Natürlich muss man bei einem Hund, der schonmal etwas "falsch" gelernt hat schon Abstriche machen und das wird wahrscheinlich immer ein Thema sein.
3 Jahre sind auch noch eine lange Zeit und ich persönlich würde da lieber noch Zeit investieren um es wirklich gut zu machen, anstatt 3 Jahre lang mehr oder weniger unzufrieden mit "hach das lohnt sich nicht mehr" rumzulaufen. Vor allen Dingen ist das bei euch ja nicht ein "hach das nächste mal würde ich dem Hund ne linkskehrt lernen", sondern scheint ja wirklich ein generelles Problem zu sein.
Diese ganzen Sachen mit Brücken, Ritualen etc, sind sicher nicht verkehrt und richtig und meistens gibt es da auch noch viel Verbesserungspotential.
Nur a) wird auch hier der gründliche Aufbau, um das zu festigen einige Monate an Arbeit nötig sein (in denen man den Hund besser nicht ständig in die Prüfungssituation bringt) und b) wenn für deinen Hund am Ende trotzdem noch der Knackpunkt ist Futter in der Tasche ja/nein, dann kommst du einfach nicht daran vorbei dem Hund irgendwie zu zeigen, auch wenn du kein Futter direkt greifbar hast hat er die Chance auf Erfolg.
Externe Bestätigung muss man natürlich auch richtig aufbauen. Freigabe für Blickkontakt, dann Freigabe für ein Sitz, eine Grundstellung, Freigabe für Fußarbeit. So kleinschrittig, dass der Hund wirklich versteht das er in dieses Verhalten muss und es absolut nichts bringt von dir weg zu gehen.
Normalerweise steigert das eher noch die Motivation des Hundes.
Natürlich ist das auch alles eine Frage dessen, ob ich Lust dazu habe oder ob ich sage "passt eigentlich schon".
Ich hatte mit meiner Hündin nach ihrer Verletzung auch ein mehr oder minder große Problem, was mir das ganze ziemlich vermiest hat. So weit, dass ich den Hund erstmal auf gar keinen Prüfungen die UO und SD beinhalten geführt habe, obwohl sie wieder fit war. Training war für mich teilweise sehr nervenaufreibend und ich hatte mich irgendwie schon damit abgefunden, weil man bei dem Hund das in dem Alter eh nicht mehr raus bekommt, etc.
Dann habe ich mal an einer Veranstaltung für den AW teilgenommen, eigentlich nur für die Teilnahmebestätigung und der Aussage, na ich hol sie mal spaßeshalber raus, alles was man so machen kann haben wir ja schon durch. Es kam aber ein Anstoß in eine Richtung, in die ich mich vorher nicht wirklich getraut habe zu gehen und innerhalb einiger Monate wirklich absoluter Grundlagenarbeit, war das ganze dann relativ schnell auf den kompletten SD übertragbar und an ihrer letzten Prüfung war das Thema im SD absolut minimal, im Vergleich zu vorher. Mir hat das Training dann auch endlich wieder Spaß gemacht.
Leider musste ich sie dann aus dem aktiven IPO Sport nehmen auf Grund ihrer Verletzung. UO war immer noch ein Thema (wenn auch das gleiche wie im SD) und vor einigen Wochen war ich dann nochmal bei jemanden zum Training, der mir im Prinzip einen ähnlichen Weg für die UO aufgezeigt hat wie wir ihn im SD gegangen sind. es hilft, relativ konstant. Der Hund ist mittlerweile 7, es ist wieder teilweise Grundlagenarbeit und wir machen aktuell nur noch BGH und FH.
Aber: es lohnt sich natürlich. Hundesport macht halt nur auf die Dauer Spaß, wenn man auch Erfolge hat mit denen man zufrieden ist.