Für mich muss man generell einfach unterscheiden zwischen "gefällt mir nicht so" und "ist wirklich schädlich". Wenn man das alles in einen Topf wirft (am besten noch mehr oder minder seltene Gendefekte, für die keiner wirklich etwas kann) , verwässert man den Begriff und am Ende tut sich garnichts. Weil "ist ja alles Qualzucht".
Es gibt Dinge die sind einfach Geschmackssache und vielleicht auch für den ursprünglichen Verwendungszweck nicht mehr so funktional, aber an sich für den Hund nicht so tragisch / leicht zu beheben und es gibt Dinge, die haben einfach keinen Sinn, ziehen aber unter Umständen ziemlich negative Folgen für das Tier nach sich.
Meine Mutter war früher recht passioniert im Bereich Bobtails/Bearded Collie unterwegs, auch bzw gerade auf Ausstellungen. Damals wars auch noch offiziell erlaubt, die Hunde mit Haarspray auf zu toupieren (das ist ja jetzt meines Wissens zumindest offiziell verboten) und so sahen die dann auch aus. Da gibts noch Bilder von ihrem Rüden, die ich total furchtbar finde und es mir schwer fällt hinten und vorne auseinander zu halten, die sie aber total niedlich findet. Früher wurden die wohl einfach mit den Schafen abgeschert, heute lässt man eben wachsen und pflegt sich zu Tode.
Mir gefällt das nicht, aber ich wüsste nicht das die Hunde jetzt an sich dadurch ein großes Problem haben (was es sonst noch so für genetische Krankheiten gibt weiß ich nicht, meine Mutter ist da auch schon ein paar Jahre draussen) .. und selbst wenn, nehm ich die Schere und den Langhaarschneider und hab nen kurzhaarigen Hund.
Ähnliches gilt für mich für die Ramsnasen bei den Bullterriern (ich finde die extremen Versionen zwar nicht schön, mir wäre aber auch nicht bekannt, dass sie wirklich direkt ein Problem auslösen - ich denke mehr Probleme macht da das sie größtenteils einfach übergewichtig sind) , den Pony der Riesenschnauzer (das wurde hier ja schon angesprochen, aber ich kenne ehrlich gesagt keinen einzigen, der Probleme hat alles zu sehen, was er sehen soll. Zumal der eh so geschnitten wird, dass die Augen an sich frei sind) , etc. Muss man nicht mögen, ist aber auch kein Drama.
Im Kontrast dazu stehen für mich Dinge , die eben im Großteil aller Fälle Probleme machen (siehe Die Plattnasen hier - und auch das gezeigte Video ist für mich kein Positiv Beispiel. Schön, dass der Hund immerhin Rennen kann, aber das was man da an geschnorchel Neben dem Auto-Rauschen hört, hört sich für mich auch nicht normal an. Von der TipTop Bauchatmung mal abgesehen) oder aber genetisch scheinbar direkt gekoppelt sind. Ein Beispiel wäre für mich hier der Zahnverlust bei einigen Nackthunderassen. Ob man unbedingt Haarlose Hunde züchten muss, sei mal dahin gestellt (ja, ich weiß das es die schon sehr lange gibt..) , aber für mich hört der Spaß dann auf, wenn auf Grund der Haarlosigkeit ein Raubtier dann zum zahnlosen Tiger mutiert. Sprüche wie "ja der kann an seinem Pansen auch nuckeln, dass geht schon" sind für mich die selbe Kategorie wie "der weiss ja gar nicht, dass er weniger Luft als andere bekommt". Zumal eigentlich wirklich kein vernünftiger Grund existiert, um auf dieser Mutation zu beharren, wenn die Haarigen Exemplare die Probleme wohl gar nicht haben. Wem es also nicht nur um die Optik geht, auf Grund dessen er Missbildungen beim Hund in Kauf nimmt, der kann sich auch einfach einen Hund ohne diesen Defekt kaufen.
und zu den Einkreuzungen... wenn der Genpool einer Rasse wirklich eng und das genetische Material zur Verbesserung einfach nicht mehr da ist, kann sowas sicher sinnvoll sein. Dummer Weise werden Kreuzungen heut zu Tage gerne einfach mal als Verkaufsfördernde Maßnahme verwendet, bei der die Endergebnisse weder gesünder sind, noch sonst wie sinnvolle Ergebnisse bei rum kommen.
Das man einen optischen Phänotyp wieder recht schnell hin bekommt stimmt zwar, dies gilt aber eher weniger für Wesensmerkmale und geht meistens dann auch wieder mit mehr oder minder starker Inzucht einher.