ZitatNur: Ich persönlich bin der Meinung, dass es sehr viele Rassen gibt, die in den letzten Jahrzehnten eindeutig nicht verbessert wurden.
Zu kleine Schädel beim Chavalier King Charles, zu massige Körper beim Bernhardiner, zu kurze Nasen beim Mops, die abfallende Rückenlinie beim DSH, kurze Lebenserwartung bei vielen Großrassen, hängende Augenlider, Fellberge, hervorquellende Augen, Atemnot, Krankheiten - es gibt zu viele Beispiele dafür dass Rassen schlechter werden, um zu behaupten, dass die vom VDH kontrollierte Hundezucht Rassen tatsächlich verbessert. Das Eliminieren von Ringelschwänzen oder Punkten auf der Nase kann ich beim besten Willen nicht als Verbesserung der Rasse bezeichnen.Anders imag es sein für tatsächlich leistungsgeprüfte Rassen, aber die Schönheitszuchten haben definitiv keine Verbesserung erlebt.
Mag sein, dass der VDH den eingeschlagenen Weg am konsequentesten geht und dass man die dort gesteckten Ziele nur innerhalb des Verbandes erreichen kann. Aber: die Ziele selbst überzeugen mich immer weniger.
In den letzten Jahtzehnten ist das Wissen um Populationsgenetik und Genetik allgemein auch erst entstanden. Früher waren Inzest-Verpaarungen z.B. als probates Mittel zur Merkmalsfestigung allgemein anerkannt und wurde rasse-, verbands- und länderübergreifend auch in größtem Umfang und in bester Absicht praktiziert. Das Problem von Vitalitätseinschränkung und Übertyp war in seinem Umfang unvorstellbar. So langfristig, wie sich die Probleme aufgebaut haben, wird man nun die falschen Entwicklungen korrigieren müssen. Wenn immer suggeriert wird, mit "Hauruck-Methoden" und Aktionismus wäre das zu regeln, dann ist das Augenwischerei. Siehe auch Emma-"Pseudomops". Ein Weg, auf den ich viel Hoffnung setze, ist die Entwicklung des Continental Bulldog als gesündere Alternative zum English Bulldog, in der SKG/FCI. Das wird aber einige Generationen dauern, und ist weit weniger medienwirksam zu vermarkten als die Doodelei und Designerdogzucht. Und es erfordert eine straffe Zuchtlenkung, die sich nicht auf Kompromisse einläßt, sondern das Ziel unbeirrt verfolgt. Die Alano-Züchter z.B., die einen gesunden Molosser außerhalb des VDH/FCI züchten wollten, haben sich schon wieder ins Unendliche zerstritten und zersplittert, und ihre großen Absichten Einzelinteressen geopfert.