Beiträge von bordy

    Ab wann fängt denn bei dir die Gruppenhaltung an, bei der du davon ausgehst, dass dem einzelnen Hund in seinen Ansprüchen nicht gerecht wird?

    Und weil du das so vom Sport abgrenz, geht es dir dabei trotzdem in erster Linie um Gebrauchshunderassen oder eher allgemein?

    Ich hab es jetzt vom Sport abgegrenzt, weil hier explizit darauf hingewiesen wurde das es zeitlich etwas anderes ist, wenn man mit den Hunden irgendwie intensiver Sport betreiben will ;) Und da hängt es meiner Meinung nach nicht unbedingt daran, auch wenn es da dann vielleicht mehr auffällt.


    Ich habs ja am Anfang der Diskussion schonmal ausführlicher beschrieben, aber meine persönliche Erfahrung ist, dass nach den Maßstäben die ich für mich persönlich an Hundehaltung anlege man als (Vollzeit Berufstätiger ) Mensch ohne Partner der sich auch mit einbringt und dann "seine" Hunde hat, man mehr als 2 Hunden auf die Dauer nicht gerecht wird. Evtl mal kurzzeitig drei, wenn ein Hund davon relativ alt ist (wobei das ja unter Umständen ja auch wieder extra Betreuung erzwingt).
    Wenn ich da andere Maßstäbe ansetze oder vielleicht auch Gruppen halte, die sich eher selbst genügen und mich mit denen nicht unbedingt in der Öffentlichkeit bewege (mehrere Jagdhunde, Schlittenhundesport...), mag auch mehr gehen.

    Jetzt merkt man vielleicht, dass der Schutzhundsport nicht unbedingt meine Szene ist und ich wirklich keine Ahnung habe - aber bis der Hund entsprechend aufgebaut und ausgebildet ist (ob jetzt Unterordnung oder Fährtensuche) steckt da doch mit Sicherheit deutlich mehr Arbeit hinter als der Otto-Normal-Hundehalter für einen halbwegs soliden Grundgehorsam benötigt. Wäre sehr überrascht wenn dem nicht so wäre. Kann man warhscheinlich auf fast jeden Hundesport (mit Ausnahme des Windhundsports :D ) ausweiten, egal ob Mantrailing, Dummyarbeit oder Agility.

    Ja, da steckt schon Arbeit drin und wenn man das ganze auf dem Niveau von überregionalen Veranstaltungen anstrebt, dann natürlich nochmal mehr. Aber die Netto Zeit in Minuten/Stunden am Tag ist jetzt nicht gar so viel. Jeden Tag 1-2 mal 2-3 Minuten Unterordnung pro Hund, im Normalfall 3 mal die Woche Am Platz ( wobei sich die Zeit mit nem Hund mehr oder weniger auch nicht groß ändert, man ist ja eh da). Da zählt eigentlich auch eher Qualität statt Quantität..
    Je nachdem ob man das noch dazu rechnen mag, ausserhalb Konditions und Krafttraining. Aber Fahrrad fahren etc. machen andere Leute mit ihren Hunden ja auch.

    Rein vom Zeitaufwand ist das drumherum, Spaziergänge, Zeit allein mit dem Hund, Sozialisation, den Hund an verschiedene Situationen gewöhnen (da geht Sport einfach auch in Alltag über), deutlich aufwändiger. Zumindest wenn man den Hund nicht nur irgendwie "Hält", sondern ihm auch individuell gerecht werden möchte. Wobei das eigentlich auch ein Muss im Sport heutzutage ist, möchte man einigermaßen erfolgreich sein.

    Würde ich nur vom rein sportlichen ausgehen, könnte ich deutlich mehr Hunde halten und beschäftigen. Gerade im Ausland gibt es auch Leute, die vom Sport/der Ausbildung leben und die dann natürlich auch viele Hunde haben (müssen). An einem regulären 8 Stunden Tag mit ner halben Stunde pro Hund Training bekommt man da schon einige durch.. Konditionstraining gibts da halt am Laufband oder die Hunde können etwas auf dem eigenen Gelände rennen. :pfeif: Ist aber halt nicht das, was ich mir unter Hundehaltung vorstelle. Womit wir wieder beim Anspruch wären.

    Naja, also mal ehrlich gesagt, das mit dem Hund auf dem Platz stehen ist der geringste Anteil an Arbeit. Eine Unterordnungseinheit direkt auf dem Platz dauert vielleicht 10 Minuten, Schutzdienst ebenso. Und ob ich nun 2 oder 3 Fährten lege ist auch relativ egal, wenn ich mal unterwegs bin. Ich hab kurzzeitig auch schon 4 Hunde gleichzeitig sportlich geführt. War durchaus anstrengend aber nicht unmöglich. 2 Davon hatte ich aber nicht zu Hause..
    Ansonsten gibts hier jeden Tag 2-3 Minuten kleine Unterordnungseinheiten für jeden.

    Mehr Aufwand ist wirklich der "Alltag". Eben bei jedem dafür sorgen, dass er seine Einzelzeit hat, dass er hört, sich ansonsten anständig benimmt, etc ;) Wobei es da natürlich auch Hundetypen gibt die mehr oder weniger dazu neigen, bei mangelhaftem Handling unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Von selbst gehts ja nunmal bei keinem.

    Warum sollten meine anderen aufgrund ihrer Zahl anstrengender sein diesbezüglich?
    Klar, würden jetzt auf einmal alle 4 entscheiden "Och hihi, ich glaube ich höre jetzt einfach mal nicht mehr auf Rückruf" wäre das schon ziemlich anstrengend vier Hunde wieder einsammeln zu müssen, anstatt nur einem hinterherzujagen :P -


    Ganz einfach weil die andern den Gehorsam erstmal erreichen müssen und man das ganze in der Regel ja auch immer wieder festigen muss. ;) Klar, wenn die 5,6,7 oder wie viele Hunde auch immer jeder für sich gut hören, dann ist das ganze nicht problematisch. Die Frage ist ja nur, in wie weit man als normal berufstätiger Mensch in der Lage ist diesen einzelnen Gehorsam aufzutrainieren oder zu erhalten, bei der Anzahl an Hunden. Wobei der Aufwand bei jedem Hundetyp dafür natürlich individuell ist. Gerade weil bei mehreren Hunden idR ja auch öfters mal ähnlich alte dabei sind, sodass dann häufig mal 2 oder mehr Junghunde mitlaufen..

    Und machen wir uns nichts vor, wenn ein Hund nur so halb hört, dann hat man mit einigermaßen vorhandener Bindung vielleicht noch eine Chance, dass der niemanden belästigt. Bei 2 wird's schon schwieriger, aber wenn ich bei 4-5-6 Hunden nur so halben Gehorsam habe und da rennt wer los, dann habe ich als Hundehalter einfach keine Chance mehr. Um dieser Rudeldynamik zu widerstehen muss der Großteil der Hunde schon wirklich hören. Dann kann man evtl auch einen noch nicht verlässlich abrufbaren Junghund ausgleichen.

    Ich muss sagen, dass ich bei den Aussagen im Stil von, einem ist "einzelnes Training und Gehorsam" nicht so wichtig schon eher schmunzeln musste.

    Ob man ab einer gewissen Hundemenge (als normal Berufstätiger..) den Hunden noch gerecht wird ist sicher ein Thema, über das man trefflich streiten kann. Wäre ja auch seltsam, wenn Leute mit recht vielen Hunden sagen würden, nein, werden sie nicht ;)

    Beim Thema Gehorsam draußen denke ich allerdings, wird es zumindest die Umwelt der Hundehalter anders sehen.. will man niemand anderen belästigen (sei es Mensch oder Tier) führt zumindest an einer sicheren Abrufbarkeit eigentlich kein Weg dran vorbei. Und der wird nicht unbedingt einfacher, wenn man nicht nur einen, sondern zwei oder 6 Hunde hat.. gerade wenn es alles junge Hunde sind. Das erfordert einfach Arbeit mit jedem einzelnen. Auch wenn es natürlich da auch Hundetypen gibt, die es einem einfacher machen.
    Das sehr viele Halter von "Hundegruppen", wenn sie denn auch mit den Hunden in der Gruppe unterwegs sind, da nicht so viel Wert darauf legen, ist mir leider auch klar. Geht für mich aber ehrlich gesagt gar nicht.

    Besonders negativ sind mir in der Richtung bisher gerade die Leute mit Hundetypen aufgefallen, die hier als sehr geeignet und unproblematisch für die Rudelhaltung genannt wurden. Ja, ich glaube gerne das gerade Windhunde sich wohl in Gesellschaft fühlen und das zu Hause unproblematisch ist. Allerdings scheinen die Halter da in Großen Teilen, mal nett formuliert, halt auch kein Problem damit zu haben "Abstriche" in einigen wichtigen Bereichen zu machen.

    Wenn ich da so an zwei Beispiele denke.. hier lief mal eine Frau mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Mann und ihren 3 mittelgroßen Mixen rum. Sie ist mir immer recht positiv aufgefallen, weil sie eigentlich mit die einzige war der man nicht ausweichen musste, wollte man keine Tutnixe an der Backe haben. Irgendwann ist eine Hündin wohl verstorben und sie hat in relativ kurzer Zeit mehrere Windhunde aufgenommen. Keine Ahnung ob nur als Pflegestelle oder dauerhaft, aber das man ihr nicht ausweichen musste war ab der Zeit dann vorbei. Irgendwann muss man ihr dann mal aufs Dach gestiegen sein und ich habe sie fortan mit ihren 2 alten frei laufend und 3-4 Windhunden an 10 Meter Leinen laufen sehen. War wohl ein mäßig entspannendes Unterfangen |) Gerade mit ihrem Mann mitten drin. Als wir uns das letzte Mal kurz unterhalten haben meinte sie dann auch entschuldigend, dass die "andern" alle meinten mit mehreren Windhunden wär das alles kein Problem.. nur so richtig hören tun sie halt nicht. :pfeif:

    Zweites Beispiel, dass erste mal das ich damals so eine große Hundegruppe gesehen habe.. im Örtlichen Wiesengrund, damals nur mit meiner alten Hündin unterwegs. Zwei Damen stehen weiter Weg in der Mitte rum, umringt von mehreren Windhunden in unterschiedlichen Größenkombinationen, die größeren davon teils mit Maulkorb.
    Irgendwann kam ein weiterer Hundehalter mit mittelgroßem Hund den Weg runter und sah sich auf einmal umringt von der Gruppe. Sein Hund bekam Panik, rannte los, alle andern Hinterher.. das die Hunde teils Maulkörbe an hatten wird die Situation für den einzelnen Hund nicht schöner gemacht haben. Auf Rufen in der Gruppe natürlich keinerlei Reaktion.. und mir ist bis heute leider keine Gruppe begegnet, bei der das wirklich anders war. Obwohl, doch eine mir bekannte Leistungsrichterin mit ihren 6 Border Collies und 2 Bobtails. Die sind aber wirklich die Ausnahme und nunmal sehr, sehr führig.

    Ja, viele Halter größerer Gruppen scheinen da gerne Abstriche in gewissen Bereichen zu machen. In dem Moment in dem ich mich mit den Hunden in der Öffentlichkeit bewege, ist das aber halt nicht nur meine Entscheidung. Dummer Weise bedeutet das halt wieder Arbeit mit jedem einzelnen und so schließt sich der Kreis..

    Dummer Weise (Oder zum Glück?) Kenne ich das angesprochene "Buch", bzw hatte es schon in der Hand. Es handelt sich hierbei um eine Ergänzung einer Vorlesung, eine Art Handout (Supplemente), keinesfalls um etwas allein stehendes.
    Wenn man mal aktuell auf Amazon sucht, dann wird sich in den Bewertungen sogar darüber beschwert, dass es eben nicht auf die gar schlimmen Folgen von Getreidefütterung hinweist. Mich würde also schon sehr interessieren, wo denn bitte in dieser Quelle steht, dass Getreidefütterung bei Hunden zu Mineralstoffmangel führt.
    Mal davon ab, dass auf Nachfrage plötzlich aus Lehrbüchern (Plural) eine einzige Quelle, die Ergänzung zu einer Vorlesung ist und das meiner Meinung nach nicht hergibt, (Singular) wurde.

    Wenn du in der Forschung und Entwicklung bezüglich Futtermittelentwicklung gearbeitet hast (zumindest implizierst du das mit diesen Andeutungen bezüglich deines Wissens ja ), dann dürftest du doch auch mit dem Umgang mit Quellen und Zitaten vertraut sein. Du darfst in Auszügen sehr wohl Zitieren. Du musst es nur korrekt tun. Es ist also überhaupt kein Problem einen entsprechenden Abschnitt hier zu zitieren, so es ihn denn gibt.


    Sorry, aber hier große Andeutungen bezüglich angeblich gesicherter Fakten zu machen, auf Nachfrage dann nur noch nebulösere Andeutungen zu bieten, aber dafür keine wirklichen Quellen zu liefern, dass ist nicht besonders vertrauenserweckend und idR kein Vorgehen das jemand nötig hat, der wirklich etwas in der Hand hat. Für diese Art der Argumentation gibt es sogar ein sehr treffendes Wort... Bauernfängerei.

    Solltest du doch noch in der Lage sein, eine fundierte Quelle für deine Behauptungen zu nennen, wäre ich natürlich auch weiterhin interessiert. Man sollte sich ja in viele Richtungen Fortbilden.

    Du musst dir halt überlegen, wie du dir manche Sachen vorstellst, wenn dein Welpe mal nicht mehr klein und süß ist. ;)


    Kann es vorkommen, dass z.B. in der Arbeit Geschäftspartner da sind, wegen denen er später auch mal gesittet an der Leine rein gehen soll? Dann zeig ihm das jetzt. Regeln lockern kann man immer, andersrum ist meistens problematischer.