1) Käme wohl darauf an, in welche Wesensrichtung man gehen möchte. Grundsätzlich gibts ja doch einige Rassen die rein optisch ins Schema Kurzhaarig, mittelgroß, kompakter Körperbau passen. Wobei Kurzhaarig (ohne Stockhaar) nicht zwingend sein müsste, das lässt sich relativ einfach selektieren.
2) Wenn man nur einmalig einkreuzen und damit kurz / mittelfristig in der Gesamten Population eine Verbesserung erzielen möchte, dann habe ich ziemlich schnell ein Inzuchtproblem, weil in der Folge natürlich alle Individuen sehr eng miteinander Verwandt sind.
Im Nutztierbereich hat man deswegen bei solche Projekten mehrere Stämme, innerhalb derer man gezielte In- und Auszucht betreiben kann.
Wie schnell sowas dann "verschwimmt" ist halt eine Frage dessen welches Merkmal man betrachtet, wie man selektiert und was dann genetisch miteinander verknüpft ist (so klar ist das ja nicht immer).
Bei Wesenseigenschaften gehen die Erfahrungswerte z.B. in die Richtung, dass man sich innerhalb von 2-3 Generationen ziemlich nachhaltig das meiste mehr oder minder unwiederbringlich kaputt machen kann, wenn man entsprechend verpaart.
Ich meine das es in Großbritannien doch mal jemanden gab, der Boxer mit Stummelruten züchten wollte. Wenn ich mich richtig erinnere war der ziemlich schnell wieder bei Hunden die zumindest optisch nicht mehr wirklich von reinrassigen Boxern zu unterscheiden waren.
Aktuell besteht die kuriose Situation, daß der aktuelle Jahresjugendsieger gelb, ein schottischer Rüde, deswegen in D Zuchtverbot hat. Er stammt aus einer Bobtail-Linie von Cattenach.
Meiner Meinung nach zu recht. Es ist witzlos, an einem Ende des Hundes gegen Übertyp und Deformationen erfolgreich zu kämpfen (Hasenscharten, Wolfsrachen als Bulldog-Erbe), gleichzeitig nach Kupierverbot auf funktionsfähige, gesunde Ruten zu züchten, und dann Kreuzungsprodukte mit Rutendeformationen wieder durch die Hintertür in die Zucht reinzuholen. Zumal das ausdrückliche Ziel der Kreuzung nicht in Gesundheit und Wesen/Leistung ging, sondern rein optische Vorlieben bedienen sollte. Mit diesen Hunden wurde auch seit Jahrzehnten nicht mehr gearbeitet, es kann keiner sagen, welche unerwünschten "Begleiterscheinungen" neben in unterschiedlichster Länge vorkommenden Stummelruten mit vererbt werden.
Ja, die Optik ist in wenigen Generationen wieder da - das die Überbetonung eben der Optik aber GENAU der Punkt ist, weswegen Einkreuzungen überhaupt diskutiert werden, darf man nicht vergessen!
Mir fallen auf Anhieb nur 3 Rassen ein, für die ich mir eine Einkreuzung in den Boxer vorstellen könnte: American Staffordshire Terrier und American Bulldog. Eventuell noch der Rottweiler. Die ersteren haben Blutanschluß über den English Bulldog, die letztere Rasse über die Herkunft und den Verwendungszweck.