Aber du hast vermutlich den Kern getroffen, denn letztlich geht es wohl nur und ausschließlich darum Hunde zu erzeugen, die dem Geschmack des Menschen gefallen. Die Rechtfertigung erfolgt dann eben oft über andere mehr oder wenigerArgumente.
Um was sollte es denn sonst gehen? Auch das ist der Grundgedanke der Domestikation: Individuen gezielt zur Fortpflanzung zu bringen, von deren Nachkommen MENSCH sich einen Nutzen verspricht. Nicht mehr, nicht weniger. Da ist gar keine Rechtfertigung nötig. Ob der Nutzen nun emotionaler oder finanzieller oder anderweitiger Natur ist, spielt erstmal keine Rolle. Wenn Du keinen Nutzen aus Deinem Hund ziehen würdest, hättest auch Du keinen! Genausowenig, wie Du vermutlich keine Milchkuh oder kein Mastschwein hälst (Beispiel!) - die Mühen der Haltung würden ihren Nutzen für Dich weit übersteigen, deshalb hast Du keine.
Für mich würde die Mühen der Haltung eines Mixes, der aus nicht harmonisierenden Rassen "geuppst" wurde, sehr wahrscheinlich den Nutzen weit übersteigen, den ich emotional hätte. Weil es sehr viel aufwändiger wäre, ihn in mein Lebensumfeld zu integrieren, als das bei einem gut gezüchteten, ausgewählten Rassehund der Fall wäre. Und das ist bei vielen Leuten so, sonst würden die ganzen Hundeflüsterer, -psychotherapeuten, -verhaltenstrainer usw. nicht so aus dem Boden schießen.
Aber manchmal liegt der emotionale Nutzen wohl auch in der Befriedigung des Pflegetriebes und der Aufmerksamkeit, die man für einen "schwierigen" Hund bekommt....