnitt leistungsfähiger wären, als der durchschnittliche hochzuchthund, wäre irgendwas schief Gegangen.

    Das was du machen willst, ist eher kein besonderer Anspruch an den Hund und ich denke, du bist mit einem kompakt gebauten hochzuchthund besser beraten .
    Nur deinen alten Hund wirrst du nicht wieder bekommen.

    Es wird dir hier keiner sagen können, in welchen Bereichen dein Hund arbeitet .. Ganz auf deine Beschreibungen bezogen , tendiere ich allerdings zum eben nervlich eher angekratzten Hund , für den das evtl in dieser Situation zu viel war.


    Und bei aller Liebe - warum soll ich nur mit einem Hund im schutzdienst arbeiten , der das haben "muss"?
    Gehen wir mal davon aus, der Hund arbeitet nicht im von mir beschriebenen Wehrbereich , warum nicht ? Vielleicht nicht bei diesem Helfer , nach den Beschreibungen , aber woanders vielleicht schon .

    Wir haben und hatten im Verein nicht nur Top veranlagte Hunde - da waren und sind auch welche dabei , die sich durchaus ablenken lassen . Trotzdem haben die , wenn man sie nicht überfordert , großen Spaß am schutzdienst. Klar, die könnten zum Großteil auch was anderes machen . Aber warum ?


    Wenn man mal ehrlich zu sich ist, sucht sich auch jeder den Sport aus, der ihm entspricht - es macht niemand längerfristig einen Sport den er garnicht ab kann , nur für den Hund . Und ich finde auch nicht , das da etwas gegen spricht , solange man den Hund nicht überfordert .

    Ich halte dieses "Wehrtrieb" Gequatsche ehrlich gesagt fuer ziemlichen Unfug.

    da werden oftmals Dinge in einen Topf geworfen, die so ziemlich garnichts miteinander zu tun haben.

    Wenn ein Hund im Wehrbereich arbeitet, dann kaempft er streng genommen um sein Leben. Hier resultiert die Agression schlicht daraus, dass der Hund sich bedroht fuehlt und als letzte Rettung den Weg nach vorn sieht.

    Das hat wiederum nicht wirklich etwas zu tun, mit gezielter, sicherer Agression eines Hundes im Schutzdienst.

    Leider wird das sehr gerne in einen Topf geworfen. wenn dein Hund der letzteren Kategorie angehört, braucht es sicher einen Helfer der das Handeln kann, der euch anleiten kann.. aber grundsaetzlich sehe ich dort weniger ein Problem, auch wenn gerne eins daraus gebastelt wird.

    Anders sieht es fuer mich bei Fall eins aus. Nicht, weil ich glaube, der Hund wird euch irgendwann fressen, sondern weil soein Hund andauernd neagtiven Stress hat.

    Schlussendlich kann das niemand aus der Ferne sagen und wer es doch tut, der hat wohl eine Glaskugel und hellseherische Faehigkeiten.
    . Video wird da auch eher wenig helfen, allein schon, weil ich mich als Helfer, wenn ich mir aktuelle Ereignisse anschaue, sicher nicht filmen lassen wuerde um das ganze dann irgendwo zur Bewertung hochzuladen.

    Zwischen beiden Extremen existiert noch einiges. Es kann auch schlichtweg sein, was ich von der Schnapperei her erstmal vermute, dass dein Hund schlicht nervlich relativ angekratzt ist und evtl zu viel Belastung (kann bei soeinem Hund schon sein, dass der Helfer mit der Beute frontal zu ihm steht) kam, die ihn ueberfordert hat.

    Oder dein Hund hat sich ganz normal verhalten und man wollte euch nur etwas Angst machen (wieso auch immer).
    Was gewuenschtes Verhalten im Schutzdienst ist, gerade in den Gehorsamsphasen, muss ein Hund erst lernen. Abgesehen von Wunderhunden, die irgendwie nur in Foren oder an Stammtischen existieren, ist Ausbildung und ein gewisses Benehmen (z.B. sich nicht schon am Parkplatz auffuehren, sondern erst auf Kommando) keinem Hund angeboren. Idealerweise foerdere ich das bei einem Welpen schon, sodass es garnicht erst zu solchem Verhalten kommt. Bei Hunden, bei denen man diese Moeglichkeit nicht hat, ist das eben ein gewisser Trainingsaufwand.


    Sollte das Problem einfach darin liegen, dass ihr euch einfach nicht mit dem Helfer versteht, ist die Frage was man weiter tut. Ich halte es fuer elementar, dass zu meinem Helfer ein Vertrauensverhaeltnis besteht und man gut klar kommt. Er haelt seine Gesundheit und seine Zeit fuer meinen Hund hin und ich vertraue ihm die Gesundheit und einen großen Teil der Ausbildung meines Hundes an. Das funktioniert einfach nicht, wenn man sich nicht wirklich leiden kann.
    Wenn es so sein sollte und das nicht direkt angesprochen wird, sondern umredet wird mit, der Hund ist nicht geeignet.... dann finde ich das menschlich nicht unbedingt begeisternd und ich wuerde dort nicht mehr arbeiten, auch wenn derjenige noch so gut ist.

    Im Endeffekt würde ich mir wirklich überlegen, ob du die nächsten 12-14 Jahre soeinen Hund willst.

    Beisshemmung beibringen kann man jedem Hund, dass ist nicht das Problem. Problem wird es erst dann, wenn du nicht das Glueck hast, den Ausreisser zu erwischen, der nur auf dem Sofa liegen mag.

    Lies dir ein paaar realistische Rassebeschreibungen durch und ueberleg dir, willst du soeinen Hund.
    Ist die Antwort sicher ja, und nicht nur weil er suess ist, such dir eine kompetente Stelle und behalte ihn.

    Hast du Zweifel, dann gib ihn jetzt her... nicht, wenn er schon diverse Macken hat und es fast unmöglich ist, ihn gut zu vermitteln.

    Hier gibt's heute Resteküche... So ganz klassisch ;)


    Definitiv weg müssen : frittierte Auberginen , 1 1/2 trockene Brötchen , ca. 200g Hundewurst ( ich glaube Fleischeslust Wild ), Erdbeeren , zucchini

    Dazu gibt's wohl noch heilmoor, weil ich in Ermangelung der Zeit für kotproben die volle Drönung Wurmtabletten gegeben habe.
    Würmer hatte sie scheinbar aber keine.

    Evtl noch Fermentgetreide und kokosöl, mal sehen.

    Zitat

    Ich muss auch sagen, dass ich das Gefühl habe, dass wir einen recht schrägen Kurs in unserer Sicht auf Hunde eingeschlagen haben. Ich finde es absolut begrüßenswert, dass man sich so intensiv mit dem Thema Hund auseinandersetzt. Aber ich finde es schon etwas besorgniserregend für Hund und Halter, welche romatischen Vorstellungen man von den Gedankengängen des Hundes hat und welchen Stellenwert der eigene Hund teilweise einnimmt. Übertroffen wird das dann nur noch von der Vorstellung, welchen Stellenwert man selbst bitteschön beim Hund haben sollte.

    Dafür tanzt und singt man auch gerne mal am Feldrand, denn schließlich will man ja interessant sein. Da wird mit Geräuschen um die Aufmerksamkeit des Hundes gebuhlt, die jedem erwachsenen Menschen eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte. Und ich gestehe: Ab und an kann ich nur schwer der Versuchung widerstehen, bei einem doch sehr ambitionierten Halter, aus reiner Boshaftigkeit den Satz "Ihr Hund hat aber eine schlechte Bindung zu Ihnen" fallen zu lassen. Ich bin mir sicher: die Reaktionen würden von Tränen- bis zu Wutausbrüchen reichen.

    Vertrauen und Bindung heißt das Ziel. Von beidem bitteschön recht viel. Ich finde es ehrlich gesagt verwunderlich, wie wichtig uns die Gunst unserer Hunde geworden ist und ich bin überzeugt davon, dass es dem ein oder anderen Team gar nicht schaden würde, wenn man den Spieß umdrehen würde und sich der Hund auch mal wieder mehr um die Gunst des Menschen bemühen müsste.

    Viele Grüße
    Frank


    Richtig..


    Allerdings würde ich Lügen, wenn ich nicht sagen würde, das ist hier im Forum doch nicht anders

    Ich erinnere mich nur mal an die ganzen threads, in denen jemand z.B. Beschreibt, dass ihm von einem Trainer auch mal empfohlen wurde, gewisse Grenzen klar zu setzen - oder das man seinem Hund schon klar machen sollte, dass er für Privilegien Leistung zeigen muss.
    Da fallen dann auch mal sehr unschöne Dinge...

    Ansich finde ich es ja echt gut , dass es so viele Menschen in Deutschland gibt, denen es so gut zu gehen scheint , dass sie die Energie haben , sich über derlei Kleinkram Seitenweise aufzuregen.

    Leider muss ich sagen , dass ich auch in den langen Jahren der nicht Katzenhaltung , keinen elementaren Schaden durch anderer Leute Katzen erlitten habe. Liegt evtl auch daran , dass ich nicht danach gesucht habe - ich habe andere Probleme und Aufgaben im Leben.

    Also, herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Platz im Leben. Ich würde allerdings evtl trotzdem empfehlen , sich ein anderes Hobby zu suchen - ist besser fürs Herz. Empfehle ich übrigens auch den Kandidaten , die sich mit Kissen am Fensterbrett häuslich einrichten oder nichts dümmeres zu tun haben, als mir zu erklären warum mein Hund das Böse in Person ist.

    In diesem Sinne, noch einen entspannten Feiertag ;)