Beiträge von Quarus

    Keiner hat gesagt, dass man in jedem fall ums Verrecken zur Arbeit muss.Nur, ob man dafür lügt oder ob man bei der Wahrheit bleibt, das ist eben der Unterschied.

    Das bei der Wahrheit bleiben ist so lange machbar, wie man damit nicht in Existenznöte kommt. Die schöne Illussion, daß Ehrlichkeit am längsten währt und am Ende belohnt wird, hat sich für mich oft genug zerschlagen. Hätte ich nicht solche anerzogenen, starken Hemmungen, müßte ich auf Grund meiner Lebenserfahrungen lügen und betrügen, daß sich die Balken biegen. Ich kriege so ein Verhalten nicht fertig, bin aber drüber hinweg, Leute moralisch zu verurteilen, die es auf Grund ähnlicher Erfahrungen so handhaben....

    Nach 25 Jahren Erfahrung mit Arbeitgebern würde ich es ganz klar vom Vertrauensverhältnis abhängig machen.

    Ich hatte einen AG, der ganz vorn dran stand mit fordern, fordern, fordern von selbstverständlich unbezahlter Mehrarbeit, abgebrochenen Urlauben wegen Pillepalle, spontanem sinnlosem Wochenenddienst, weil Macht bewiesen werden mußte, Umsetzungen mit weiten Anfahren verbunden innerhalb von Tagen. Aber selbst NULL Verständnis aufbrachte, wenn der "Arbeitssklave" einen Hauch von Eigenleben für sich reklamierte. Ein unterwürfiges Anfragen nach gnädiger Gewährung eines Notfall-Frei hätte eine höhnische Antwort nach sich gezogen, a la "Wenn Sie hier nicht arbeiten möchten, auf Ihren Job warten Hunderte!". Ganz klar wäre da zum Eigenschutz nur eine Krankschreibung möglich gewesen, um im Extrem den Hund zu retten UND seinen Job zu behalten. Ansonsten kroch man auch mit z.B. Lungenentzündung (oder krankem Hund) zur Arbeit. Es war übrigens nicht nötig für mich, zu lügen, mein zweiter Hund starb dankenswerter Weise so günstig im Morgengrauen, daß ich es noch pünktlich auf Arbeit schaffte.

    Ein anderer Arbeitgeber ließ einen merken, daß Arbeit und Engagement geschätzt wurde, hatte Vertrauen in die Selbstorganisation seiner Leute, führte als Teamleiter und nicht als Sklaventreiber. Da habe ich mal kurz vor Dienstbeginn freigenommen, weil eine Hündin zum Decken zu meinem Rüden kam. Kein Problem, Chef hat sogar meinen Part übernommen, bis ich gegen Mittag da war. Ein kranker Hund oder egal welcher Grund wurde akzeptiert, weil das Verhältnis stimmte. Keiner hatte es nötig zu lügen, keiner hat es ausgenutzt, dafür, daß mir entgegengekommen wurde, habe ich mir im Gegenzug auch gern die Beine für den Job ausgerissen, wenn es nötig war.

    Was ich damit sagen will: wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Ein AG, der seinen Mitarbeitern kein Verständnis entgegenbringt, selber große Forderungen aufmacht und Zusatzleistungen verlangt, ohne eine Gegenleistung zu erbringen, braucht sich nicht wundern, wenn der AN notgedrungen das Tricksen anfängt.

    Ganz klar spreche ich nicht vom Mißbrauch von Vertrauen bzw.dem Erschleichen von Vorteilen auf Kosten des AG oder der Kollegen. Das ist unanständig und darf nicht toleriert werden.

    Immer würde ich es unbedingt vorziehen, ehrlich zu sagen, daß ich kurzfristig Überstunden nehmen muß, oder einen Urlaubstag, oder unbezahlten Urlaub, wenn mein Hund ernsthaft erkrankt ist und keine Möglichkeit anderweitiger Pflege besteht. Bevor ich allerdings aus falsch verstandenem Pflichtgefühl heraus bei einem intoleranten Arbeitgeber meinen Hund riskierte, liesse ich mich ohne den Hauch eines schlechten Gewissens krankschreiben. Da geht mein Hund ganz klar vor.

    Ja, aber ich dachte, das Charakteristikum in D ist eben das "Wehren", da die Schafhaltung nicht auf großem arrondiertem Gelände eines Landbesitzers in GB stattfindet, sondern zwischen 100 in fremden Eigentum und mit unterschiedlichsten Kulturen besetzten Feldstücken in D.

    Habe ich das richtig verstanden? Der andere Hundebesitzer stand auf EUREM Grundstück, als sein Hund EUREN Hund gebissen hat?

    Ich hätte es im Interesse guter Nachbarschaft auch unter "shit happens" abgelegt - aber zum Schaden noch die Schuld eingeredet zu bekommen, wäre mir zuviel gewesen!

    Ich weiß, das ist jetzt OT, aber werden BC wirklich regelmäßig eingesetzt, um vor der Frucht zu wehren? Ich kenne ja nun berufsbedingt nicht wenige Schäfer mit großen Herden, und die führen entweder die alten deutschen Hütehundschläge oder seltener DSH aus Hütezucht. Einen BC habe ich da noch nie die Halbe gehen sehen oder überhaupt arbeiten.

    Meines Wissens werden BC eher in der Koppelschäferei eingesetzt, um kleinere Gruppen zielgenau und präzise zu bewegen. Die gibt es hier nicht. Daher kann ich schlecht beurteilen, ob diese BC auch an großen Herden gehen könnten.

    Anderes Arbeiten würde ich dann auch mit anderer mentaler Veranlagung in Verbindung bringen. Und da sind die Hunde, die große Herden im weiten oder engen Gehüt kontrollieren müssen, schon "griffiger" und mit höherem Aggressionspotential ausgestattet, als die BC, die quasi nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern eher mit der Pinzette zu vergleichen sind.

    Kommt auf den Hund an. Je höher er regelmäßig im Trieb gefahren wird, um so höher ist auch das Risiko, daß er aus dem Impuls heraus eine Fehlentscheidung trifft und z.B. ohne "böse Absicht" nach dem Ball in der Hand eines Kindes schnappt. Es heißt nicht umsonst "Trieb macht blöd!", weil die Steuerungs- und Lernfähigkeit bei hoher Erregung einfach herabgesetzt wird. WANN das genau der Fall ist, ist aber von Hund zu Hund völlig unterschiedlich. Es ist eben eine Gradwanderung, für die man seinen Hund gut kennen muß. Im Zweifelsfalle weniger über Trieb, und mehr z.B. über Futter auszubilden, dürfte nicht falsch sein.

    Erstaunlich.

    In meinem Arbeitsort hat sich vorige Woche ein schwer verletzter Fuchs in den offenen, angebautenSchuppen eines Ferienhauses verkrochen. Das war mit einer jungen Familie mit 2 Kindern belegt. Den ganzen Tag über hat von Unterer Jagdbehörde, Ordnungsamt, Forstamt, Polizei sich keiner in der Lage gesehen, das Tier zu erlösen oder jemanden zu organisieren mit Berechtigung, und die ganz reale Gefahr für zwei kleine Kinder zu beseitigen, Stichwort "befriedetes Gebiet".

    Und in Berlin wird in einem belebten Park aus Entfernung ein Hund erschossen.