Beiträge von Quarus

    Die Grossbetriebe, was vermutlich Haupterwerbsbetriebe betreffen soll, werden immer weniger, weil mit Schafen einfach nur mit grösstem Aufwand ein Betriebseinkommen erwirtschaften lässt, das sowohl die Arbeit angemessen vergütet, als auch Investitionen ermöglicht. Gerade auf den Grenzertragsstandorten in den benachteiligten Gebieten gibt einer nach dem anderen auf. Hier wird aber auch das Wolfsproblem am heftigsten auftreten, weil das die noch am geringsten zersiedelten Gebiete sind. Schäfernachwuchs, selbst aus der generationenlangen Schäferfamilie, gibt es immer weniger, weil man sein Geld auch verdienen kann, ohne seinen Körper in wenigen Jahren zu verschleissen.

    Hier wäre ein dankbares Betätigungsfeld für die Wolfsromantiker, die die Weidetierhalter mit dem Wolf versöhnen könnte: sich selbst zum Schäfer ausbilden lassen und die Ideen zum Herdenschutz selbst und in Praxis umzusetzen. Adressen kann ich gern vermitteln!

    Ich kenne nur eine Herder-Hündin richtig gut, weil die von klein an auf unserem Platz trainiert (IPO). Die Hündin lebt neben der Familie im Zwinger her, weil die Eltern vor ihren blitzschnellen Entscheidungen und Reaktionen Angst haben und keinen Kontakt zu den Kindern gestatten. Sie neigt zu Übersprungshandlungen und hat nicht wirklich große Frustrationstoleranz. Etwas, was ein Hund im Umgang mit Kindern mMn zwingend braucht. Ein wunderbarer Hund für den Sport, dem zuliebe man aber sein Leben deutlich umorganisieren muß, um ihn nicht zum Sportgerät zu degradieren. Kein Hund, der unauffällig nebenher mitläuft und dessen Bedürfnisse nach geistiger und körperlicher Auslastung lange ignoriert werden können. Eben ein Arbeitshund, dessen sollte man sich bewußt sein, bevor man das Tier und sich in eine für beide Seiten unglückliche Lage bringt!

    Für ein bißchen Hundesport und ansonsten Familienhund gibt es geeignetere Rassen.

    1) Käme wohl darauf an, in welche Wesensrichtung man gehen möchte. Grundsätzlich gibts ja doch einige Rassen die rein optisch ins Schema Kurzhaarig, mittelgroß, kompakter Körperbau passen. Wobei Kurzhaarig (ohne Stockhaar) nicht zwingend sein müsste, das lässt sich relativ einfach selektieren.
    2) Wenn man nur einmalig einkreuzen und damit kurz / mittelfristig in der Gesamten Population eine Verbesserung erzielen möchte, dann habe ich ziemlich schnell ein Inzuchtproblem, weil in der Folge natürlich alle Individuen sehr eng miteinander Verwandt sind.
    Im Nutztierbereich hat man deswegen bei solche Projekten mehrere Stämme, innerhalb derer man gezielte In- und Auszucht betreiben kann.

    Wie schnell sowas dann "verschwimmt" ist halt eine Frage dessen welches Merkmal man betrachtet, wie man selektiert und was dann genetisch miteinander verknüpft ist (so klar ist das ja nicht immer).
    Bei Wesenseigenschaften gehen die Erfahrungswerte z.B. in die Richtung, dass man sich innerhalb von 2-3 Generationen ziemlich nachhaltig das meiste mehr oder minder unwiederbringlich kaputt machen kann, wenn man entsprechend verpaart.

    Ich meine das es in Großbritannien doch mal jemanden gab, der Boxer mit Stummelruten züchten wollte. Wenn ich mich richtig erinnere war der ziemlich schnell wieder bei Hunden die zumindest optisch nicht mehr wirklich von reinrassigen Boxern zu unterscheiden waren.

    Aktuell besteht die kuriose Situation, daß der aktuelle Jahresjugendsieger gelb, ein schottischer Rüde, deswegen in D Zuchtverbot hat. Er stammt aus einer Bobtail-Linie von Cattenach.

    Meiner Meinung nach zu recht. Es ist witzlos, an einem Ende des Hundes gegen Übertyp und Deformationen erfolgreich zu kämpfen (Hasenscharten, Wolfsrachen als Bulldog-Erbe), gleichzeitig nach Kupierverbot auf funktionsfähige, gesunde Ruten zu züchten, und dann Kreuzungsprodukte mit Rutendeformationen wieder durch die Hintertür in die Zucht reinzuholen. Zumal das ausdrückliche Ziel der Kreuzung nicht in Gesundheit und Wesen/Leistung ging, sondern rein optische Vorlieben bedienen sollte. Mit diesen Hunden wurde auch seit Jahrzehnten nicht mehr gearbeitet, es kann keiner sagen, welche unerwünschten "Begleiterscheinungen" neben in unterschiedlichster Länge vorkommenden Stummelruten mit vererbt werden.

    Ja, die Optik ist in wenigen Generationen wieder da - das die Überbetonung eben der Optik aber GENAU der Punkt ist, weswegen Einkreuzungen überhaupt diskutiert werden, darf man nicht vergessen!

    Mir fallen auf Anhieb nur 3 Rassen ein, für die ich mir eine Einkreuzung in den Boxer vorstellen könnte: American Staffordshire Terrier und American Bulldog. Eventuell noch der Rottweiler. Die ersteren haben Blutanschluß über den English Bulldog, die letztere Rasse über die Herkunft und den Verwendungszweck.

    Echt ohne Worte. Bei "älterer Hündin" dachte ich so an 6,7 Jahre, aber ELF.....

    Argumente fallen mir keine ein, die der gesunde Menschenverstand nicht sowieso im Hinterstübchen hat und die die Halterin offensichtlich zu ignorieren gewillt ist.

    DSH mit Tibetdogge "verschlimmbessert", weil der normale DSH für neureiche Chinesen nicht mehr protzig genug ist. Ich habe schon Meinungen gehört, dass der zunehmend schwere Kopf mit doggentypischem Ausdruck, der zunehmend bei Showhunden vorne steht, nach dem Geschmack dieser kaufkräftigen Klientel gezüchtet wird. Es ist halt ein Unterschied, ob ein DSH für 500 oder 50 000 € verkauft werden kann.