Beiträge von Quarus

    Mach Dir doch keine unnützen Sorgen. Das können auch einfach nur leicht ausgedrehte Ellenbogen sein. Und die wirken im Trab gefährlicher, weil ALLE Hunde mit zunehmendem Tempo die Pfoten genau unter den Körpermittelpunkt setzen, wodurch bei etwas ausgedrehten Ellenbogen der Eindruck von O-Beinen entsteht.

    Ja, es kann auch eine ED sein, muss es aber keinesfalls zwangsläufig sein!

    Freut mich, wenn Du was gefunden hast. Weiter gehts mit Empfehlungen.

    "Ein Leben mit Boxern", die Autobiographie von F. Stockmann. Das gilt als das Neue Testament unter Boxerfans. Das Buch ist faszinierend. Wenn Dich die Rassenentwicklung über den Boxer hinaus interessiert, wäre auch Richard Strebel und Ludwig Beckmann gut. Da erfährt man viel über die Rassehundezucht zu Beginn des 20. Jhd.

    Eines der Rezewski-Büchergibt es auf der HP des BK, sehe ich gerade. Auch wenn ich z.T. andere Ansichten habe, ist es doch absolut lesenswert.

    Ich habe Reststücke billigst über Ebay gekauft und den Schaumstoff in den Hundematratzen gegen den Memory-Foam ausgetauscht. Mein Alter hat schlagartig wieder die Matten angenommen und viel seltener über Lageveränderungen die Druckpunkte entlastet, also deutlich ruhiger geschlafen. Selbst habe ich mein Bett daraufhin auch mit diesen Reststücken gepimpt und merke es am Rücken, daß es mir gut tut.

    Ohne Porto hat mich der "Spaß" für 4 Hundebetten und mein eigenes um 15 € gekostet - das kann man ruhig investieren, um das Zeug auszuprobieren.

    Ich grübele auch gerade über die Lösung in einem schwierigen Fall nach. Der Hund, 2,5 Jahre alt, kam vor einem guten Jahr aus einer Familie zur Vorbesitzerin. Sie ist hundeerfahren, geduldig, liebevoll, konsequent. Von Beginn an zeigte der Rüde die Neigung, kleinste Abweichungen von der Erfüllung seiner Wünsche durch Bisse zu sanktionieren. Null Impulskontrolle, null Frustrationstoleranz, null andere Konfliktlösungsstrategien. Aber auch leider NULL Fähigkeit, trotz aller Bemühungen, umzulernen und diese Strategien zu erlernen. Keine Konstanz im Verhalten zu erreichen. Es geht Tage, auch Wochen, relativ gut,dann plötzlich wieder eine Attacke aus heiterem Himmel, gegen die Besitzerin, gegen Familienangehörige, gegen Bekanne und Fremde. Schwere Verletzungen konnten durch striktes Management bisher verhindert werden. Die Besitzerin, die aus Krankheitsgründen im letzten Jahr nicht arbeitete, hat nun wieder einen Job. Bei einem "normalen" Hund kein Problem, ihrer allerdings hat die Familienangehörigen, die ihn betreuten, mit zunehmend ernsterer Intention gestellt, bedroht, gebissen. Die Situation wurde untragbar. Eine Rasse-Hilfs-Orga wurde eingeschaltet, die Situation in aller Deutlichkeit geschildert, der Hund übernommen.

    Trotz ausdrücklichem Hinweis auf die Gefährlichkeit des Hundes wurde er unter Beschönigung seiner Probleme an völlig unbedarfte neue Besitzer vermittelt! Er wäre ein bißchen unsicher, bräuchte ein bißchen Zeit, sich an Männer zu gewöhnen, hätte Defizite durch die Vorbesitzer, die aber mit ein bißchen Training und ganz viel Liebe schnell zu beheben wären.

    Der Hund ist seit 2 Wochen im neuen Heim und hat am ersten Abend schon Hausbewohner versucht zu beißen....

    WAS NUN? Offensichtlich hat die Hilfs-Orga nicht einen von den Unmassen Plätzen gefunden, die sich nach der Umkonditionierung eines solchen Hundes reißen.

    Wir im Verein, die wir die Geschichte dieses Hundes kennen, sind jetzt im Konflikt, ob und wie wir die neuen Besitzer aufklären. Tun wir es, besteht die reele Gefahr, daß dieser Hund sein Zuhause verliert, im TH-Zwinger auf Ewigkeit landet oder eingeschläfert wird. Tun wir es NICHT und es kommt ein Mensch zu Schaden, weil die Besitzer keine Ahnung haben, wie strikt die Haltung überwacht werden muß, und zwar IMMER, dann machen wir uns durch Unterlassung mitschuldig.

    Organisch ist der Hund übrigens in Ordnung. Ich würde ihn aber, ohne Anspruch auf fachliche Korrektheit zu erheben, durchaus als einen von Cattlefans "Psychopathen" ansprechen. Den ersten und hoffentlich letzten.