Mein Haushalt ist seehr ruhig.
Diese Unausgeglichenheit würde sich auch nur entwickeln, wenn ich das Bedürfnis meiner Hunde nach Auslastung ignorieren würde. War ich z.B. einige Tage abwesend, steckten das meine Hunde gut weg. Aber längere Unterforderung führt zu abnehmender Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Da hilft auch kein Gassigehen oder Spielen.
Meiner Sarah, dachte ich, "erspare" ich den Hundesport. Da hatte ich die Rechnung aber ohne sie gemacht. Die hat bis zu ihrem Tod darauf bestanden, mit auf den Hundeplatz zu fahren und etwas mit mir üben zu dürfen. Auch beim Spazierengehen kam sie oft an, ging in Grundstellung und forderte mich auf, mit ihr zu arbeiten und sie zu loben. Matteo ist auch so. Der lebt besonders für den Schutzdienst. Da kann es nicht hart genug zur Sache gehen - um so mehr genießt er dann den Sieg. Er ist dann selig und läßt sich mit dem kleinen Finger dirigieren.
Zu uns kommen auch recht häufig Leute mit jungerwachsenen Hunden, derer sie einfach nicht mehr Herr werden. Etliche sind schon aus diversen Hundeschulen rausgeflogen oder haben so tolle Ratschläge bekommen wie "unbedingt kastrieren, dann wird er ruhiger" oder "abschaffen, der/die wird bald die Familie angreifen". Bleiben sie am Ball und arbeiten konsequent und gefühlvoll mit ihren Boxern, haben sich diese Probleme bald erledigt, sie verstehen ihren Hund besser und dieser wird führiger und ausgeglichener im Alltag.