Beiträge von Quarus

    warum er so gerne mit Bällchen und Reizangel arbeitet, denn gerade bei diesen Hetzspielen kommt es ja extrem häufig dazu, dass der Hund das "Spiel" auf andere Objekte überträgt. Aber vllt ist es dann nicht so schlimm, weil es eher ein Eichhörnchen, einen Hasen oder eine Katze trifft?

    ist das jetzt beweisfähig oder genauso eine Theorie wie der Beißarm am Menschen? Gibts da Statistiken, daß sich das extrem häufig dann überträgt und der Hund, der sonst keine Kaninchen, Eichhörndls oder Katzen jagen würde, jagt nun, weil man Ball geschmissen hat oder mit der Reizangel rumtut?

    Richtig gemacht lernt der Hund doch in allen drei Fällen Impulskontrolle, Gehorsam auch in der Erregung. In allen drei Fällen wird ja nur angesprochen, was im Hund eh schon drin ist, er will die Beute haben. Der Mensch ist normalerweise ja nicht die Beute, wobei Kaninchen ja durchaus Beute sind. Von daher ist dein Vergleich nicht passend

    Ich treffe im RL jedenfalls sehr viel häufiger Kinder mit Ball (spielend oder tragend), als Kinder mit Schutzarm. Wenn Hunde sooo schlecht differenzieren könnten, wie von MR unterstellt, wäre die Verletzungsgefahr durch von ihm trainierte Hunde aber gewaltig grösser!

    Wie ich weiter vorne schon mal für mich zusammengefasst habe.


    Reizoffene, reaktionsschnelle, aggressionsbereite, durchsetzungsstarke Hunde zu züchten die gegen Druck nach vorne gehen, weil man gerne mit ihnen arbeitet kann nen Argument sein.

    Für mich persönlich jetzt nicht so ein starkes.

    Du musst diese Hunde ja nicht halten. Andere mögen eben gerade die Teamarbeit mit solchen Hunden. Ich bin kein Jäger und brauche keine jagdlich hochmotivierten Hunde. Andere sehen das wieder anders. Warum auch nicht? Es ist eben Vielfalt!

    Du antwortest Dir doch selbst. Ein Hund, der "abgeht wie Schnitzel", ist nicht kontrollierbar und somit für die diffizile Ausbildung, die heute gefordert wird, unbrauchbar.

    Grauzonen bestreitet hier auch keiner - es wäre ein Fortschritt, wenn MR diese auch sehen würde. Hinterfragt wird zu Recht jeder Sport mit Abhängigen, seien es Tiere oder sogar Kinder. Diese Diskussionen werden unablässig sehr differenziert auch von Sportlern geführt und ein Ergebnis ist der stetige Wandel, dem der Hundesport grundsätzlich unterliegt. Ein "Hinterfragen" ist allerdings nicht, sich seit Jahren der Diskussion zu verweigern und Behauptungen aufzustellen, die nicht belegbar sind, einzig, weil man es auf Grund seiner Reichweite KANN.

    Bei meiner ersten Hündin half es, sie unter die Bettdecke schlüpfen zu lassen. Beim engen Körperkontakt konnte sie entspannen. Sie war übrigens völlig schussfest, mit Knallpatronen wäre kein Training möglich gewesen, hätte sie ignoriert. Es war bei Gewitter vermutlich nicht der Donner, sondern die gesamten Wettererscheinungen.

    Meine Hündinnen waren in ihren Abneigungen deutlich konsequenter als die Rüden. Da hätte es ernsthaft mit Beschädigungsabsicht knallen können, wenn ich da nicht eisern aufgepasst hätte. Andere Hunde zu dulden und zumindest aus Gehorsam nicht zu eskalieren, haben sie damals unter kontrollierten Bedingungen auf dem Hundeplatz gelernt. Die folgenden Rüden hatten auch ihre Lieblingsfeinde, pöbelten bei Gelegenheit gern wie Halbstarke herum und wären gern typische Raufer gewesen, bei denen ernsthafte Verletzungen nur zufällig zu befürchten gewesen wären. Mit Hündinnen und Welpen waren beide nachsichtig und charmant. Trotzdem galt es, aufzupassen. Matti und Canto waren/sind Engelchen. Bei Canto muss ein anderer Rüde schon ausdauernd provozieren, bis er akzeptiert, dass der andere kein Interesse an einem freundlichen Kontakt hat. Dann ist er aber jederzeit bereit, einen Kommentkampf aufzunehmen.

    Wie ich das einschätze? Es ist die Gesamtheit der Hundepersönlichkeit, die man ja bei langjährigem Zusammenleben bestens kennenlernt. Wann und in welcher Ausprägung Emotionen sichtbar werden, und wie Konflikte gelöst werden.

    Sprich mal mit SavoirVivre, sie hat ihren Gustaf in der Grossstadt aufgezogen. So ganz einfach ist das bei einem doch auch reizoffenen Hund wie dem Boxer nicht... Gustaf bekommt an den WE viel Ausgleich im Grünen.

    Ich lebe auf dem Dorf, kann zu Deiner Situation wenig sagen. Und ich mache IGP, also Schutzhundsport, weil es mir und meinem Hund Spass macht und ein Selektionskriterium für die Zucht auf selbstbewusste, leistungsbereite und gesunde Hunde ist.